Land Vorarlberg

Vorarlberger Landesbibliothek

Der Streit um das Schwarze Taferl : Rege Diskussion um die Einführung der weißen Kennzeichen

Veröffentlicht am 23.01.2019 von Harald Eberle, MSc

Am 1. Jänner 1990 wurde der Umstieg von den alten, schwarzen Autokennzeichen auf die weißen Tafeln fixiert. Dem ging eine lange und emotionale Diskussion voran, an der sich neben Kunstschaffenden, Medien und Fachleuten auch Vorarlbergs Politik beteiligte. Schließlich war das „Schwarze Taferl“ einst die „Visitenkarte der Nation“, die es laut Künstler Friedrich Hundertwasser zu erhalten galt. Auch Landeshauptmann Purtscher machte sich bei der Landeshauptleutekonferenz für den Erhalt der schwarzen Kennzeichen stark. Nichtsdestotrotz beschloss die Regierung um den sozialistischen Verkehrsminister Rudolf Streicher die Einführung der weißen KFZ-Kennzeichen.

Künstler Friedrich Hundertwasser entwarf einen Gegenentwurf zu den geplanten weißen Kennzeichen.
Hundertwasser konnte auch die Landespolitik von den Vorzügen seines Gegenentwurfes überzeugen.
Die von Verkehrsminister Streicher geplanten Kennzeichen seien eine „Kulturschande für Österreich“, so Hundertwasser. Bei der Präsentation mit von der Partie, Olympiasieger Hubert Strolz.
Die ersten „Erkennungstafeln“ wurden 1905 ausgegeben. Die Länderkennung „W“ stand dabei für Vorarlberg.
Mit dem Anschluss Österreichs wurden Deutsche Kennzeichen ausgegeben. Die Buchstabengruppe TV stand für Tirol-Vorarlberg.
Dieses Kennzeichensystem wurde 1930 eingeführt, während des Krieges durch ein Deutsches ersetzt, und danach bis 1990 fortgeführt.