volare-Blog

In unserem Blog veröffentlichen wir regelmäßig kurze Geschichten zu Bildern aus den verschiedenen volare-Sammlungen. Dieser ist auch unter pid.volare.vorarlberg.at/blog/rss als RSS-Feed verfügbar.

Klassische Wirtshausnamen, Teil 6

Die Bahnhofrestauration


Veröffentlicht am 02.06.2020 von Simone Drechsel.


1908 gab das Eisenbahnministerium neue Grundsätze für die bei den k. k. Staatsbahnen liegenden Bahnhofrestaurationen heraus. Diese sollten in erster Linie den Bedürfnissen des „reisenden Publikums dienen“ und zwar durch „mäßige Preise bei den Speisen und Getränken“ und nicht die aus der Verpachtung zu erzielenden Gewinne. Daher sollte die Vergabe in den meisten Fällen über eine öffentliche Ausschreibung erfolgen. Es bestand aber auch die Möglichkeit einer „beschränkten Offert-Ausschreibung“, wobei hier nicht das „Meistgebot, sondern vielmehr die persönliche Eignung des Bewerbers, seine fachmännische Qualifikation, Vertrauenswürdigkeit und finanzielle Leistungsfähigkeit“ zählen sollte.

  • 1931 betrieb der Braumeister Konrad Weißhart die Bahnhofrestauration Vorderwald in Lingenau.

    1931 betrieb der Braumeister Konrad Weißhart die Bahnhofrestauration Vorderwald in Lingenau.

  • Die kurz nach der Eröffnung der Bregenzerwaldbahn errichtete Bahnhofrestauration in Egg bot den Reisenden, neben dem Restaurant, auch Übernachtungs- und Einkaufsmöglichkeiten. 1975 wurde das Gebäude abgebrochen

    Die kurz nach der Eröffnung der Bregenzerwaldbahn errichtete Bahnhofrestauration in Egg bot den Reisenden, neben dem Restaurant, auch Übernachtungs- und Einkaufsmöglichkeiten. 1975 wurde das Gebäude abgebrochen

  • Christian Jochum aus Hörbranz erbaute 1902 die Bahnhofsrestauration in Bezau, doch schon ein Jahr später ging das Gebäude in den Besitz von Franz Josef Natter über.

    Christian Jochum aus Hörbranz erbaute 1902 die Bahnhofsrestauration in Bezau, doch schon ein Jahr später ging das Gebäude in den Besitz von Franz Josef Natter über.

  • Um 1903 übernahm der Oberösterreich Franz Grömmer die Bahnhofrestauration in Langen am Arlberg, doch schon nach zwei Jahren verstarb er unerwartet. 1931 wurde die Gaststätte von Josef Hayosteck betrieben.

    Um 1903 übernahm der Oberösterreich Franz Grömmer die Bahnhofrestauration in Langen am Arlberg, doch schon nach zwei Jahren verstarb er unerwartet. 1931 wurde die Gaststätte von Josef Hayosteck betrieben.

  • In der Bahnhofrestauration in Lauterach hielt die Turnerschaft ihre monatlichen Sitzungen ab. Laut Inseraten, waren die Mitglieder zur Anwesenheit verpflichtet.

    In der Bahnhofrestauration in Lauterach hielt die Turnerschaft ihre monatlichen Sitzungen ab. Laut Inseraten, waren die Mitglieder zur Anwesenheit verpflichtet.

Der Alpenrhein

Kampf gegen eine Naturgewalt


Veröffentlicht am 25.05.2020 von Simone Drechsel.


Die älteste Nachricht einer Überschwemmung durch den Alpenrhein stammt aus dem Jahr 1206 und eine der verheerendsten fand am 28. September 1868 statt. Fast das gesamte Rheintal wurde dabei überflutet. Durchschnittlich trat der Rhein alle drei Jahre über seine Ufer. 1892 erfolgte die Unterzeichnung eines Staatsvertrages zur Rheinregulierung zwischen der österreichisch-ungarischen Monarchie und der Schweiz. Mit zwei Durchstichen sollte der Flussverlauf um 10 km verkürzt werden. Die Eröffnung des Fußacher Durchstichs erfolgte 1900 und nach Verzögerungen durch den Ersten Weltkrieg jener von Diepoldsau 1923. Seitdem wurden zwei weitere Staatsverträge zur Fortführung der Regulierungsarbeiten abgeschlossen und aktuell steht das Vorhaben „Rhesi“ an.

  • Bei Tamins vereinigen sich Vorder- und Hinterrhein zum Alpenrhein, der bis zu seiner Einmündung in den Bodensee eine Länge von 90 km aufweist.

    Bei Tamins vereinigen sich Vorder- und Hinterrhein zum Alpenrhein, der bis zu seiner Einmündung in den Bodensee eine Länge von 90 km aufweist.

  • Badekultur am Alten Rhein. Früher wurden die Landzungen zwischen Hohenems und Diepoldsau von Schmugglern benutzt. Als Badegäste mit großen Badetaschen getarnt wurde das Schmuggelgut über die Grenze gebracht.

    Badekultur am Alten Rhein. Früher wurden die Landzungen zwischen Hohenems und Diepoldsau von Schmugglern benutzt. Als Badegäste mit großen Badetaschen getarnt wurde das Schmuggelgut über die Grenze gebracht.

  • Nach fünfjähriger Bauzeit wurde der Hard-Fussacher Rheindurchstich im Jahr 1900 fertiggestellt. Der Alte Rhein bei Fußach wurde mit dem neu geschaffenen Rheintaler Binnenkanal verbunden.

    Nach fünfjähriger Bauzeit wurde der Hard-Fussacher Rheindurchstich im Jahr 1900 fertiggestellt. Der Alte Rhein bei Fußach wurde mit dem neu geschaffenen Rheintaler Binnenkanal verbunden.

  • Landtagsexkursion 1977. Für die Arbeiten der Rheinregulierung wurde eigens eine Eisenbahn gebaut. Seit 2008 als Museumsbahn der Rheinschau auf einer Teilstrecke in Betrieb.

    Landtagsexkursion 1977. Für die Arbeiten der Rheinregulierung wurde eigens eine Eisenbahn gebaut. Seit 2008 als Museumsbahn der Rheinschau auf einer Teilstrecke in Betrieb.

  • Bis zur Rheinregulierung trat der dieser im Schnitt alle drei Jahre über seine Ufer. Hier die Rheinüberschwemmung aus dem Jahr 1987.

    Bis zur Rheinregulierung trat der dieser im Schnitt alle drei Jahre über seine Ufer. Hier die Rheinüberschwemmung aus dem Jahr 1987.

Die Montafonerbahn

Die einzige Privatbahn Vorarlbergs


Veröffentlicht am 19.05.2020 von Simone Drechsel.


Am 18. Dezember 1905 erfolgte die feierliche Eröffnung der lang ersehnten Montafonerbahn, denn bereits 1884 war mit den Bauplanungen begonnen worden und 1893 vermeldete das Volksblatt, dass die Lokalbahn nun greifbare Gestalt annehmen und kommissionelle Begehungen und Verhandlungen stattfinden würden. Im ersten Betriebsjahr wurden rund 82.000 Personen befördert. Die Montafonerbahn-AG dachten auch eine Verlängerung der Bahn bis nach Davos, sowie eine Zahnradbahn nach Gargellen und einen Oberleitungsbus nach Gaschurn an. Seit 2015 wird ein möglicher Ausbau der Bahnstrecke wieder geplant.

  • In den 1970er und 1980er Jahren wurde für Tourismuszwecke ein Sonderzug mit Dampflokomotive eingesetzt.

    In den 1970er und 1980er Jahren wurde für Tourismuszwecke ein Sonderzug mit Dampflokomotive eingesetzt.

  • Beim Hochwasser 1910 wurde fast die Hälfte der Bahnstrecke zerstört. Von Juli 1910 bis Sept. 1911 musste ein Schienenersatzverkehr mit Pferdefuhrwerken eingerichtet werden.

    Beim Hochwasser 1910 wurde fast die Hälfte der Bahnstrecke zerstört. Von Juli 1910 bis Sept. 1911 musste ein Schienenersatzverkehr mit Pferdefuhrwerken eingerichtet werden.

  • Die Montafonerbahn war die erste normalspurige elektrische Eisenbahn in der Monarchie.

    Die Montafonerbahn war die erste normalspurige elektrische Eisenbahn in der Monarchie.

  • Betriebes Besichtigung von Landesrat Fredy Mayer mit Bürgermeister Harald Wekerle und dem damaligen Vorstand der Montafonerbahn, Guntram Juen.

    Betriebes Besichtigung von Landesrat Fredy Mayer mit Bürgermeister Harald Wekerle und dem damaligen Vorstand der Montafonerbahn, Guntram Juen.

  • Seite Ende der 1960er Jahren erhalten die Zuggarnituren ihre charakteristische rot-gelb Lackierungen.

    Seite Ende der 1960er Jahren erhalten die Zuggarnituren ihre charakteristische rot-gelb Lackierungen.

Die Stella

ein Stück Feldkircher Schulgeschichte


Veröffentlicht am 29.04.2020 von Thomas Feurstein.


Von 1856 bis 1979 betrieben die Jesuiten in Feldkirch mit kleineren Unterbrechungen ein Gymnasium. In der Festschrift zum 100jährigen Jubiläum heißt es: „Über 9.000 junge Leute sind in den verflossenen hundert Jahren durch die Erziehung von Feldkirch hindurchgegangen. Die Stella Matutina erzieht zu echter katholischer Frömmigkeit, schult die geistigen Kräfte und den Willen durch wahre Bildung und pflichtreue Arbeit, pflegt jugendlichen Frohsinn und eine sinnvolle körperliche Ertüchtigung.“ Das Gymnasium galt immer als katholische Eliteschule, was auch zu einem regen Zulauf von Schülern aus Deutschland und der Schweiz führte. 1979 führte das sinkende Interesse an ordenseigenen Internatsschulen sowie der mangelnde Nachwuchs im Orden selbst zur Schließung. Die große Bibliothek wurde damals von der Vorarlberger Landesbibliothek übernommen.

  • Stella Matutina Feldkirch

    Stella Matutina Feldkirch

  • 1856 kaufen die Jesuiten von der Stadt Feldkirch die alte Stadtkaserne. In einer Chronik wird über die Vorzüge des Gebäudes berichtet: „Auf der Rückseite wird das Haus von den mächtigen Fluten der Ill bespült, seine unmittelbare Nähe erneuert die Luft und befördert vorzüglich die Gesundheit des Hauses.“

    1856 kaufen die Jesuiten von der Stadt Feldkirch die alte Stadtkaserne. In einer Chronik wird über die Vorzüge des Gebäudes berichtet: „Auf der Rückseite wird das Haus von den mächtigen Fluten der Ill bespült, seine unmittelbare Nähe erneuert die Luft und befördert vorzüglich die Gesundheit des Hauses.“

  • 1913 war die Aufstockung der alten Kaserne abgeschlossen. In den neuen Stockwerken befanden sich Schlafsäle und eine Krankenabteilung, die für Ordensleute, Zöglinge und Diener zur Verfügung stand.

    1913 war die Aufstockung der alten Kaserne abgeschlossen. In den neuen Stockwerken befanden sich Schlafsäle und eine Krankenabteilung, die für Ordensleute, Zöglinge und Diener zur Verfügung stand.

  • Am 14. und 15. Juni 1910 lösten tagelange Niederschläge ein gewaltiges Hochwasser aus. Da auch die Ill über die Ufer trat, wurde der Neubau der Stella Matutina überflutet und die eiserne Brücke weggerissen.

    Am 14. und 15. Juni 1910 lösten tagelange Niederschläge ein gewaltiges Hochwasser aus. Da auch die Ill über die Ufer trat, wurde der Neubau der Stella Matutina überflutet und die eiserne Brücke weggerissen.

  • Seit 1977 hat das Vorarlberger Landeskonservatorium das große Gebäude links der Ill bezogen. Besonders der große Festsaal und die Kapelle der „Stella“ bieten ein einzigartiges Ambiente für Konzerte unterschiedlichster Größe.

    Seit 1977 hat das Vorarlberger Landeskonservatorium das große Gebäude links der Ill bezogen. Besonders der große Festsaal und die Kapelle der „Stella“ bieten ein einzigartiges Ambiente für Konzerte unterschiedlichster Größe.

Kläranlage

Sauberes Wasser für Dornbirn


Veröffentlicht am 17.04.2020 von Thomas Feurstein.


1961 befand sich der Bodensee in einem besorgniserregenden Zustand und ein „Umkippen“ drohte. In den frühen 1970er Jahren wurde daher in Vorarlberg ein Bau- und Investitionsprogramm entwickelt, das etliche neue Kläranlagen vorsah. Besondere Bedeutung kam dabei Dornbirn zu, da hier die Abwässer aus der Textilindustrie für eine hohe Verschmutzung sorgten. Zuerst wurde 1972 die mechanische Stufe der ARA in Betrieb genommen, bis die biologische und chemische Reinigungsstufe in Betrieb gehen sollte, dauerte es noch über 10 Jahre. Wie in vielen anderen Landesteilen hatte sich Gemeinden zu Abwasserverbänden zusammengeschlossen, so auch hier, wo sich Schwarzach anschlossen hatte. Aufgrund der schlechten Bodenverhältnisse dauerte der Bau vier Jahre, so mussten etwa 1872 Betonpfähle in den Boden gerammt werden, um die Becken und die Gebäude zu stabilisieren.

  • Bis zur Fertigstellung 1984 hatte der Bau der Dornbirner Kläranlage 374 Millionen Schilling gekostet, wobei Land und Bund die Stadt finanziell unterstützten. Mit der Fertigstellung war es gelungen 25% der österreichischen Abwasserfracht im Bodensee-Einzugsgebiet einer Reinigung zuzuführen.

    Bis zur Fertigstellung 1984 hatte der Bau der Dornbirner Kläranlage 374 Millionen Schilling gekostet, wobei Land und Bund die Stadt finanziell unterstützten. Mit der Fertigstellung war es gelungen 25% der österreichischen Abwasserfracht im Bodensee-Einzugsgebiet einer Reinigung zuzuführen.

  • 1984 betrug die Gesamtlänge der Dornbirner Kanalstränge schon über 110 Kilometer, wobei weitere 80 km sich in Planung befanden. Somit waren damals 60 % der häuslichen Abwässer und zwei Drittel des industriellen Abwassers an die Kläranlage angeschlossen.

    1984 betrug die Gesamtlänge der Dornbirner Kanalstränge schon über 110 Kilometer, wobei weitere 80 km sich in Planung befanden. Somit waren damals 60 % der häuslichen Abwässer und zwei Drittel des industriellen Abwassers an die Kläranlage angeschlossen.

  • In den Faultürmen wird das eingedickte Schlammgemisch erhitzt, von Sauerstoffzufuhr abgeschlossen und schließlich durch mikrobielle Vorgänge abgebaut.

    In den Faultürmen wird das eingedickte Schlammgemisch erhitzt, von Sauerstoffzufuhr abgeschlossen und schließlich durch mikrobielle Vorgänge abgebaut.

  • Das gewonnene Faulgas wird zur Erhitzung der Türme verwendet.

    Das gewonnene Faulgas wird zur Erhitzung der Türme verwendet.

  • Mit Hilfe eines Schneckenpumpwerks wird Wasser um 2,5 Meter in die Höhe gefördert. Dabei stehen je zwei Pumpen für Regen- und für Trockenwetter zur Verfügung.

    Mit Hilfe eines Schneckenpumpwerks wird Wasser um 2,5 Meter in die Höhe gefördert. Dabei stehen je zwei Pumpen für Regen- und für Trockenwetter zur Verfügung.

Der Schuhmacher

Ein fast ausgestorbenes Handwerk


Veröffentlicht am 31.03.2020 von Simone Drechsel.


Das Schuhmachen war ein weit verbreitetes Handwerk, dass erst mit der Einführung der maschinellen Schuhproduktion ab ca. 1870 rückläufig war. Besonders schlecht für die Vorarlberger Schuhmacher war das Jahr 1872. Durch den immer teurer werdenden Lederbezug, den aufwendiger werdenden Arbeiten an den Schuhen und den stagnierenden Verkaufspreisen, sahen sich ca. 14 Schuhmacher genötigt, einen Job als Bahnwächter anzutreten. Hier verdienten sich einfach mehr. Heute werden kaum noch Schuhe von Hand gemacht, die meisten Schuhmacher arbeiten in Reparaturbetrieben.

  • Das Schuhgeschäft von Ferdinand Achberger in Hörbranz. Daneben war er noch Gastwirt im Schwarzen Adler, Bürgermeister und Obmann der Spar- und Darlehenskasse Hörbranz.

    Das Schuhgeschäft von Ferdinand Achberger in Hörbranz. Daneben war er noch Gastwirt im Schwarzen Adler, Bürgermeister und Obmann der Spar- und Darlehenskasse Hörbranz.

  • Das für den Schuhbau benötigte Werkzeug hat sich seit Anbeginn kaum verändert, es wurde lediglich durch Maschinen ergänzt.

    Das für den Schuhbau benötigte Werkzeug hat sich seit Anbeginn kaum verändert, es wurde lediglich durch Maschinen ergänzt.

  • Der Holzschuhmacher war vom 15. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein weit verbreitetes Handwerk. Stellte der doch das alltägliche Schuhwerk der ländlichen Bevölkerung her.

    Der Holzschuhmacher war vom 15. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein weit verbreitetes Handwerk. Stellte der doch das alltägliche Schuhwerk der ländlichen Bevölkerung her.

  • Die Schuhfabrik Sachs in Hohenems. Schuhmachergesellen, die in Schuhfabriken arbeiteten, wurden abfällig Fabriksschuster genannt.

    Die Schuhfabrik Sachs in Hohenems. Schuhmachergesellen, die in Schuhfabriken arbeiteten, wurden abfällig Fabriksschuster genannt.

  • 1893 beschloss die Schuhmacherversammlung Vorarlberg für die Reparaturen von Schuhfabrikssohlen 20 Kreuzer mehr zu verlangen.

    1893 beschloss die Schuhmacherversammlung Vorarlberg für die Reparaturen von Schuhfabrikssohlen 20 Kreuzer mehr zu verlangen.

Klassische Wirtshausnamen, Teil 5

Das Gasthaus Adler


Veröffentlicht am 10.03.2020 von Simone Drechsel.


Der Adler besitzt sowohl eine religiöse als auch eine weltliche Symbolik. In der christlichen Ikonographie wird er als Attribut des Evangelisten Johannes geläufig. Er steht aber auch als Symbol für den zum Himmel aufgefahrenen Propheten Elias und den auferstandenen Christus und dessen Himmelfahrt. Hier finden auch die alten Herrschertugenden wie Kraft, Erneuerung, Gerechtigkeit usw. ihre Fortsetzung. Daneben ist er das Sinnbild der Herrschaftsmacht. Der König der Lüfte oder Bote der höchsten Götter ist neben dem Löwen das häufigste Wappentier und versinnbildlichte als Reichsadler vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert die kaiserliche Gewalt.

  • Im Mai 1993 feierte der Adler auf der Fluh unter Haubenkoch Ernst Huber seine Neueröffnung.

    Im Mai 1993 feierte der Adler auf der Fluh unter Haubenkoch Ernst Huber seine Neueröffnung.

  • Kur-Gasthof Adler in Fraxern. Ab 1967 war hier ein Kinderferienheim der FPÖ untergebracht.

    Kur-Gasthof Adler in Fraxern. Ab 1967 war hier ein Kinderferienheim der FPÖ untergebracht.

  • Um 1750 sind Franziskus Vallaster und Cölestine Ganahl als Wirtsleute des Gasthofes zum Adler in St. Anton/Montafon nachweisbar. 1779 befand er sich im Besitz von Johann Josef Battlogg. Nach Um- und Zubauten 1974, erfolgte 1989 der Abbruch des alten Gebäudes.

    Um 1750 sind Franziskus Vallaster und Cölestine Ganahl als Wirtsleute des Gasthofes zum Adler in St. Anton/Montafon nachweisbar. 1779 befand er sich im Besitz von Johann Josef Battlogg. Nach Um- und Zubauten 1974, erfolgte 1989 der Abbruch des alten Gebäudes.

  • Um 1605 gehörte auch Badehaus zum Gasthof Adler in Riefensberg. 1969 erfolgte ein Saalanbau, indem der legendäre Faschingsdienstagstanz stattfand.

    Um 1605 gehörte auch Badehaus zum Gasthof Adler in Riefensberg. 1969 erfolgte ein Saalanbau, indem der legendäre Faschingsdienstagstanz stattfand.

  • Der Schwarze Adler in Rankweil wird seit mehr als 30 Jahren von Helmut Biedermann betrieben.

    Der Schwarze Adler in Rankweil wird seit mehr als 30 Jahren von Helmut Biedermann betrieben.

Klassische Wirtshausnamen, Teil 4

Das Gasthaus Krone


Veröffentlicht am 02.03.2020 von Simone Drechsel.


Die Krone steht für Macht und Würde und symbolisiert die Herrschaft des Trägers, d. h. sie steht sowohl für einen weltlichen Herrscher bzw. dessen König- oder Kaisertum als auch für die Leiden von Jesus Christus. In der romanischen Kunst wird Jesus noch mit einer Königskrone dargestellt und erst mit dem Mittelalter beginnen die Abbildungen des Gekreuzigten mit der Dornenkrone. Es ist die Gotik, in der nun die Dornenkrone an Stelle der Königskrone zum Attribut des gekreuzigten Christus wird. Anfänglich noch in Haubenform dargestellt, wandelt sie sich zur bekannten Kranzform.

  • Das Gasthaus Krone in Au entwickelte sich von einem Jagdhaus zu einem Gasthaus mit landwirtschaftlichen Betrieb. 1904 baute es Pius Berlinger zu einem Sommerhotel mit der Fernsprechnummer „1“ aus.

    Das Gasthaus Krone in Au entwickelte sich von einem Jagdhaus zu einem Gasthaus mit landwirtschaftlichen Betrieb. 1904 baute es Pius Berlinger zu einem Sommerhotel mit der Fernsprechnummer „1“ aus.

  • Nachdem der Besitzer des Gasthauses Krone in Dafins in Ruhestand gegangen war, kaufte die Gemeinde Zwischenwasser das Anwesen und von 2017-2019 führte der Verein „Üsre Krona“ das Gasthaus.

    Nachdem der Besitzer des Gasthauses Krone in Dafins in Ruhestand gegangen war, kaufte die Gemeinde Zwischenwasser das Anwesen und von 2017-2019 führte der Verein „Üsre Krona“ das Gasthaus.

  • Das Gasthaus Krone in Gaschurn wurde um 1835 errichtet und war mit 20 Betten und einer eigenen Kegelbahn ausgestattet.

    Das Gasthaus Krone in Gaschurn wurde um 1835 errichtet und war mit 20 Betten und einer eigenen Kegelbahn ausgestattet.

  • Das Gasthaus Krone in Vandans, das zwischen 1567 und 1744 errichtet wurde, steht seit 1964 unter Denkmalschutz.

    Das Gasthaus Krone in Vandans, das zwischen 1567 und 1744 errichtet wurde, steht seit 1964 unter Denkmalschutz.

  • Am 16. Januar 1983 zerstörte ein Großfeuer das Gasthaus Krone in Sonntag. Am gleichen Abend fand auch der Bauernball im Gemeindesaal statt.

    Am 16. Januar 1983 zerstörte ein Großfeuer das Gasthaus Krone in Sonntag. Am gleichen Abend fand auch der Bauernball im Gemeindesaal statt.

Klassische Wirtshausnamen, Teil 3

Das Gasthaus Hirschen


Veröffentlicht am 25.02.2020 von Simone Drechsel.


Woher der Gasthausname „Hirschen“ kommt, ist nicht so einfach zu belegen. Möglicherweise steht er in Zusammenhang mit der Jagd und einhergehend auch mit dem Patron der Jäger, dem heiligen Hubertus. Dieser wird in der Heraldik als Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih dargestellt. Über den Psalm 42,2 „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.“ könnte eine religiöse Verbindung hergestellt werden. Möglicherweise stammt der Name aber auch aus dem Bierjargon. Denn in diesem wird ein Bierfass mit einem Füllvermögen von 200 Litern als „Hirsch“ bezeichnet.

  • Am 10. Dezember 1869 eröffnete Leopold Moosbrugger im Gasthof Hirschen in Thüringen ein Postamt mit Fahrpost. Erst mit dem Verkauf des Gasthofes 1908 bekam die Post ein eigenes Gebäude.

    Am 10. Dezember 1869 eröffnete Leopold Moosbrugger im Gasthof Hirschen in Thüringen ein Postamt mit Fahrpost. Erst mit dem Verkauf des Gasthofes 1908 bekam die Post ein eigenes Gebäude.

  • Um 1905 modernisierte Peter Greussing das alte Biersudhaus, indem seit 1790 Bier gebraut wurde. Von 1975 bis 1990 erfolgten weitere Um- und Zubauten.

    Um 1905 modernisierte Peter Greussing das alte Biersudhaus, indem seit 1790 Bier gebraut wurde. Von 1975 bis 1990 erfolgten weitere Um- und Zubauten.

  • Seit 1775 waren die Besitzer des Gasthofes Hirschen in Schwarzenberg nicht nur Wirte, sondern auch Händler und Geldverleiher.

    Seit 1775 waren die Besitzer des Gasthofes Hirschen in Schwarzenberg nicht nur Wirte, sondern auch Händler und Geldverleiher.

  • Der Wunderdoktor Hermann Dorn „Schliser Männle“ hielt seine Schmerzbehandlungen u.a. im Gasthaus Hirschen in Schlins ab.

    Der Wunderdoktor Hermann Dorn „Schliser Männle“ hielt seine Schmerzbehandlungen u.a. im Gasthaus Hirschen in Schlins ab.

  • Um dem Gasthaus Hirschen im Silbertal mehr Stattlichkeit zu verleihen, ließen die Besitzer das ursprünglich walserische Holzhaus mit einer Mauerfassade verblenden.

    Um dem Gasthaus Hirschen im Silbertal mehr Stattlichkeit zu verleihen, ließen die Besitzer das ursprünglich walserische Holzhaus mit einer Mauerfassade verblenden.

Klassische Wirtshausnamen, Teil 2

Das Gasthaus Engel


Veröffentlicht am 17.02.2020 von Simone Drechsel.


Der Gasthausname „Engel“ könnte auf den Evangelisten Matthäus zurückgehen, denn dieser wird mal als menschliche Gestalt mit und mal ohne Flügel dargestellt. Doch das eigentliche Symbol und auch Attribut ist der Mensch. Möglich wäre auch der Engel selber. Dieses himmlische Wesen wurde von Gott erschaffen und ist als dessen Bote zu den Menschen tätig. Im Brief an die Hebräer, Kapitel 13,2 ist auch ein religiöser Hinweis auf das Gastgewerbe zu finden: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“

  • Um 1800 wurde der Gasthof Engel in Bezau errichtet.

    Um 1800 wurde der Gasthof Engel in Bezau errichtet.

  • Der Gasthof Engel in Feldkirch-Tisis beherbergte gleichzeitig auch eine Gemischtwarenhandlung und die Frächterei Josef Beck.

    Der Gasthof Engel in Feldkirch-Tisis beherbergte gleichzeitig auch eine Gemischtwarenhandlung und die Frächterei Josef Beck.

  • Das Traditionsgasthaus Engel in Wolfurt.

    Das Traditionsgasthaus Engel in Wolfurt.

  • 1830 wurde im Gasthaus Engel in Sulzberg eine Brauerei eingebaut. Dessen Produkt erfreute sich einer solchen Beliebtheit, dass der Engelwirt 1866 eine eigene Brauerei am Dorfrand errichten ließ.

    1830 wurde im Gasthaus Engel in Sulzberg eine Brauerei eingebaut. Dessen Produkt erfreute sich einer solchen Beliebtheit, dass der Engelwirt 1866 eine eigene Brauerei am Dorfrand errichten ließ.

  • Hard 1907. Der Gasthof Engel, drei Häuser und ein Stadel wurden durch ein Großfeuer komplett zerstört. Der Gasthof wurde anschließend wiederaufgebaut.

    Hard 1907. Der Gasthof Engel, drei Häuser und ein Stadel wurden durch ein Großfeuer komplett zerstört. Der Gasthof wurde anschließend wiederaufgebaut.

Klassische Wirtshausnamen, Teil 1

Das Gasthaus Löwen


Veröffentlicht am 13.02.2020 von Simone Drechsel.


Seit dem vierten Jahrhundert werden die vier Evangelisten durch geflügelte Symbole dargestellt, die sich auch als Attribute in deren figürlichen Darstellungen finden. Dabei versinnbildlicht der Löwe den Evangelisten Markus, der der Schutzpatron von Venedig und der Bodenseeinsel Reichenau, sowie der Berufe Bauarbeiter, Glaser, Korbmacher, Notar und Schreiber ist. Zudem soll er für gutes Wetter und eine gute Ernte sorgen. Der Gasthausname „Löwen“ könnte also auf das Attribut des Evangelisten zurückzuführen sein. Er könnte aber auch auf das Wappentier eines Territoriums zurückgehen, denn der Löwe war ein beliebtes Wappentier, denn er symbolisiert Mut und Königtum.

  • Susanna Beck war die Seele und Bauherrin des Gasthofes Löwen in Feldkirch Tisis, der am 12. August 1883 eröffnete. Nach ihrem Tod wurde das Gasthof an Emil Gsteu verkauft, der am 16. Juli 1911 Neueröffnung feierte.

    Susanna Beck war die Seele und Bauherrin des Gasthofes Löwen in Feldkirch Tisis, der am 12. August 1883 eröffnete. Nach ihrem Tod wurde das Gasthof an Emil Gsteu verkauft, der am 16. Juli 1911 Neueröffnung feierte.

  • Das Gasthof Löwen in Laterns wurde 1909 von der Familie Vith eröffnet.

    Das Gasthof Löwen in Laterns wurde 1909 von der Familie Vith eröffnet.

  • Im Nenzinger Gasthof Löwen wurde hauptsächlich Most aus eigener Produktion angeboten. Die Schließung erfolgte in den 1960er Jahren.

    Im Nenzinger Gasthof Löwen wurde hauptsächlich Most aus eigener Produktion angeboten. Die Schließung erfolgte in den 1960er Jahren.

  • Der Gasthof Löwen in Tschagguns wurde um 1500 errichtet und der erste urkundlich genannte Löwenwirt war ein gewisser „Kalixtus Wintergrün“.

    Der Gasthof Löwen in Tschagguns wurde um 1500 errichtet und der erste urkundlich genannte Löwenwirt war ein gewisser „Kalixtus Wintergrün“.

  • Das Gasthaus Löwen in Düns und die Ortsfeuerwehr verbindet viel. So war der Löwenwirt Wendelin Gohm von 1919-1922 Hauptmann der Feuerwehr, es wurden hier Jubiläen gefeiert und die Löwenwirtin Illigasch fungierte als Fahnenpatin.

    Das Gasthaus Löwen in Düns und die Ortsfeuerwehr verbindet viel. So war der Löwenwirt Wendelin Gohm von 1919-1922 Hauptmann der Feuerwehr, es wurden hier Jubiläen gefeiert und die Löwenwirtin Illigasch fungierte als Fahnenpatin.

Klassische Wirtshausnamen

Woher stammen sie?


Veröffentlicht am 27.01.2020 von Simone Drechsel.


In vielen Vorarlberger Gemeinden gibt oder gab es Gasthäuser mit klassischen Namen wie Löwen, Hirschen, Mohren, Kreuz, Sonne oder Krone. Doch woher stammen diese? Ab dem Mittelalter waren Gasthäuser verpflichtet einen Namen zu führen und ihr Recht, Fremde zu beherbergen und zu bewirten deuteten sie mit einem Schild an. So grenzten sie sich auch von den Gassenwirtschaften ab, die nur Getränke ausschenken durften und dies mit einem Tannenzweig oder Kranz kennzeichneten. Da jedoch die wenigsten Lesen konnten, wurde der Name bildlich dargestellt. Die dabei verwendeten Symbole stammten teilweise aus der Heraldik, gerade in Bezug auf Tiere, oder waren christlich-religiösen Ursprungs.

  • Gasthof Adler in Hochkrumbach

    Gasthof Adler in Hochkrumbach

  • Gasthof Kreuz in Frastanz

    Gasthof Kreuz in Frastanz

  • Gasthaus Alpenrose in Zürs

    Gasthaus Alpenrose in Zürs

  • Gasthaus Sonne in Müselbach

    Gasthaus Sonne in Müselbach

  • Gasthaus Krone in Dafins

    Gasthaus Krone in Dafins

Der Weg zum Arlberg

Bau S16


Veröffentlicht am 24.01.2020 von Thomas Feurstein.


Im Klostertal behinderten bis in die 1960er Jahre zahlreiche Ortsdurchfahrten den überregionalen Verkehr. Mehrere Umfahrungen ermöglichten dann eine „Schnellverkehrsstraße“ mit einer von der bisherigen Bundesstraße vollkommen getrennten Trassenführung. Als 1972 die Entscheidung für den Bau des Arlbergstraßentunnels fiel, intensivierten sich die Bemühungen östlich und westlich des Arlbergs, leistungsfähige, wintersichere Zufahrtsrampen zu errichten. In einer Studie von 1983 wird bedauert, dass in den 1970er Jahren „die Besinnung auf die Werte der Natur, nicht auf ein normales Maß, sondern in ein entgegengesetztes Extrem“ geführt hätten. Dadurch sei ein Vollausbau der S 16 im Bereich Innerbraz verhindert worden.

  • Der Bludenzer Bezirkshauptmann Karl Ludescher schrieb 1981: „es wurde alles getan, um die zwangsläufig entstandenen Landschaftswunden zu sanieren, was dem Wohle der Benützer dieser schönen Straße und den Bewohnern der von dem Straßenzug berührten Talschaft dient.“ Er führt an, dass durch die neue S 16 die Menschen in den entlasteten Ortskernen wieder eine neue Lebensqualität erleben durften.

    Der Bludenzer Bezirkshauptmann Karl Ludescher schrieb 1981: „es wurde alles getan, um die zwangsläufig entstandenen Landschaftswunden zu sanieren, was dem Wohle der Benützer dieser schönen Straße und den Bewohnern der von dem Straßenzug berührten Talschaft dient.“ Er führt an, dass durch die neue S 16 die Menschen in den entlasteten Ortskernen wieder eine neue Lebensqualität erleben durften.

  • Zur Wintersicherung der Zufahrt zum Arlbergtunnel wird das Großtobel mit einem 3-spurigen Tunnel unterfahren. Mit dem späteren Bau des Langener Tunnels wurde die S 16 dann auf eine ganz neue Trasse verlegt.

    Zur Wintersicherung der Zufahrt zum Arlbergtunnel wird das Großtobel mit einem 3-spurigen Tunnel unterfahren. Mit dem späteren Bau des Langener Tunnels wurde die S 16 dann auf eine ganz neue Trasse verlegt.

  • Bau der Großtobel Galerie in Langen am Arlberg, 1976

    Bau der Großtobel Galerie in Langen am Arlberg, 1976

  • Die Ausbaumaßnahmen der Arlberg-Westrampe machten auch umfangreiche Lawinenschutzbauten notwendig. So wurde zwischen 1969 und 1972 in Innerbraz eine Galerie errichtet, um die gefürchtete Gasteltobellawine zu entschärfen.

    Die Ausbaumaßnahmen der Arlberg-Westrampe machten auch umfangreiche Lawinenschutzbauten notwendig. So wurde zwischen 1969 und 1972 in Innerbraz eine Galerie errichtet, um die gefürchtete Gasteltobellawine zu entschärfen.

  • Standortgerechte Bepflanzungen und Wiederaufforstungen sollten dazu beitragen, die entstandenen Wunden in der Landschaft zu heilen. Die Planung der Landschaftsarchitekten umfasste 170.000 m² Bepflanzungsfläche, 75.000 m² Ansaat und 91.000 Steckholzpflanzen an der Alfenz.

    Standortgerechte Bepflanzungen und Wiederaufforstungen sollten dazu beitragen, die entstandenen Wunden in der Landschaft zu heilen. Die Planung der Landschaftsarchitekten umfasste 170.000 m² Bepflanzungsfläche, 75.000 m² Ansaat und 91.000 Steckholzpflanzen an der Alfenz.

Wahlen in 34 Gemeinden des Landes verfassungswidrig

Wiederholung der Gemeindevertretungswahlen von 1980


Veröffentlicht am 18.01.2020 von Harald Eberle.


Die Gemeindevertretungswahl im Jahr 1980 wurde von einem damals vorübergehend in Doren wohnhaften Mann angefochten. Diese Anfechtung löste eine Lawine von Problemen aus. Der Verfassungsgerichtshof prüfte den Fall und ließ die bis dahin in vielen Vorarlberger Gemeinden praktizierte Mehrheits- bzw. Persönlichkeitswahl als verfassungswidrig aufheben. In den 34 betroffenen Gemeinden musste die Wahl daher im Jahr 1984 wiederholt und ab 1985 als Listenwahl praktiziert werden. Nach einer Novelle des Bundesverfassungsgesetzes im Jahr 2000 wurde das Mehrheitswahlverfahren aber wieder eingeführt und kommt seither wieder in mehreren Gemeinden zur Anwendung.

  • Paul Feurle (im Bild links) wurde durch die Wahlwiederholung innerhalb von fünf Jahren dreimal zum Bürgermeister von Doren gewählt.

    Paul Feurle (im Bild links) wurde durch die Wahlwiederholung innerhalb von fünf Jahren dreimal zum Bürgermeister von Doren gewählt.

  • Gelassen sehen konnte man die Wahlwiederholung im Gemeindeamt Hittisau. Bezau und Hittisau waren die einzigen Gemeinden im Bregenzerwald, wo die Wahl nicht wiederholt werden musste.

    Gelassen sehen konnte man die Wahlwiederholung im Gemeindeamt Hittisau. Bezau und Hittisau waren die einzigen Gemeinden im Bregenzerwald, wo die Wahl nicht wiederholt werden musste.

  • Unter Federführung von Dr. Anton Sutterlüty (Egg) setzten sich die Vorarlberger Bürgermeister bei Bundeskanzler Sinowatz für die Wiedereinführung des Mehrheitswahlrechts ein.

    Unter Federführung von Dr. Anton Sutterlüty (Egg) setzten sich die Vorarlberger Bürgermeister bei Bundeskanzler Sinowatz für die Wiedereinführung des Mehrheitswahlrechts ein.

  • LH Keßler befürchtete, dass sich weniger Personen für die Kommunalpolitik engagieren lassen, da sie sie nicht bereit sind, „sich der parteipolitischen Auseinandersetzung zu stellen“.

    LH Keßler befürchtete, dass sich weniger Personen für die Kommunalpolitik engagieren lassen, da sie sie nicht bereit sind, „sich der parteipolitischen Auseinandersetzung zu stellen“.

  • Eine andere Haltung hatte die SPÖ. LAbg. Dr. Arnulf Häfele argumentierte, dass das Mehrheitswahlrecht eher mit dem Zensus-Wahlrecht zusammenhinge und eine „Karikatur des Persönlichkeitswahlrechts“ darstelle.

    Eine andere Haltung hatte die SPÖ. LAbg. Dr. Arnulf Häfele argumentierte, dass das Mehrheitswahlrecht eher mit dem Zensus-Wahlrecht zusammenhinge und eine „Karikatur des Persönlichkeitswahlrechts“ darstelle.

  • Wahlplakat der offenen Bürgerliste Dornbirn aus dem Jahr 1985.

    Wahlplakat der offenen Bürgerliste Dornbirn aus dem Jahr 1985.

Kinogeschichte

Vom Kinomatograph zum Multiplex-Kinocenter


Veröffentlicht am 16.01.2020 von Simone Drechsel.


Der 28 Dezember 1895 gilt als Geburtsstunde des Kinos. Die erste Filmvorführung in Vorarlberg könnte am 20. Januar 1898 in Forster’s Restaurant in Bregenz stattgefunden haben. In der Anfangszeit war es üblich, dass die Filme in Gaststätten oder Sälen gespielt wurden, auch waren die Vorführung nicht täglich oder regelmäßig. Am 29. Dezember 1910 wurde der Saalbau in Feldkirch dann als erstes ständiges Kino adaptiert und am 2. August 1930 wurde im Bregenzer Forstersaal das erste Tonkino eröffnet. Der erste als Kino erbaute Zweckbau, die Weltlichtspiele in Dornbirn, wurde am 4. Dezember 1936 in Betrieb genommen. 1962 gab es noch 19 Kinos in Vorarlberg, seither hat die Zahl stark abgenommen.

  • Das Saalbaugebäude in Feldkirch war ursprünglich als Theater geplant, bot aber schon 1908 erste „sprechende, singende und musizierende Bilder“ an. 1909/10 wurden dann die Saalbaulichtspiele Feldkirch gegründet.

    Das Saalbaugebäude in Feldkirch war ursprünglich als Theater geplant, bot aber schon 1908 erste „sprechende, singende und musizierende Bilder“ an. 1909/10 wurden dann die Saalbaulichtspiele Feldkirch gegründet.

  • Die Lichtspiele im Gasthaus „Sonne“ in Hard wurden von 1925 bis 1968 vom Katholischen Arbeiterverein betrieben. Die Schließung erfolgte aus mangelnder Rentabilität.

    Die Lichtspiele im Gasthaus „Sonne“ in Hard wurden von 1925 bis 1968 vom Katholischen Arbeiterverein betrieben. Die Schließung erfolgte aus mangelnder Rentabilität.

  • Im Forsterkino in Bregenz fand am 22.2.1931 die erste Farbfilmvorführung statt. Gezeigt wurde ein Musikfilm aus dem Jahr 1930, „Der König der Vagabunden“.

    Im Forsterkino in Bregenz fand am 22.2.1931 die erste Farbfilmvorführung statt. Gezeigt wurde ein Musikfilm aus dem Jahr 1930, „Der König der Vagabunden“.

  • Das Bludenzer Kino „Cinema S“ geht auf das 1927 gegründete Invalidenkino Bludenz zurück, dass bis 1997 vom Invalidenverband betrieben wurde. Seit 2009 lautet der Name „Kino Bludenz“.

    Das Bludenzer Kino „Cinema S“ geht auf das 1927 gegründete Invalidenkino Bludenz zurück, dass bis 1997 vom Invalidenverband betrieben wurde. Seit 2009 lautet der Name „Kino Bludenz“.

  • Das Cineplexx in Hohenems (Eröffnung 11.12.1998) stellte 2008 von der analogen zur digitalen Projektion um.

    Das Cineplexx in Hohenems (Eröffnung 11.12.1998) stellte 2008 von der analogen zur digitalen Projektion um.

Brückeneinsturz in Lustenau

Die Tragödie vom 18. Mai 1982


Veröffentlicht am 01.01.2020 von Simone Drechsel.


Seit den frühen Morgenstunden war mit der Betonierung eines 40 Meter langen Mittelstückes für die neue Rheinbrücke zwischen Lustenau und Höchst begonnen worden als um 14 Uhr 50 das Schalgerüst zusammenbrach und siebzehn Arbeiter mit sich in den Rhein riss. Bis auf zwei Arbeiter konnten alle, entweder aus eigener Kraft oder durch Helfer, gerettet werden. Als Unglücksursache wurde vermutet, dass ein aus Holzpfählen bestehender Hilfspfeiler dem Druck nicht standgehalten haben dürfte. Da die Gefahr bestand, dass sich durch Trümmer und abgesacktes Baumaterial der Wasserverlauf und die Flusssohle verändere und die restlichen Pfeiler unterspüle, wurde die alte Brücke vorsorglich gesperrt.

  • Für den Brückenneubau war die alte Stahlbogenbrücke auf Behelfspfeiler flussaufwärts verschoben worden. So konnte der Verkehr aufrechterhalten werden.

    Für den Brückenneubau war die alte Stahlbogenbrücke auf Behelfspfeiler flussaufwärts verschoben worden. So konnte der Verkehr aufrechterhalten werden.

  • Die neue Betonbrücke sollte auf den Steinpfeilern der alten Stahlbrücke ruhen.

    Die neue Betonbrücke sollte auf den Steinpfeilern der alten Stahlbrücke ruhen.

  • Die Aufräumarbeiten gestalteten sich wegen des mittlerweile verhärteten Betons schwierig.

    Die Aufräumarbeiten gestalteten sich wegen des mittlerweile verhärteten Betons schwierig.

  • Die Aufnahme vom 28. Februar 1984 zeigt letzte Demontagearbeiten an der alten Rheinbrücke.

    Die Aufnahme vom 28. Februar 1984 zeigt letzte Demontagearbeiten an der alten Rheinbrücke.

  • Aufnahme der alten Rheinbrücke zwischen Höchst und Lustenau aus dem Jahr 1976.

    Aufnahme der alten Rheinbrücke zwischen Höchst und Lustenau aus dem Jahr 1976.

Norbert Bertolini

Fotograf, Bergsteiger, Autoliebhaber


Veröffentlicht am 30.12.2019 von Simone Drechsel.


Norbert Bertolini, geboren am 6. Mai 1899 als zweiter Sohn von Arthur Bertolini und Marie, geb. Rhomberg, konnte sich dank einer begüterten Familie und der Heirat einer reichen Kaufmannstochter, diese teuren Hobbies bis zu seinem Tod 1982 leisten. Denn der Familie war es gelungen, das Geschäftshaus am Leutbühel durch zwei Weltkriege und eine Weltwirtschaftskrise zu bringen. Weniger gut meinte es das Schicksal mit den Familienangehörigen. Norbert, selber Soldat in den Kriegen, verlor in jedem je einen Bruder.

  • Werner Schlegel und Norbert Bertolini in dessen BMW 3/15 PS DA3 Typ Wartburg in der Gegend von Oberstaufen, 1931.

    Werner Schlegel und Norbert Bertolini in dessen BMW 3/15 PS DA3 Typ Wartburg in der Gegend von Oberstaufen, 1931.

  • Am 3. Juni 1913 starb seine Mutter Marie. Sein Bruder Hubert, Einjährig-Freiwilliger im 3. TKJ, rückte 1915 ins Feld und gilt seit einem Patrouillengang am Pasubio 1916 als vermisst. 1919 wurde er für tot erklärt.

    Am 3. Juni 1913 starb seine Mutter Marie. Sein Bruder Hubert, Einjährig-Freiwilliger im 3. TKJ, rückte 1915 ins Feld und gilt seit einem Patrouillengang am Pasubio 1916 als vermisst. 1919 wurde er für tot erklärt.

  • Am 13. Oktober 1930 heiratete Norbert Bertolini Eleonore Stückle in Ulm. Die Ehe der beiden blieb kinderlos.

    Am 13. Oktober 1930 heiratete Norbert Bertolini Eleonore Stückle in Ulm. Die Ehe der beiden blieb kinderlos.

  • Familie Bertolini in Schwarzenberg, 1935. Norbert, sein Vater Arthur, Eleonore, seine Stiefbrüder Karl Hubert und Helmut Ludwig, sowie seine Stiefmutter Karolina, geb. Bergmüller. Helmut Ludwig fällt gegen Ende des Zweiten Weltkrieges.

    Familie Bertolini in Schwarzenberg, 1935. Norbert, sein Vater Arthur, Eleonore, seine Stiefbrüder Karl Hubert und Helmut Ludwig, sowie seine Stiefmutter Karolina, geb. Bergmüller. Helmut Ludwig fällt gegen Ende des Zweiten Weltkrieges.

  • Norbert Bertolini mit Ingo Rhomberg, Lothar Rüsch und Hermann Rhomberg vor der Biberacher Hütte, 1916.

    Norbert Bertolini mit Ingo Rhomberg, Lothar Rüsch und Hermann Rhomberg vor der Biberacher Hütte, 1916.

Brigantium

Die Römer in Bregenz


Veröffentlicht am 27.12.2019 von Simone Drechsel.


Der Fabrikant Samuel Jenny war der erste, der ab 1864 das Ölrainplateau nach archäologischen Gesichtspunkten erforschte. Hier hatten die Römer ein erstes Kastell mit einem dazugehörigen Lagerdorf errichtet. Als das Kastell im Laufe des 1. Jh. n. Chr. aufgelassen wurde, entwickelte sich aus dem Lagerdorf eine stadtähnliche Siedlung, die bald zum einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt und Handelszentrum aufstieg. Im späten 3. Jh. wurde die Siedlung auf den besser zu verteidigenden Hügel der Oberstadt verlegt. Das Hafenkastell am Leutbühel, das bei Bauarbeiten in den 1960er und 1970er Jahren zum Vorschein kam, wurde unter Kaiser Valentinian I. errichtet.

  • Römische Ausgrabung im Trüdinger’schen Anwesen, 1902. Die Grundmauern der Villa am Steinbühel sind heute noch bei der Einfahrt in den Citytunnel sichtbar.

    Römische Ausgrabung im Trüdinger’schen Anwesen, 1902. Die Grundmauern der Villa am Steinbühel sind heute noch bei der Einfahrt in den Citytunnel sichtbar.

  • Das Gräberfeld lag zwischen dem östlichen Ende des Ölrainplateaus und dem Altstadthügel. Bis zu 1075 Grabstätten konnten erforscht werden.

    Das Gräberfeld lag zwischen dem östlichen Ende des Ölrainplateaus und dem Altstadthügel. Bis zu 1075 Grabstätten konnten erforscht werden.

  • Römische Ausgrabungen am Sennbühel. Seit 2017 sind alle römischen Ausgrabungen in Bregenz digital erfasst und über einen interaktiven Stadtplan abrufbar.

    Römische Ausgrabungen am Sennbühel. Seit 2017 sind alle römischen Ausgrabungen in Bregenz digital erfasst und über einen interaktiven Stadtplan abrufbar.

  • Landesmuseumsdirektor Elmar Vonbank (1.v.r.) bei den Ausgrabungen am Leutbühel 1972.

    Landesmuseumsdirektor Elmar Vonbank (1.v.r.) bei den Ausgrabungen am Leutbühel 1972.

  • Samuel Jenny ließ Nachbildungen alter römischer Straßensteine mit der Inschrift „Brigantium ad Rhenum“ bei der ehemaligen römischen Heerstraße aufstellen.

    Samuel Jenny ließ Nachbildungen alter römischer Straßensteine mit der Inschrift „Brigantium ad Rhenum“ bei der ehemaligen römischen Heerstraße aufstellen.

Vorarlbergs Friedhöfe

Orte des Trauerns und des Gedenkens


Veröffentlicht am 23.12.2019 von Simone Drechsel.


Friedhöfe, mitunter die ältesten Zeugnisse der menschlichen Zivilisation, sind mehr als nur Orte, an dem Verstorbene bestattet werden. Sie erfüllen sowohl individuelle als auch kollektive Funktionen, die je nach Kultur anders ausfallen. Die Juden legen kleine Steine als Zeichen des Gedenkens auf das Grabmal, während katholische Gräber mit Blumen geschmückt werden. Durch die Verlagerung des Totengedenkens in den privaten Raum, verlieren diese öffentlichen Grabstätten immer mehr an Bedeutung. In Vorarlberg gibt es die unterschiedlichsten Friedhöfe und viele von ihnen stehen wegen ihrer kulturellen Bedeutung unter Denkmalschutz.

  • 2012 konnte der islamische Friedhof in Altach eröffnet werden. Da im Islam die Bestattung Richtung Mekka vorgeschrieben ist, sind alle Grabstelen gleich ausgerichtet.

    2012 konnte der islamische Friedhof in Altach eröffnet werden. Da im Islam die Bestattung Richtung Mekka vorgeschrieben ist, sind alle Grabstelen gleich ausgerichtet.

  • 1617 wies Graf Kaspar den Juden ein kleines Stück Land am Schwefelberg als Begräbnisstätte zu. Bis heute haben sich 370 Grabsteine erhalten.

    1617 wies Graf Kaspar den Juden ein kleines Stück Land am Schwefelberg als Begräbnisstätte zu. Bis heute haben sich 370 Grabsteine erhalten.

  • Der kleine Klosterfriedhof des Gallusstiftes wurde 1913 angelegt. Neben in Bregenz verstorbenen Konventualen wurde hier auch der Gründerabt Augustinus Rothenflue beigesetzt.

    Der kleine Klosterfriedhof des Gallusstiftes wurde 1913 angelegt. Neben in Bregenz verstorbenen Konventualen wurde hier auch der Gründerabt Augustinus Rothenflue beigesetzt.

  • Der 1876 angelegte Valduna Friedhof in Rankweil wurde 1998 stillgelegt, mit einer Ausnahme: der Friedhof der ungeborenen Kinder. Hier befindet sich auch Wehrmachtsfriedhof und ein russischer Teil.

    Der 1876 angelegte Valduna Friedhof in Rankweil wurde 1998 stillgelegt, mit einer Ausnahme: der Friedhof der ungeborenen Kinder. Hier befindet sich auch Wehrmachtsfriedhof und ein russischer Teil.

  • Die alte evangelische Pfarrkirche in Feldkirch Levis wurde 1870 erbaut und 1981 zur Leichenhalle umgestaltet. Auf dem Friedhof befindet sich die Grabstätte von John Sholto Douglass.

    Die alte evangelische Pfarrkirche in Feldkirch Levis wurde 1870 erbaut und 1981 zur Leichenhalle umgestaltet. Auf dem Friedhof befindet sich die Grabstätte von John Sholto Douglass.

Weihnachtskrippen

Eine Darstellung der Geburt Jesu aus der Weihnachtsgeschichte


Veröffentlicht am 12.12.2019 von Simone Drechsel.


Die 1562 von den Prager Jesuiten aufgestellte Weihnachtsdarstellung kann als erste Nennung einer Krippe im heutigen Sinne angesehen werden. Durch die Verbote von Krippen in öffentlichen Gebäuden und Kirchen unter Maria Theresia und Josef II. erhielten sie Einzug in die privaten Häuser, wo sie auch nach Aufhebung der Verbote blieben. Bis im 19. Jahrhundert der Christbaum aufkam, standen sie im Zentrum der weihnachtlichen Feierlichkeiten. Gleichzeitig kam aber die serielle Herstellung der Figuren aus billigerem Material auf und so konnten sich auch ärmere Familien eine Krippe leisten.

  • Die Hauptfiguren einer jeden Krippe sind das Jesuskind in der Krippe, Maria und Josef. Ergänzt werden sie noch durch die drei Weisen, einem Verkündigungsengel und Tieren.

    Die Hauptfiguren einer jeden Krippe sind das Jesuskind in der Krippe, Maria und Josef. Ergänzt werden sie noch durch die drei Weisen, einem Verkündigungsengel und Tieren.

  • In den alpenländischen Heimatkrippen lassen die Schöpfer ihre eigene Heimat in das Landschaftsbild miteinfließen.

    In den alpenländischen Heimatkrippen lassen die Schöpfer ihre eigene Heimat in das Landschaftsbild miteinfließen.

  • Die häufigste und bekannteste Krippenszene ist die Darstellung der Geburt Jesu, oft mit der Anbetung durch die drei Weisen aus dem Morgenland.

    Die häufigste und bekannteste Krippenszene ist die Darstellung der Geburt Jesu, oft mit der Anbetung durch die drei Weisen aus dem Morgenland.

  • Die Weihnachtskrippen sind zu einem ein wesentlichen Bestandteil der heimischen Volkskunst geworden.

    Die Weihnachtskrippen sind zu einem ein wesentlichen Bestandteil der heimischen Volkskunst geworden.

  • Das Krippenbauen hat in Vorarlberg eine rege Tradition. Die jährlich angebotenen Kurse erfreuen sich einer großen Beliebtheit.

    Das Krippenbauen hat in Vorarlberg eine rege Tradition. Die jährlich angebotenen Kurse erfreuen sich einer großen Beliebtheit.

Das Nibelungenlied

Ein mittelalterliches Heldenepos


Veröffentlicht am 05.12.2019 von Simone Drechsel.


Die Hohenemser Grafen dürften im 15 oder 16. Jahrhundert die beiden Nibelungen-Handschriften A und C erworben haben. Deren Wiederentdeckung erfolgte 1755 durch den Lindauer Arzt Jacob Hermann Obereit, der bei einem Bibliotheksbesuch auf die Handschrift A stieß. Jahre später, 1779 wurde dann auch die Handschrift A entdeckt. Beide kamen 1803 nach Bistrau, wo die Enkelin des letzten Emser Grafen lebte und die schenkte sie 1807 ihrem Advokaten Dr. Schuster. Heute befinden sie sich in der Bayerischen Staatsbibliothek und der Badischen Landesbibliothek. Zusammen mit der Handschrift B, die sich in der Stiftsbibliothek St. Gallen befindet, zählen sie seit 2009 zum UNESCO Weltdokumentenerbe.

  • Heute erinnern in Hohenems ein Nibelungenmuseum und der Nibelungenbrunnen vor dem Palast an den Fundort.

    Heute erinnern in Hohenems ein Nibelungenmuseum und der Nibelungenbrunnen vor dem Palast an den Fundort.

  • Der Hohenemser Bürgermeister Otto Amann bei der Eröffnung der Nibelungen-Ausstellung 1979.

    Der Hohenemser Bürgermeister Otto Amann bei der Eröffnung der Nibelungen-Ausstellung 1979.

  • Das Lied gliedert sich in zwei Teile. Wobei der Erste die Ehe Kriemhilds mit Siegfried und dessen Tod beinhaltet, während im Zweiten die Rache Kriemhilds dominiert.

    Das Lied gliedert sich in zwei Teile. Wobei der Erste die Ehe Kriemhilds mit Siegfried und dessen Tod beinhaltet, während im Zweiten die Rache Kriemhilds dominiert.

  • Das mittelhochdeutsche Nibelungenlied ist die bekannteste schriftliche Fixierung der Nibelungensage. Wohl um 1200 im Raum Passau entstanden.

    Das mittelhochdeutsche Nibelungenlied ist die bekannteste schriftliche Fixierung der Nibelungensage. Wohl um 1200 im Raum Passau entstanden.

Die Langenerstraße

bequem vom Allgäu ins Rheintal


Veröffentlicht am 25.11.2019 von Harald Eberle.


Bereits im Jahr 1765 wurde eine Straße zwischen Weiler-Simmerberg über Langen-Stehlen und Fluh nach Bregenz erbaut, um den Salztransport aus dem Allgäu ins Rheintal zu ermöglichen. Im Jahr 1880 fasste die Gemeinde Langen den Beschluss, diese Trasse ins Wirtatobel zu verlegen. Damit sollten starke Gefälle vermieden und ein besserer Anschluss an die Bahnlinie Weiler – Röthenbach erreicht werden. Der Bau erwies sich als schwierig, mussten doch zahlreiche Klüfte und Hänge überwunden werden. Die so entstandene Straße wurde zwischen 1960 und 1982 weiter ausgebaut und stellt heute eine wichtige Verbindung zwischen dem Allgäu und dem Rheintal dar.

  • Um 1904 wurde die erste Wirtatobelbrücke fertiggestellt.

    Um 1904 wurde die erste Wirtatobelbrücke fertiggestellt.

  • Mit dem Neubau der Wirtatobelbrücke im Jahr 1952 wurde auch die Straße durch das Tobel verbreitert.

    Mit dem Neubau der Wirtatobelbrücke im Jahr 1952 wurde auch die Straße durch das Tobel verbreitert.

  • Diese Aufnahme aus 1930 zeigt das Westportal des alten Wirtatobeltunnels.

    Diese Aufnahme aus 1930 zeigt das Westportal des alten Wirtatobeltunnels.

  • Das Ostportal des alten Wirtatobeltunnels mit einem Schutzdach aus Holz.

    Das Ostportal des alten Wirtatobeltunnels mit einem Schutzdach aus Holz.

  • Nach 20-jährigem Trassenstreit wurde der Abschnitt Langen - Fischanger im Jahr 1923 erbaut.

    Nach 20-jährigem Trassenstreit wurde der Abschnitt Langen - Fischanger im Jahr 1923 erbaut.

  • In den Jahren 1976 bis 1980 wurde das Baulos „Herzenmoos“ ausgebaut. Aufgrund der schwierigen geologischen Verhältnisse waren umfangreiche Sicherungen notwendig.

    In den Jahren 1976 bis 1980 wurde das Baulos „Herzenmoos“ ausgebaut. Aufgrund der schwierigen geologischen Verhältnisse waren umfangreiche Sicherungen notwendig.

Käseland Vorarlberg

Ein Produkt und seine Geschichte


Veröffentlicht am 22.11.2019 von Simone Drechsel.


Die erste urkundliche Erwähnung einer Käseherstellung im Montafon stammt aus dem Jahr 1240, als ein jährlicher Käsezins an das Domkapitel in Chur abgeliefert werden musste. Unter den Habsburgern etablierte es sich, dass die Bauern Butterschmalz und Butter an die Verwaltung und den Adel abzuliefern hatten. Beides fiel bei der Erzeugung von Sauermilchkäse in großen Mengen an. Als sich ab dem 17. Jh. die Hartkäseproduktion immer mehr aufkam, gingen diese entsprechend zurück. Der Hartkäse setzte sich durch, da er lagerfähiger und besser transportierbar war. Ende 19., Beginn 20. Jh. wurden die ersten Käse nach Italien und Deutschland vermarkte.

  • Mit einem Käseleinen wird der Käsebruch von der Molke getrennt. Der Sennkessel wird noch mit Holz angefeuert.

    Mit einem Käseleinen wird der Käsebruch von der Molke getrennt. Der Sennkessel wird noch mit Holz angefeuert.

  • Die Kelten brachten den „Käsker“ nach Vorarlberg. Der rätoromanische Ausdruck bezeichnet die Form, in der die Käsemasse im Alpbetrieb ausgepresst wird.

    Die Kelten brachten den „Käsker“ nach Vorarlberg. Der rätoromanische Ausdruck bezeichnet die Form, in der die Käsemasse im Alpbetrieb ausgepresst wird.

  • Blick in die Sennerei der Oberen Hirschbergalpe bei Bizau.

    Blick in die Sennerei der Oberen Hirschbergalpe bei Bizau.

  • Käselager auf der Oberen Hirschbergalpe bei Bizau. Bereits im 17. Jh. entstanden der typische Alp- und Bergkäse.

    Käselager auf der Oberen Hirschbergalpe bei Bizau. Bereits im 17. Jh. entstanden der typische Alp- und Bergkäse.

  • Auf dem 8 Kilometer langen Käsewanderweg Pfänder-Eichenberg vermitteln 12 Tafeln Wissenswertes über die Erzeugung des Vorarlberger Käses.

    Auf dem 8 Kilometer langen Käsewanderweg Pfänder-Eichenberg vermitteln 12 Tafeln Wissenswertes über die Erzeugung des Vorarlberger Käses.

Ein Meilenstein für die Illwerke

Kops I


Veröffentlicht am 14.11.2019 von Thomas Feurstein.


Als 2012 die Illwerke das Speicherkraftwerk Kops II eröffneten, erinnerten sich noch so manche „Illwerkler“ an den Bau von Kops I in den 1960er Jahren. Mit 614 Metern Gesamtlänge, einer größten Höhe von 122 Meter und einer Betonkubatur on 663.000 m² war die Staumauer von Kops damals die größte fertiggestellte Staumauer Österreichs. Im Stausee finden 44 Millionen m³ Wasser Platz. Den Baumaßnahmen kam zugute, dass die natürlichen Landschaftsformen die Talsperre begünstigen. Ein hocheiszeitlicher Eisstrom hatte ein Becken geschaffen, das nun durch eine Staumauer vergrößert wurde.

  • Um die benötigten Betonmengen herstellen zu können, musste ein Betonturm errichtet werden, mit dem pro Tag 4.000 m³ Beton hergestellt werden konnten.

    Um die benötigten Betonmengen herstellen zu können, musste ein Betonturm errichtet werden, mit dem pro Tag 4.000 m³ Beton hergestellt werden konnten.

  • Die Voraussetzungen für einen Ausbau der Wasserkraft an der Ill wurden 1970 in der Zeitschrift für Elektrizitätswirtschaft zusammenfasst: reichliche Niederschläge, das außerordentlich hohe Gefälle und die in großer Höhenlage günstig gelegenen Speicherräume.

    Die Voraussetzungen für einen Ausbau der Wasserkraft an der Ill wurden 1970 in der Zeitschrift für Elektrizitätswirtschaft zusammenfasst: reichliche Niederschläge, das außerordentlich hohe Gefälle und die in großer Höhenlage günstig gelegenen Speicherräume.

  • Die Gegend um das Zeinisjoch war bereits in den 1920er Jahren ein beliebtes Ziel für Skiläufer. Sogar der Skipionier Oberst Georg Bilgeri, nach dem die Kaserne in Bregenz benannt ist, kam mit den Skikursen des Österreichischen Bundesheers hierher.

    Die Gegend um das Zeinisjoch war bereits in den 1920er Jahren ein beliebtes Ziel für Skiläufer. Sogar der Skipionier Oberst Georg Bilgeri, nach dem die Kaserne in Bregenz benannt ist, kam mit den Skikursen des Österreichischen Bundesheers hierher.

  • Das Zeinisjoch ist heute ein beliebter Pass für Radfahrer, stellt es doch eine von Autos nicht befahrbare Alternative zum Übergang auf der Bieler Höhe dar.

    Das Zeinisjoch ist heute ein beliebter Pass für Radfahrer, stellt es doch eine von Autos nicht befahrbare Alternative zum Übergang auf der Bieler Höhe dar.

  • Die Schwabenkinder, die sich aus dem Paznauntal auf den Weg zu ihren Arbeitsplätzen am Bodensee machten, mussten das Zeinisjoch überqueren, wo sie sich von ihren Eltern verabschiedeten.

    Die Schwabenkinder, die sich aus dem Paznauntal auf den Weg zu ihren Arbeitsplätzen am Bodensee machten, mussten das Zeinisjoch überqueren, wo sie sich von ihren Eltern verabschiedeten.

Das Zunftwesen

Vereinigung Vorarlberger Handwerker


Veröffentlicht am 06.11.2019 von Simone Drechsel.


Die ersten Zünfte in Vorarlberg lassen sich gegen Ende des 15. Jh. nachweisen. So dürfte die Großhammerzunft ihren Ursprung in einer 1479 gegründeten Bruderschaft haben. Da die Zünfte das Recht zur Ausübung eines Handwerkes vergaben, musste man einer angehören. Dies verhinderte u. a. eine freie Konkurrenz, die Bildung von Großbetrieben und förderte die Gleichheit, die Handwerkskenntnisse und die Kontrolle der Waren und Preise. Mit den sich ändernden Wirtschaftsverhältnissen wurden sie immer mehr zu einem Hemmnis für den Fortschritt und die Produktivität. Im 19. Jh. verloren sie durch gesetzliche Eingriffe an Macht und lösten sich größtenteils auf.

  • 1651 gründete Michael Beer die „Auer Laadt“, die zu einer der größten im Land wurde. In ihr waren Maurer, Zimmerleute und Steinmetze eingeschrieben.

    1651 gründete Michael Beer die „Auer Laadt“, die zu einer der größten im Land wurde. In ihr waren Maurer, Zimmerleute und Steinmetze eingeschrieben.

  • Zunftzeichen der ehrsamen Maurer und Steinhauer Zunft. Die Zeichen symbolisierten das Berufs- und Gemeinschaftsverständnis.

    Zunftzeichen der ehrsamen Maurer und Steinhauer Zunft. Die Zeichen symbolisierten das Berufs- und Gemeinschaftsverständnis.

  • Zunftlade mit Meisterbuch. Der Zunftmeister und der Lademeister hatten je einen Schlüssel zu der Truhe, d.h. sie konnte nur von beiden gemeinsam geöffnet werden.

    Zunftlade mit Meisterbuch. Der Zunftmeister und der Lademeister hatten je einen Schlüssel zu der Truhe, d.h. sie konnte nur von beiden gemeinsam geöffnet werden.

  • Meisterbrief von Maurergesell Adam Hummer aus Frastanz von 1819. Jeder Meister ersuchte um möglichste rasche Aufnahme in die Zunft.

    Meisterbrief von Maurergesell Adam Hummer aus Frastanz von 1819. Jeder Meister ersuchte um möglichste rasche Aufnahme in die Zunft.

  • Steinmetz Lorenz Schmied. Wer ohne Recht einer Zunft als Handwerker arbeitete, wurde als Bönhase verfolgt.

    Steinmetz Lorenz Schmied. Wer ohne Recht einer Zunft als Handwerker arbeitete, wurde als Bönhase verfolgt.

Schrägaufzug Golm

Latschau – Matschwitz – Golm


Veröffentlicht am 30.10.2019 von Simone Drechsel.


Um den Personen- und Güterverkehr für den Bau von Druckrohren zwischen dem Lünersee und Latschau zu bewerkstelligen, errichtete die Vorarlberger Illwerke AG 1956 einen Schrägaufzug. Bereits im März 1958 berichtete die VN über eine mögliche touristische Freigabe der Golmerbahn für die anstehende Wintersaison. Doch die Wintersportfreunde mussten sich noch ein Jahr gedulden. Erst am 19. Dezember 1959 war es soweit, die Bahn und die damit auch das Skigebiet konnten in Betrieb genommen werden. Am ersten Tag wurden 221 Personen befördert.

  • Das Lünerseewerk wurde zwischen 1954 und 1958 errichtet und war bei Fertigstellung das leistungsstärkste Pumpspeicherwerk der Welt.

    Das Lünerseewerk wurde zwischen 1954 und 1958 errichtet und war bei Fertigstellung das leistungsstärkste Pumpspeicherwerk der Welt.

  • 1988 übernahmen die Illwerke auch die angrenzende Sesselbahn. 1995 wurden diese und der Schrägaufzug durch eine Achter-Kabinen-Bahn ersetzt.

    1988 übernahmen die Illwerke auch die angrenzende Sesselbahn. 1995 wurden diese und der Schrägaufzug durch eine Achter-Kabinen-Bahn ersetzt.

  • Bergstation der Golmerbahn. Als Schrägaufzug wird ein Personen- oder Lastenzug mit einer geneigten Fahrbahn zur Überwindung einer Höhendistanz bezeichnet.

    Bergstation der Golmerbahn. Als Schrägaufzug wird ein Personen- oder Lastenzug mit einer geneigten Fahrbahn zur Überwindung einer Höhendistanz bezeichnet.

  • Umgangssprachlich werden aber auch Standseilbahnen mit nur einer Kabine als Schrägaufzug bezeichnet.

    Umgangssprachlich werden aber auch Standseilbahnen mit nur einer Kabine als Schrägaufzug bezeichnet.

  • Mittelstation Matschwitz. Matschwitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Tschagguns mit rund 20 Häuser, die hauptsächlich als Ferienhäuser genutzt werden.

    Mittelstation Matschwitz. Matschwitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Tschagguns mit rund 20 Häuser, die hauptsächlich als Ferienhäuser genutzt werden.

Johannes Nepomuk

Brückenheiliger und Patron des Beichtgeheimnisses


Veröffentlicht am 28.10.2019 von Simone Drechsel.


Er wurde um 1350 in Pomuk als Johannes Welflin oder Wolfflin geboren und 1380 zum Priester geweiht. In seiner Funktion als erzbischöflicher Beamter wurde er in die machtpolitischen Auseinandersetzungen zwischen König Wenzel IV und Erzbischof Johannes Jenstein von Prag hineingezogen. Im weiteren Verlauf wurde er verhaftet, gefoltert und schließlich von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt und ertränkt. Schon kurz darauf wurde er als Märtyrer bezeichnet und 1792 sprach ihn Papst Benedikt XIII. heilig

  • Er wird bei Wasser- und Reisgefahren, Zungenleiden, Verleumdungen, Gefährdungen von Diskretion und Ehre angerufen. Nepomuk-Brunnen in Bludenz.

    Er wird bei Wasser- und Reisgefahren, Zungenleiden, Verleumdungen, Gefährdungen von Diskretion und Ehre angerufen. Nepomuk-Brunnen in Bludenz.

  • Obwohl nicht offiziell installiert, war er zur Barockzeit der „Staatsheilige“ des Habsburgerreiches und daher auch Patron zahlreicher Kirchen und Kapellen. Nepomuk Kapelle in Bregenz

    Obwohl nicht offiziell installiert, war er zur Barockzeit der „Staatsheilige“ des Habsburgerreiches und daher auch Patron zahlreicher Kirchen und Kapellen. Nepomuk Kapelle in Bregenz

  • Der 16. Mai ist der Festtag des heiligen Johannes Nepomuk. Pfarrkirche St. Johannes von Nepomuk in Doren.

    Der 16. Mai ist der Festtag des heiligen Johannes Nepomuk. Pfarrkirche St. Johannes von Nepomuk in Doren.

  • Die Statuen stellen ihn gern als kurbärtigen Kleriker mit einem Kreuz in der Hand dar. Bildstockfigur auf dem Hohenemser Schlossplatz aus dem Spätbarock.

    Die Statuen stellen ihn gern als kurbärtigen Kleriker mit einem Kreuz in der Hand dar. Bildstockfigur auf dem Hohenemser Schlossplatz aus dem Spätbarock.

  • Auf Grund seines Todes wird er als Brückenheiliger verehrt und so stehen seine Statuen häufig auf oder neben Brücken, wie hier an der L29 bei Egg.

    Auf Grund seines Todes wird er als Brückenheiliger verehrt und so stehen seine Statuen häufig auf oder neben Brücken, wie hier an der L29 bei Egg.

Fritz Mayer

Der „rote“ Bürgermeister von Bregenz


Veröffentlicht am 24.10.2019 von Thomas Feurstein.


Wenn in Bregenz bei den Landtagswahlen 2019 die SPÖ mit 17% noch immer eine große Stammwählerschaft hat, erinnert das an Zeiten als Bregenz einen „roten“ Bürgermeister wählte. Fritz Mayer (1933 – 1988) wurde 1970 Bürgermeister von Bregenz und blieb es bis 1988. Zudem war er langjähriges Mitglied des Vorarlberger Landtags und auch Landesparteivorsitzender der Sozialisten. Für seine Verdienste um die Entwicklung der Stadt Bregenz wurde er zu deren Ehrenbürger ernannt und der Vorplatz des Bregenzer Bahnhofs wurde nach ihm benannt.

  • Fritz Mayer 1976 beim Durchschlag des Pfändertunnels. Das Beharren seines Vorgängers Karl Tizian auf der Autobahnvariante am See hatte 1970 zu einem überraschenden Wahlerfolg Mayers geführt. Mayer hatte im Gegensatz zur Landesregierung immer auf eine Tunnelvariante gesetzt

    Fritz Mayer 1976 beim Durchschlag des Pfändertunnels. Das Beharren seines Vorgängers Karl Tizian auf der Autobahnvariante am See hatte 1970 zu einem überraschenden Wahlerfolg Mayers geführt. Mayer hatte im Gegensatz zur Landesregierung immer auf eine Tunnelvariante gesetzt

  • Grundsteinlegung zum neuen Festspielhaus im Juli 1976: v.l.n.r.: Herbert Kessler, Albert Fuchs Fred Sinowatz, Rudolf Kirchschläger, Fritz Mayer. Die Umgestaltung des Festspielbezirks mit neuem Haus und Casino war immer ein besonders Anliegen Mayers.

    Grundsteinlegung zum neuen Festspielhaus im Juli 1976: v.l.n.r.: Herbert Kessler, Albert Fuchs Fred Sinowatz, Rudolf Kirchschläger, Fritz Mayer. Die Umgestaltung des Festspielbezirks mit neuem Haus und Casino war immer ein besonders Anliegen Mayers.

  • Eröffnung der „Siedlung an der Ach“ 1977. Deren Planung und Bazu fällt in die Amtszeit von Fritz Mayer. Zwischen 1974 und 1982 wurde am Stadtrand von Bregenz eine Siedlung mit insgesamt rund 850 Wohnungen errichtet. 1970 entschloss sich die Stadt Bregenz aufgrund des immer größer werdenden Bedarfs ein Grundstück von 25.000 m² für den sozialen Wohnbau zu erschließen.

    Eröffnung der „Siedlung an der Ach“ 1977. Deren Planung und Bazu fällt in die Amtszeit von Fritz Mayer. Zwischen 1974 und 1982 wurde am Stadtrand von Bregenz eine Siedlung mit insgesamt rund 850 Wohnungen errichtet. 1970 entschloss sich die Stadt Bregenz aufgrund des immer größer werdenden Bedarfs ein Grundstück von 25.000 m² für den sozialen Wohnbau zu erschließen.

  • Iris Mayer schreibt über ihren Vater in „Fritz Mayer, eine Spurensuche“: „Er hat sie wahrscheinlich mehr geliebt als die Menschen: seine Stadt. Die Menschen in ihr waren für ihn die Bürger, die Bevölkerung. Es war die Liebe des Schöpfers zu seinem Werk.“

    Iris Mayer schreibt über ihren Vater in „Fritz Mayer, eine Spurensuche“: „Er hat sie wahrscheinlich mehr geliebt als die Menschen: seine Stadt. Die Menschen in ihr waren für ihn die Bürger, die Bevölkerung. Es war die Liebe des Schöpfers zu seinem Werk.“

  • Fritz Mayer empfängt im Sommer 1983 am alten Bregenzer Bahnhof den damaligen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger und dessen Gattin Herma.

    Fritz Mayer empfängt im Sommer 1983 am alten Bregenzer Bahnhof den damaligen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger und dessen Gattin Herma.

Allerheiligen, Allerseelen

Das Fest der Heiligen und der Toten


Veröffentlicht am 23.10.2019 von Simone Drechsel.


„Blüt‘ und Blätter fallen nieder, und der Vöglein muntre Kehlen, trugen südwärts ihre Lieder – still und ernst ist Allerseelen.
Aber tief noch lebt im Innern, unsre Treue an die Toten, ein ganz zärtliches Erinnern, an die Liebe, die sie boten.
An die Worte, die sie sprachen, an die Hände, die uns fehlen, an die Tröstung, wenn wir klagten. Oh, wie mahnst du, Allerseelen!“

Dieses Gedicht von Alwin Rohner wurde am 31. Oktober 1947 in den Vorarlberger Nachrichten veröffentlicht.

  • Da der 1. November im Gegensatz zum 2. ein gesetzlicher Feiertag ist, findet vielerorts die Gräbersegnung und damit verbunden der Besuch der Gräber bereits an Allerheiligen statt.

    Da der 1. November im Gegensatz zum 2. ein gesetzlicher Feiertag ist, findet vielerorts die Gräbersegnung und damit verbunden der Besuch der Gräber bereits an Allerheiligen statt.

  • Ab Mitte Oktober wird mit der Grabpflege für Allerheiligen und Allerseelen begonnen.

    Ab Mitte Oktober wird mit der Grabpflege für Allerheiligen und Allerseelen begonnen.

  • Im Jahr 835 legte Papst Gregor IV für die gesamte Westkirche den Feiertag „Allerheiligen“ auf den 1. November.

    Im Jahr 835 legte Papst Gregor IV für die gesamte Westkirche den Feiertag „Allerheiligen“ auf den 1. November.

  • Seit dem Ende des 10. Jh. wird, ausgehend von der Benediktinerabtei Cluny, am 2. November der Tag der Verstorbenen gefeiert.

    Seit dem Ende des 10. Jh. wird, ausgehend von der Benediktinerabtei Cluny, am 2. November der Tag der Verstorbenen gefeiert.

  • An Allerseelen steigen die Seelen der Verstorbenen aus dem Fegefeuer und ruhen sich für kurze Zeit auf der Erde aus, so der Volksglaube.

    An Allerseelen steigen die Seelen der Verstorbenen aus dem Fegefeuer und ruhen sich für kurze Zeit auf der Erde aus, so der Volksglaube.

Alt-Ems

Ehemalige Höhenburg auf dem Schlossberg


Veröffentlicht am 01.10.2019 von Simone Drechsel.


Die im 12. Jh. errichtete Burg befand sich im Besitz der Ministerialen von Ems und gehörte zu den größten und mächtigsten Wehranlagen im süddeutschen Raum. Hier wurden berühmte Gefangene, wie Wilhelm III. von Sizilien, Erzbischof Bruno von Köln oder später Stadtammann Peter Josef Leone, verwahrt. Nach der Zerstörung 1407 im Appenzellerkrieg wurde die Burg wiederaufgebaut. Es folgten einige Um- und Erweiterungsbauten, bis sie mit Aussterben der Grafen von Hohenems an Österreich überging und 1792 zum Abbruch versteigert wurde.

  • Blick von Alt-Ems auf Hohenems. Alt-Ems leitet sich von Alta-Embs ab und bedeutet so viel wie „Hohe Ems“ und davon leitet sich wiederum der Name der Stadt Hohenems ab.

    Blick von Alt-Ems auf Hohenems. Alt-Ems leitet sich von Alta-Embs ab und bedeutet so viel wie „Hohe Ems“ und davon leitet sich wiederum der Name der Stadt Hohenems ab.

  • Seit 1938 werden immer wieder Restaurierungsmaßnahmen an der Burgruine vorgenommen.

    Seit 1938 werden immer wieder Restaurierungsmaßnahmen an der Burgruine vorgenommen.

  • Hier auf dem Schlossgut befand sich bis 1903 das Gasthaus „Zur Burg Altems“. Teilweise sind die Grundmauern des abgebrannten Gasthauses noch heute sichtbar.

    Hier auf dem Schlossgut befand sich bis 1903 das Gasthaus „Zur Burg Altems“. Teilweise sind die Grundmauern des abgebrannten Gasthauses noch heute sichtbar.

  • Der hl. Konrad trug in einem Tüchlein Wasser zu der Burg hinauf, goss es in eine Grube und von da an floss der Konrads-Brunnen.

    Der hl. Konrad trug in einem Tüchlein Wasser zu der Burg hinauf, goss es in eine Grube und von da an floss der Konrads-Brunnen.

  • Die 85 m breite und 800 m lange Burganlage besaß sieben Tore und eine Zugbrücke.

    Die 85 m breite und 800 m lange Burganlage besaß sieben Tore und eine Zugbrücke.

Geschichtlicher Schatz

Risch-Lau - 100 Jahre Fotografie in Vorarlberg


Veröffentlicht am 16.09.2019 von Thomas Feurstein.


Das Fotoatelier Risch-Lau, das 1885 in Bregenz gegründet wurde, entwickelte sich nach dem 2. Weltkrieg zum führenden Verlag für touristische Ansichtskarten, der ganz Westösterreich belieferte. Niederlassungen befanden sich zeitweise in Zürs, Innsbruck und Salzburg. Nach der Geschäftsschließung wurde das umfangreiche Archiv mit über 40.000 Aufnahmen der Vorarlberger Landesbibliothek übergeben. Da es sich um einen kultur- und landschaftsgeschichtlichen Schatz handelt, wurden die Aufnahmen dort detailliert katalogisiert, die Glasplatten digitalisiert und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein oft vorkommendes Motiv ist das Vordringen touristischer Infrastruktur in unberührte Landschaften, die so „verfügbar“ gemacht werden. So beschreibt Robert Groß, ein Historiker an der Universität Innsbruck, der sich wissenschaftlich mit dem Risch-Lau-Archiv befasst, den Landschaftswandel in vormals ländlichen Regionen des Landes.

  • Viele Fotografien zeigen noch unberührte Landschaften. Die Produktion solcher Motive setzte voraus, dass die FotografInnen sich in der der Landschaft bewegen konnten und auch schon über  transportable Handkameras verfügten. Silvretta Egghorn 3147 m, Egghornlücke, Silvrettahorn 3244 m, Schneeglocke 3223 m und Schattenspitze 3202 m.

    Viele Fotografien zeigen noch unberührte Landschaften. Die Produktion solcher Motive setzte voraus, dass die FotografInnen sich in der der Landschaft bewegen konnten und auch schon über transportable Handkameras verfügten. Silvretta Egghorn 3147 m, Egghornlücke, Silvrettahorn 3244 m, Schneeglocke 3223 m und Schattenspitze 3202 m.

  • Über den Flexenpass wurden Raupenfahrzeuge eingesetzt, um im Winter die  Erreichbarkeit von Zürs und Lech zu erhöhen. Mit dem Beginn des Fremdenverkehrs wurde die Sicherheit der Zufahrt ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor.

    Über den Flexenpass wurden Raupenfahrzeuge eingesetzt, um im Winter die Erreichbarkeit von Zürs und Lech zu erhöhen. Mit dem Beginn des Fremdenverkehrs wurde die Sicherheit der Zufahrt ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor.

  • Der Skilift als Symbol für die Erschließung durch den Fremdenverkehr. Das klassische Motiv waren die Stützen aus Holz, die gerade von einem Skifahrer passiert werden. Hier der schon längst abgebaute Schlepplift in Schröcken mit der Braunarlspitze im Hintergrund. Erst in den 60er Jahren verlagerte sich das Skigebiet an den Hochtannbergpass.

    Der Skilift als Symbol für die Erschließung durch den Fremdenverkehr. Das klassische Motiv waren die Stützen aus Holz, die gerade von einem Skifahrer passiert werden. Hier der schon längst abgebaute Schlepplift in Schröcken mit der Braunarlspitze im Hintergrund. Erst in den 60er Jahren verlagerte sich das Skigebiet an den Hochtannbergpass.

  • In Tschagguns-Grabs wurde 1947 der erste Sessellift von Vorarlberg eröffnet, der dann später auch im Sommer in Betrieb war. Das Seilbahnunternehmen Steurer aus Doren wurde damals mit dieser Innovation zum ersten kommerziellen Produzenten von Sesselliften.

    In Tschagguns-Grabs wurde 1947 der erste Sessellift von Vorarlberg eröffnet, der dann später auch im Sommer in Betrieb war. Das Seilbahnunternehmen Steurer aus Doren wurde damals mit dieser Innovation zum ersten kommerziellen Produzenten von Sesselliften.

  • Beliebte Motive bei Risch-Lau sind Staumauern und Stausee. Hier der Lünersee mit der Douglass-Hütte. Die Abdichtung des ursprünglich schon vorhandenen Sees begann 1920. 1959 wurde der See durch eine massive Staumauer weiter vergrößert.

    Beliebte Motive bei Risch-Lau sind Staumauern und Stausee. Hier der Lünersee mit der Douglass-Hütte. Die Abdichtung des ursprünglich schon vorhandenen Sees begann 1920. 1959 wurde der See durch eine massive Staumauer weiter vergrößert.

Und das war dann mal weg...

Wenn Sachen aus dem Alltag verschwinden


Veröffentlicht am 16.09.2019 von Simone Drechsel.


Sie waren nichts Besonderes. Nur eine normale Brücke, ein paar Fahnen, ein Polizist, der den Verkehr regelte und eine Zugverbindung in den Bregenzerwald. Und trotzdem befinden sie sich Generationen auf zahlreichen Familienausflugsfotos und haben sich im Gedächtnis vieler Vorarlberger verankert. Einigen Lesern fallen jetzt sicher wieder Geschichten ein, die sich in ihrem Zusammenhang ereignet haben. Sie prägten einen Ortsteil oder ein Gebiet und lösten bei ihrer Entfernung mehr oder weniger heftige Protest aus.

  • Seit rund 50 Jahren entstanden hier bei Sonntagsausflügen Familienfotos. Bei der jüngsten Umgestaltung des Hafenareals musste es weichen.

    Seit rund 50 Jahren entstanden hier bei Sonntagsausflügen Familienfotos. Bei der jüngsten Umgestaltung des Hafenareals musste es weichen.

  • 1987wurde zum ersten Mal überlegt, die Gulaschbrücke abzutragen und als dann 1989 der Bahnhof abgerissen wurde, war das Schicksal der Brücke besiegelt. Im Juni 1990 wurde auch sie abgerissen.

    1987wurde zum ersten Mal überlegt, die Gulaschbrücke abzutragen und als dann 1989 der Bahnhof abgerissen wurde, war das Schicksal der Brücke besiegelt. Im Juni 1990 wurde auch sie abgerissen.

  • Bis zur Umwandlung in eine Fußgängerzone 1989 regelte ein Polizist den Verkehr am Dornbirner Marktplatz. Dieser war ein echtes Unikum und nicht wenige Vorarlberger kamen extra nach Dornbirn um ihn in Aktion zu sehen.

    Bis zur Umwandlung in eine Fußgängerzone 1989 regelte ein Polizist den Verkehr am Dornbirner Marktplatz. Dieser war ein echtes Unikum und nicht wenige Vorarlberger kamen extra nach Dornbirn um ihn in Aktion zu sehen.

  • Von 1902 bis 1983 verband die Bregenzerwaldbahn Bezau mit Bregenz. Im Gedächtnis der Vorarlberger wird sie durch das Lied „Fahr mr no a kläle, fahr mr no a kläle, mit dom Wälder Isobähnle“” bleiben.

    Von 1902 bis 1983 verband die Bregenzerwaldbahn Bezau mit Bregenz. Im Gedächtnis der Vorarlberger wird sie durch das Lied „Fahr mr no a kläle, fahr mr no a kläle, mit dom Wälder Isobähnle“” bleiben.

Schnapsbrennen

Eine Vorarlberger Tradition


Veröffentlicht am 12.09.2019 von Simone Drechsel.


Als „Schnaps“ wird in Vorarlberg traditionell jener Alkohol bezeichnet, der aus vergorener Maische gebrannt wird. Das Doppelbrennen ist die klassische bäuerliche Brennmethode, wobei der Schnaps über zwei Destillationsvorgänge, den Rau- und den Feinbrand, gewonnen wird. Oftmals verwendeten die Bauern dazu minderwertiges, z. T. angefaultes Obst, musste der Schnapst doch nur möglichst scharf und stark sein. Dies hat sich vor einigen Jahren grundlegend geändert. Heute wird viel mehr Wert auf gute Früchte und sauberes Brennen gelegt. So entstehen qualitativ hochwertige Edelbrände, die oft auch sortenrein gebrannt werden.

  • Unreife Früchte haben zu wenig Zucker und Fruchtaroma und liefern daher eine schlechte Alkoholausbeute und einen unangenehmen Geschmack.

    Unreife Früchte haben zu wenig Zucker und Fruchtaroma und liefern daher eine schlechte Alkoholausbeute und einen unangenehmen Geschmack.

  • Die ideale Temperatur ist nicht nur beim Brennen wichtig, sondern auch beim Trinken. Diese liegt beim Schnaps bei Zimmertemperatur. Das Wort „Schnaps“ stammt aus dem Mittelalter und bedeutet so viel wie „schlucken“.

    Die ideale Temperatur ist nicht nur beim Brennen wichtig, sondern auch beim Trinken. Diese liegt beim Schnaps bei Zimmertemperatur. Das Wort „Schnaps“ stammt aus dem Mittelalter und bedeutet so viel wie „schlucken“.

  • Kühlerschlange und Geistrohr waren früher aus Kupfer oder verzinntem Kupfer, da dieses ein hervorragender Wärmeleiter und gegen Fruchtsäuren beständig ist.

    Kühlerschlange und Geistrohr waren früher aus Kupfer oder verzinntem Kupfer, da dieses ein hervorragender Wärmeleiter und gegen Fruchtsäuren beständig ist.

  • Schnapsbrennerei des Obst- und Gartenbauvereins Wolfurt. Die fahrbaren Brennereien sind eine Vorarlberger Besonderheit und dürften mit den ersten Obst- und Gartenbauvereinen entstanden sein.

    Schnapsbrennerei des Obst- und Gartenbauvereins Wolfurt. Die fahrbaren Brennereien sind eine Vorarlberger Besonderheit und dürften mit den ersten Obst- und Gartenbauvereinen entstanden sein.

wissen, wo Bartl den Most holt

Mostherstellung in Vorarlberg


Veröffentlicht am 26.08.2019 von Harald Eberle.


Birnen und Äpfel in Hülle und Fülle – noch dazu in hervorragender Qualität. Das Mostjahr 2018 wird in die Geschichte eingehen. Bereits zur Zeit der Römer wurde auf dem Gebiet von Vorarlberg Streuobst zu Apfelwein verarbeitet. Die Hochblühte der Mosterei erlebte Vorarlberg, wie andere Gebiete auch, in den Zwischenkriegs- und den Nachkriegsjahren. Most war damals als Getränk so populär, dass er zum Beispiel als Verpflegungskost für Soldaten ausgegeben wurde. In dieser Zeit fand man nahezu in allen Gaststätten Most auf der Karte, da er deutlich günstiger als andere alkoholhaltige Getränke war.

  • Streuobstwiesen, wie hier um 1960 in Brand, gehören traditionell zu unserer Kulturlandschaft.

    Streuobstwiesen, wie hier um 1960 in Brand, gehören traditionell zu unserer Kulturlandschaft.

  • Für den Most wird das Fallobst von Äpfel- und Birnenbäumen zumeist von Hand aufgesammelt.

    Für den Most wird das Fallobst von Äpfel- und Birnenbäumen zumeist von Hand aufgesammelt.

  • Obstanlieferung an eine Röthner Mosterei in den 1970ern.

    Obstanlieferung an eine Röthner Mosterei in den 1970ern.

  • Nach der Anlieferung wird das Obst gewaschen und gemahlen.

    Nach der Anlieferung wird das Obst gewaschen und gemahlen.

  • Nach dem Mahlen wird das Obst auf einem Pressstock verteilt und in Jutetücher eingeschlagen.

    Nach dem Mahlen wird das Obst auf einem Pressstock verteilt und in Jutetücher eingeschlagen.

  • Der hydraulische Pressstock von Anton und Anna Denz aus Schwarzenberg fasste ungefähr 200kg Obst.

    Der hydraulische Pressstock von Anton und Anna Denz aus Schwarzenberg fasste ungefähr 200kg Obst.

Karrenseilbahn – Fahrt frei!

Eröffnung am 17. November 1956


Veröffentlicht am 20.08.2019 von Simone Drechsel.


Nach unzähligen Unimog-Fahrten, bei denen die Teile der Bergstation und der Antrieb der Seilbahn nach oben gebracht, Seilbahnstützen gebaut und die zwei Tonnen schweren Stützentragseilschuhe von Hand mittels Rollen hochgezogen, Seile gespannt und Kabinen montiert worden waren, war es soweit. „Die Karrenseilbahn, die sich allgemach zu einem wahren Schmerzenskind ausgewachsen hatte, konnte nun endlich feierlich eröffnet werden.“

  • Warteraum und Fahrkartenschalter in der Talstation der Karrenbahn bei Dornbirn, 1957

    Warteraum und Fahrkartenschalter in der Talstation der Karrenbahn bei Dornbirn, 1957

  • Das händische Spannen der Stahlseile übernahm ein Arbeitstrupp der Illwerke. Die Kabinen wurden im Sommer 1956 von Mitarbeitern der Firma Doppelmayr installiert.

    Das händische Spannen der Stahlseile übernahm ein Arbeitstrupp der Illwerke. Die Kabinen wurden im Sommer 1956 von Mitarbeitern der Firma Doppelmayr installiert.

  • Das Restaurant am Karren 1967. Bereits 1892 hatte der Industrielle Viktor Hämmerle einen hölzernen Aussichtsturm auf dem Karren errichten lassen.

    Das Restaurant am Karren 1967. Bereits 1892 hatte der Industrielle Viktor Hämmerle einen hölzernen Aussichtsturm auf dem Karren errichten lassen.

  • Restaurant in der Bergstation, 1957. Der Bau der Bergstation wurde so ausgeführt, dass eine angedachte Verlängerung der Bahn auf den Staufen möglich gewesen wäre.

    Restaurant in der Bergstation, 1957. Der Bau der Bergstation wurde so ausgeführt, dass eine angedachte Verlängerung der Bahn auf den Staufen möglich gewesen wäre.

  • 1952 legte Sepp Luger sein Konzept für den Bau der Karrenseilbahn vor. Allerdings mussten Änderungen vorgenommen werden, da der Plan, 60% der Kosten mit der Marshallplanhilfe zu decken, nicht funktionierte.

    1952 legte Sepp Luger sein Konzept für den Bau der Karrenseilbahn vor. Allerdings mussten Änderungen vorgenommen werden, da der Plan, 60% der Kosten mit der Marshallplanhilfe zu decken, nicht funktionierte.

Ernst Bär

Langjähriger Leiter der Bregenzer Festspiele


Veröffentlicht am 29.07.2019 von Simone Drechsel.


Seit der Gründung der Bregenzer Festspiele 1946 war Ernst Bär für die dazugehörige Festwoche verantwortlich und ab 1949 führte er auch die Presseabteilung. Fünf Jahre später wurde er zum ersten Leiter der Bregenzer Festspiele bestellt. Während seiner Wirkungszeit setzte er vor allem auf die klassische Wiener Operette und etablierte sie auf der Seebühne. Neben zahlreichen Veröffentlichungen über die Festspiele, war er maßgeblich für den Bau des Bregenzer Festspielhauses verantwortlich. Nach seinem Weggang aus Bregenz leitete er bis zum seinem Tod im Jahr 1985 die Schlossfestspiele in Hannover-Herrenhausen.

  • Ernst Bär (1919-1985) bei einer Pressekonferenz der Bregenzer Festspiele im Jahr 1982.

    Ernst Bär (1919-1985) bei einer Pressekonferenz der Bregenzer Festspiele im Jahr 1982.

  • Grundsteinlegung für das Bregenzer Festspielhaus 1976. V.l.n.r.: Ernst Bär, Siegfried Gasser, Herbert Kessler, Fred Sinowatz, Rudolf Kirchschläger, Fritz Mayer, Albert Fuchs

    Grundsteinlegung für das Bregenzer Festspielhaus 1976. V.l.n.r.: Ernst Bär, Siegfried Gasser, Herbert Kessler, Fred Sinowatz, Rudolf Kirchschläger, Fritz Mayer, Albert Fuchs

  • Ernst Bär (links) und Ernst Haeussermann (Mitte) zu Gast bei Theaterproben in Bregenz 1981.

    Ernst Bär (links) und Ernst Haeussermann (Mitte) zu Gast bei Theaterproben in Bregenz 1981.

  • Rohbaubesichtigung mit Bundespräsident Rudolf Kirchschläger, 1979. v.l.n.r.: Fritz Mayer, Rudolf Kirchschläger, Ernst Bär, Ingeborg Keßler, Siegfried Gasser, Herbert Keßler

    Rohbaubesichtigung mit Bundespräsident Rudolf Kirchschläger, 1979. v.l.n.r.: Fritz Mayer, Rudolf Kirchschläger, Ernst Bär, Ingeborg Keßler, Siegfried Gasser, Herbert Keßler

  • Bei der Verleihung des Silbernen Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg mit Landeshauptmann Herbert Keßler, 1977.

    Bei der Verleihung des Silbernen Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg mit Landeshauptmann Herbert Keßler, 1977.

Das Interview

Surrealismus trifft Krendlesberger


Veröffentlicht am 26.07.2019 von Simone Drechsel.


Im August 1975 sollte die Schauspielpremiere von Hans Krendlesberger „Das Interview“ am Bregenzer Kornmarkttheater stattfinden. Für die Bühnendekoration konnte Regisseur Jürgen Wilke den Künstler Maître Leherb gewinnen, der die Ausstattung an die fiktive Figur der Elaine Winters anpasste. So dominierten ein Sofa in Form eines Mundes, Tischbeine, die Menschenbeinen nachgebildet sind oder Stühle, die menschliche Körper darstellen, das Bühnenbild. Die Premiere musste dann kurzfristig, wegen der Erkrankung von Hauptdarstellerin Joana Maria Grovin, um ein Jahr verschoben werden.

  • Maître Leherb (links) mit seiner Gattin Lotte Profohs und Regisseur Jürgen Wilke präsentieren die Bühnendekoration von „Das Interview“

    Maître Leherb (links) mit seiner Gattin Lotte Profohs und Regisseur Jürgen Wilke präsentieren die Bühnendekoration von „Das Interview“

  • Christine Böhm als Journalistin Ina, die die alternde Diva Elaine Winters in deren Wohnzimmer interviewt.

    Christine Böhm als Journalistin Ina, die die alternde Diva Elaine Winters in deren Wohnzimmer interviewt.

  • Probeaufnahmen von Joana Maria Gorvin als Elaine Winters.

    Probeaufnahmen von Joana Maria Gorvin als Elaine Winters.

  • Albert Rueprecht in einem von Maître Leherb entworfenen Stühlen. Erstmalig war es gelungen, Leherb für eine Bühnenausstattung zu gewinnen.

    Albert Rueprecht in einem von Maître Leherb entworfenen Stühlen. Erstmalig war es gelungen, Leherb für eine Bühnenausstattung zu gewinnen.

  • Die deutschsprachige Theaterpremiere von „Das Interview“ fand am 21. August1976 im Theater am Kornmarkt statt.

    Die deutschsprachige Theaterpremiere von „Das Interview“ fand am 21. August1976 im Theater am Kornmarkt statt.

New York am Bodensee

West Side Story auf der Seebühne


Veröffentlicht am 27.07.2019 von Thomas Feurstein.


Musicals auf der Seebühne haben absoluten Seltenheitswert, obwohl neben „Kiss me Kate“ 1983 besonders die „West Side Story“ 1981 und 2003 Publikumserfolge waren. Leonard Bernstein brachte mit der „West Side Story“ eine Musical-Version von Romeo und Julia auf die Bühne, bei der die ethischen Konflikte zwischen Puertoricanern und US-Amerikanern thematisiert werden. Obwohl die Liebesgeschichte zwischen Tony und Maria für Tony tödlich endet, begreifen die rivalisierenden Gangs zuletzt, dass es sich nicht lohnt, wegen ihrer Konflikte Menschenleben zu opfern.

  • Dagmar Koller als Anita war erstaunt über die Dimensionen der Seebühne: „Bei ´I want to be in America´ bin ich auf der riesigen Seebühne von einer Ecke zur anderen gelaufen, jeder normale Sterbliche kommt allein dadurch schon außer Atem, ich musste zusätzlich noch tanzen und singen.“

    Dagmar Koller als Anita war erstaunt über die Dimensionen der Seebühne: „Bei ´I want to be in America´ bin ich auf der riesigen Seebühne von einer Ecke zur anderen gelaufen, jeder normale Sterbliche kommt allein dadurch schon außer Atem, ich musste zusätzlich noch tanzen und singen.“

  • Dagmar Koller, erstmals 1969 in der „Hochzeit am Bodensee“ auf der Seebühne engagiert, erhielt in der „West Side Story“ 1981 die Rolle der Anita. Als sie durch Zufall Leonard Bernstein kennen lernte, informierte sie ihn: You know, I am doing the Anita in Bregenz this summer“. Erstaunt, dass eine blonde Österreicherin als Puertoricanerin auftreten sollte, antwortete er: „You are my first blonde, to do this part“

    Dagmar Koller, erstmals 1969 in der „Hochzeit am Bodensee“ auf der Seebühne engagiert, erhielt in der „West Side Story“ 1981 die Rolle der Anita. Als sie durch Zufall Leonard Bernstein kennen lernte, informierte sie ihn: You know, I am doing the Anita in Bregenz this summer“. Erstaunt, dass eine blonde Österreicherin als Puertoricanerin auftreten sollte, antwortete er: „You are my first blonde, to do this part“

  • Reinhold Lugers letztes Plakat für die Bregenzer Festspiele. Mit dem Abschied von Alfred Wopmann endet auch die Ära Luger als Grafiker der Festspiele.

    Reinhold Lugers letztes Plakat für die Bregenzer Festspiele. Mit dem Abschied von Alfred Wopmann endet auch die Ära Luger als Grafiker der Festspiele.

  • West Side Story 2003. Obwohl 9/11 bei der Planung des Bühnenbildes noch nicht vorhersehbar war, wurde die Bildsymbolik des einstürzenden Wolkenkratzers oft damit in Verbindung gebracht. Das wankende Gebäude sollte ursprünglich den spekulativen Kapitalismus versinnbildlichen.

    West Side Story 2003. Obwohl 9/11 bei der Planung des Bühnenbildes noch nicht vorhersehbar war, wurde die Bildsymbolik des einstürzenden Wolkenkratzers oft damit in Verbindung gebracht. Das wankende Gebäude sollte ursprünglich den spekulativen Kapitalismus versinnbildlichen.

  • "Fast 50 Jahre nach der Uraufführung von West Side Story haben ihre zentralen Themen wie Intoleranz und Vorurteile nichts an Bedeutung verloren - im Gegenteil", betonte Jamie Bernstein, die Tochter von Leonard Bernstein in ihre Rede zur Eröffnung der Bregenzer Festspiele 2003.

Die Operette am See


Veröffentlicht am 16.07.2019 von Thomas Feurstein.


Die 50er Jahre waren bei den Bregenzer Festspielen die Ära der Operette. Der 1953 engagierte künstlerische Leiter Ernst Bär sah in der Operette den eigentlichen Reiz, den die Festspiele ausstrahlen können. Er war damit nicht unumstritten, da sich das Publikumsinteresse in Grenzen hielt und regelmäßig finanzielle Abgänge in Kauf genommen werden mussten. Walter Lingenhöle schreibt dazu: „ Das Operettenkarussell drehte sich allerdings noch 17 Jahre weiter, wenn auch mit diversen Varianten, siebenmal Strauss, aber auch Lortzing, Stolz, Suppé, Millöcker, Smetana, Lehár und Offenbach.“ Nach heftigen internen Diskussionen endete 1971 die Serie der Operetten. Es folgte die Gershwin-Oper „Porgy und Bess“, die von Publikum und Medien als musikalisches und dramaturgisches Spektakel gelobt wurden.

  • Die Neue Zürcher Zeitung schrieb 1951 über den „Zigeunerbaron“: „Noch keines der Bregenzer Festspiele bot ein solches Panorama der magischen Reflexe, der pittoresken Volksszenen, der letzten Ausschöpfung im Zusammenspiel der Elemente. Kann es überhaupt überboten werden?“

    Die Neue Zürcher Zeitung schrieb 1951 über den „Zigeunerbaron“: „Noch keines der Bregenzer Festspiele bot ein solches Panorama der magischen Reflexe, der pittoresken Volksszenen, der letzten Ausschöpfung im Zusammenspiel der Elemente. Kann es überhaupt überboten werden?“

  • „Eine Nacht in Venedig“ (Johann Strauss) wurde 1955 dank guter Witterung mit 75.000 Besuchern ein Publikumserfolg. Zu den Aufführungen wurden späte Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft eingeladen.

    „Eine Nacht in Venedig“ (Johann Strauss) wurde 1955 dank guter Witterung mit 75.000 Besuchern ein Publikumserfolg. Zu den Aufführungen wurden späte Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft eingeladen.

  • 1960 wurde das Ballett „Schwanensee“ auf der Seebühne aufgeführt und erstmals übertrug auch das Fernsehen die Aufführung. Geringe Auslastung und ein Defizit von 690.000 Schilling ließen die Sorge um den Fortbestand der Festspiele wachsen.

    1960 wurde das Ballett „Schwanensee“ auf der Seebühne aufgeführt und erstmals übertrug auch das Fernsehen die Aufführung. Geringe Auslastung und ein Defizit von 690.000 Schilling ließen die Sorge um den Fortbestand der Festspiele wachsen.

  • 1970 regierte bei den 25. Festspielen noch einmal der Walzerkönig Josef Strauss mit seiner wohl bekanntesten Operette „Die Fledermaus“. Fritz Muliar als Frosch erntete mit seinem ungarischen Akzent jeden Abend einen Riesenapplaus.

    1970 regierte bei den 25. Festspielen noch einmal der Walzerkönig Josef Strauss mit seiner wohl bekanntesten Operette „Die Fledermaus“. Fritz Muliar als Frosch erntete mit seinem ungarischen Akzent jeden Abend einen Riesenapplaus.

  • Joyce Bryant als Bess in „Porgy and Bess“ 1971. Zweifler hatten befürchtet, dass mit einer „Negeroper“ die Linie der europäischen Kultur durchbrochen werden könnte.

    Joyce Bryant als Bess in „Porgy and Bess“ 1971. Zweifler hatten befürchtet, dass mit einer „Negeroper“ die Linie der europäischen Kultur durchbrochen werden könnte.

Bregenzer Festspiele

Die Bregenzer Festspiele im Plakat


Veröffentlicht am 15.07.2019 von Thomas Feurstein.


Der Grafiker Reinhold Luger prägte 20 Jahre lang das visuelle Gesicht der Bregenzer Festspiele. Er konzipierte ein neues Logo für die Festspiele, war für das Aussehen der Festspielzeitung sowie für die jährlichen Plakate verantwortlich. Das jeweilige Plakat entstand lange vor der Aufführung und sollte der Bewerbung von Stück und Aufführung dienen. Laut Alfred Wopmann, dem damaligen Intendanten ist die Intention des Plakats, „dass der Betrachter sekundenschnell vom Sehen zum Verstehen gelangt. Farben und Formen müssen so auffällig sein, dass sie das Interesse des Gegenübers anziehen.“ Im Herbst 2019 wird im vorarlberg museum in Kooperation mit der Landesbibliothek eine Ausstellung über Reinhold Luger gezeigt, in deren Mittelpunkt auch die Festspielplakate stehen werden.

  • Das Plakat besteht aus einem oberen und spiegelbildlich unteren Teil. Das Zentrum wird von einem strahlenden Sonnenkreis als Symbol für die Welt Sarastros eingenommen. Als Kontrast dazu steht am Firmament ein Vollmond als Symbol für die Königin der Nacht.

    Das Plakat besteht aus einem oberen und spiegelbildlich unteren Teil. Das Zentrum wird von einem strahlenden Sonnenkreis als Symbol für die Welt Sarastros eingenommen. Als Kontrast dazu steht am Firmament ein Vollmond als Symbol für die Königin der Nacht.

  • Ein messerscharfer Schnitt legt ein Büschel Haare - das Symbol für die Kraft Samson - frei. Darunter weist ein Negativbild auf das Unheil hin, welches durch den Haarverlust droht. Dalila beraubt ihn in einer Liebesnacht seines Haares.

    Ein messerscharfer Schnitt legt ein Büschel Haare - das Symbol für die Kraft Samson - frei. Darunter weist ein Negativbild auf das Unheil hin, welches durch den Haarverlust droht. Dalila beraubt ihn in einer Liebesnacht seines Haares.

  • Alfred Wopmann staunte nicht schlecht, als er sein Gesicht im Festspielplakat wiedererkannte. Die Erklärung dazu lieferte Reinhold Luger: „Das Talent des Theatermachers, Spiele als Menschheitskomödien zu veranlassen, die Sommer für Sommer ein großes Publikum ebenso unterhalten wie aufklären, basiert glaube ich, auch auf einem dämonischen Trieb, schließt „teuflische Lust“ mit ein.“

    Alfred Wopmann staunte nicht schlecht, als er sein Gesicht im Festspielplakat wiedererkannte. Die Erklärung dazu lieferte Reinhold Luger: „Das Talent des Theatermachers, Spiele als Menschheitskomödien zu veranlassen, die Sommer für Sommer ein großes Publikum ebenso unterhalten wie aufklären, basiert glaube ich, auch auf einem dämonischen Trieb, schließt „teuflische Lust“ mit ein.“

  • Der blaue Himmel symbolisiert den Blick in eine lebenswerte, menschliche Zukunft, umrahmt vom Grauen der nationalsozialistischen Zeit, den ausländerfeindlichen Übergriffen von Rostock sowie den Kriegshandlungen des Golfkriegs.

    Der blaue Himmel symbolisiert den Blick in eine lebenswerte, menschliche Zukunft, umrahmt vom Grauen der nationalsozialistischen Zeit, den ausländerfeindlichen Übergriffen von Rostock sowie den Kriegshandlungen des Golfkriegs.

  • 1999 wurde das Plakat Lugers nicht öffentlich ausgehängt, da die Festspielführung befürchtete, dass der provokante Tanz mit dem Tod beim Publikum eher Unbehagen denn Lust auf die Seeaufführung auslösen könnte.

    1999 wurde das Plakat Lugers nicht öffentlich ausgehängt, da die Festspielführung befürchtete, dass der provokante Tanz mit dem Tod beim Publikum eher Unbehagen denn Lust auf die Seeaufführung auslösen könnte.

Kraftwerk Langenegg

Ein wesentlicher Beitrag für die Energieversorgung in Vorarlberg


Veröffentlicht am 26.06.2019 von Harald Eberle.


Mit der Eröffnung des Kraftwerks Langenegg am 29. Juni 1979 verdoppelten die Vorarlberger Kraftwerke mit einem Schlag ihre jährliche Eigenerzeugung von bis dahin 215 GWh auf 443 GWh und leisteten damit einen wesentlichen Beitrag zu Vorarlbergs Energieversorgung. In nur vier Jahren Bauzeit setzten rund 500 Arbeiterinnen und Arbeiter das kühne Bauprojekt um. Insgesamt mussten 460.000 m³ Gestein abgetragen bzw. ausgebrochen, 85.000 m³ Beton verarbeitet und die Dammschüttung mit 1.330.000 m³ eingebracht werden. Zur Energieerzeugung nutzt das Kraftwerk die 5,9 Kilometer lange Gefällestrecke des Rotenbergstollens mit einer Fallhöhe von 280 Metern.

  • Für die Zuleitung des Wassers der Subersach zur Bolgenach wurde ein 3,8 Kilometer langer Stollen durch den Hittisberg getrieben.

    Für die Zuleitung des Wassers der Subersach zur Bolgenach wurde ein 3,8 Kilometer langer Stollen durch den Hittisberg getrieben.

  • Der Stausee Bolgenach wurde mit einem Nutzinhalt von 6,5 Mio. Kubikmeter als Wochenspeicher ausgelegt.

    Der Stausee Bolgenach wurde mit einem Nutzinhalt von 6,5 Mio. Kubikmeter als Wochenspeicher ausgelegt.

  • Das Kavernenkrafthaus  Langenegg liegt in der Bregenzerachschlucht, nur unweit vom später erbauten Kraftwerk Alberschwende.

    Das Kavernenkrafthaus Langenegg liegt in der Bregenzerachschlucht, nur unweit vom später erbauten Kraftwerk Alberschwende.

  • Die Weihe des Kraftwerks wurde am 29. Juni 1979 von Generalvikar Prälat Gustav Glatthaar vorgenommen.

    Die Weihe des Kraftwerks wurde am 29. Juni 1979 von Generalvikar Prälat Gustav Glatthaar vorgenommen.

  • Für die Planung und die Bauleitung war Baudirektor Dipl.-Ing. Emil Stefko verantwortlich.

    Für die Planung und die Bauleitung war Baudirektor Dipl.-Ing. Emil Stefko verantwortlich.

  • „Die Energiepolitik des Landes, preisgünstige Überschussenergie zu beziehen und mit der Eigenproduktion die Bedarfsspitzen abzudecken, habe sich stets bewährt.“, so LH Keßler bei seiner Eröffnungsrede.

    „Die Energiepolitik des Landes, preisgünstige Überschussenergie zu beziehen und mit der Eigenproduktion die Bedarfsspitzen abzudecken, habe sich stets bewährt.“, so LH Keßler bei seiner Eröffnungsrede.

Ludescherberg

Von der Allmein zum Europaschutzgebiet


Veröffentlicht am 12.06.2019 von Simone Drechsel.


Auf den relativ flachen Hängen des Ludescherberges entstanden im Mittelalter sogenannte Allmeinen, die gemeinschaftlich genutzt wurden. Mit der Ansiedelung der Walser ergaben sich neue Verhältnisse in den Nutzungsrechten und waren oft Anlass für einen jahrhundertelangen Streit. Durch grundherrschaftliche Bauerschwernisse konnte sich die Siedlung fast nicht fortentwickeln. Um die Wohnmisere etwas zu lindern, wurden Doppelhäuser erbaut, von denen heute noch eines steht. Heute gehört der Ludescherberg mit seinen 66 Einwohnern zu der Gemeinde Ludesch.

  • Die Kapelle Mariahilf wurde um 1840 errichtet. Das Bild „Maria mit Kind“ beim neuromanischen Altar datiert aus dem Jahr 1878.

    Die Kapelle Mariahilf wurde um 1840 errichtet. Das Bild „Maria mit Kind“ beim neuromanischen Altar datiert aus dem Jahr 1878.

  • Europaschutzgebiet Ludescherberg. Damit sollen gefährdete Pflanzen- und Tierarten und ihr natürlicher Lebensraum geschützt aber auch eine Jahrhunderte alte Kulturlandschaft erhalten werden.

    Europaschutzgebiet Ludescherberg. Damit sollen gefährdete Pflanzen- und Tierarten und ihr natürlicher Lebensraum geschützt aber auch eine Jahrhunderte alte Kulturlandschaft erhalten werden.

  • Alter Wegweiser am Ludescherberg. Über den Wiesweg gelangen Wanderer in die Parzelle Grüneck, wo sich ihnen eine herrliche Aussicht über den Walgau bis hin zu den Schweizer Bergen bietet.

    Alter Wegweiser am Ludescherberg. Über den Wiesweg gelangen Wanderer in die Parzelle Grüneck, wo sich ihnen eine herrliche Aussicht über den Walgau bis hin zu den Schweizer Bergen bietet.

  • Pension Grüneck befindet sich in Raggal/Ludescherberg am Eingang zum Biosphärenpark Großes Walsertal.

    Pension Grüneck befindet sich in Raggal/Ludescherberg am Eingang zum Biosphärenpark Großes Walsertal.

Der Postbriefkasten

Ein aussterbendes Relikt?


Veröffentlicht am 05.06.2019 von Simone Drechsel.


1817 wurden die ersten hölzernen Briefkästen in Österreich eingerichtet. Anfänglich wurden nicht viele benötigt, da nur nichtfreigemachte Briefe eingelegt werden konnten. Dies änderte sich mit der Einführung der Postwertzeichen. 1877 verfügte Österreich bereits über 7.827 Briefkästen. Mittlerweile waren sie schon aus Gusseisen und ab 1910 kamen die ersten aus Stahlblech auf. 1916 wurden die ersten Hausbriefkästen errichtet und während diese nach wie vor gebraucht werden, verschwinden die Postbriefkästen allmählich aus dem Alltagsbild.

  • Mit dem Aufkommen der Ansichtskarte wurden auch mehr Postbriefkästen benötigt.

    Mit dem Aufkommen der Ansichtskarte wurden auch mehr Postbriefkästen benötigt.

  • Ein Postbriefkasten an der Hausfassade der Gastwirtschaft Max Danner in Dornbirn.

    Ein Postbriefkasten an der Hausfassade der Gastwirtschaft Max Danner in Dornbirn.

  • Nicht nur die Postbriefkästen, wie hier vor dem Postamt in Schwarzach, sondern auch die Telefonzellen verschwinden langsam aber sicher. Die ersten Münztelefone wurden 1902 vorgestellt.

    Nicht nur die Postbriefkästen, wie hier vor dem Postamt in Schwarzach, sondern auch die Telefonzellen verschwinden langsam aber sicher. Die ersten Münztelefone wurden 1902 vorgestellt.

  • Die Postbriefkästen der Österreichischen Post sind in gelb gehalten. Hier zu sehen an einem Haus in Schwarzenberg.

    Die Postbriefkästen der Österreichischen Post sind in gelb gehalten. Hier zu sehen an einem Haus in Schwarzenberg.

  • Unter dem Schriftzug „Post” befindet sich ein Postbriefkasten und daneben ein Briefmarkenautomat. Der Erste wurde in Österreich 1908 aufgestellt. Waren aber nicht so verbreitet, da Briefmarken jederzeit auch in einer Trafik erworben werden konnten.

    Unter dem Schriftzug „Post” befindet sich ein Postbriefkasten und daneben ein Briefmarkenautomat. Der Erste wurde in Österreich 1908 aufgestellt. Waren aber nicht so verbreitet, da Briefmarken jederzeit auch in einer Trafik erworben werden konnten.

Die Eroberung der Berge

150 Jahre Alpenverein Vorarlberg


Veröffentlicht am 23.05.2019 von Simone Drechsel.


Parallel zu dem gesteigerten Interesse an den Bergen ab der Mitte des 19. Jh. gründeten sich die ersten alpinen Vereine, u.a. 1862 der „Österreichische Alpenverein“ in Wien und 1869 der „Deutsche Alpenverein“. Am 1. Dezember gleichen Jahres schloss sich Vorarlberg als 14. Sektion diesem an. Zum Zusammenschluss des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins zum D.Ö.A.V. kam es am 23. August 1873 in Bludenz, der bis nach 1945 hielt. In den 150 Jahren wurden unzählige freiwillige Stunden für den Erhalt des Wegenetzes, der Schutzhütten und Klettersteige investiert.

  • Nach 1945 brachte es Obmann Wendelin Gunz fertig, die Hütten wieder ihrem ursprünglichen Zweck zuzuführen. Denn während des Kriegs dienten sie dem Hilfsgrenzdient als Unterkünfte.

    Nach 1945 brachte es Obmann Wendelin Gunz fertig, die Hütten wieder ihrem ursprünglichen Zweck zuzuführen. Denn während des Kriegs dienten sie dem Hilfsgrenzdient als Unterkünfte.

  • Wilhelm Purtscher (ganz links) vor der Noris-Hütte in Baad im Kleinen Walsertal, die in der Nacht des 20. Juli 1950 abbrannte.

    Wilhelm Purtscher (ganz links) vor der Noris-Hütte in Baad im Kleinen Walsertal, die in der Nacht des 20. Juli 1950 abbrannte.

  • Jugendheimeröffnung des Alpenvereins, Sektion Bregenz am 26. Juni 1983. Die Bedeutung der Jugendarbeit war dem Verein von Anfang an ein Anliegen.

    Jugendheimeröffnung des Alpenvereins, Sektion Bregenz am 26. Juni 1983. Die Bedeutung der Jugendarbeit war dem Verein von Anfang an ein Anliegen.

  • Bergrettung am Sonnenkopf. Obmann Ludwig Mähr führte dem Verein auch die Aufgaben des Pflanzenschutzes und des Bergrettungswesens zu.

    Bergrettung am Sonnenkopf. Obmann Ludwig Mähr führte dem Verein auch die Aufgaben des Pflanzenschutzes und des Bergrettungswesens zu.

  • Von Anbeginn an konzentrierte sich der Alpenverein auf die Ausbildung von Bergführern. Anton Neyer aus Bludenz erhielt das erste Bergführerbuch der Sektion Vorarlberg.

    Von Anbeginn an konzentrierte sich der Alpenverein auf die Ausbildung von Bergführern. Anton Neyer aus Bludenz erhielt das erste Bergführerbuch der Sektion Vorarlberg.

Hohenems

Die jüngste Stadt Vorarlbergs


Veröffentlicht am 15.05.2019 von Simone Drechsel.


Am 28. Mai 1983 wurde in der Hohenemser Geschichte ein neues Kapitel aufgeschlagen. Im Rahmen eines feierlichen Festaktes im gräflichen Palasthof und im Beisein zahlreicher Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kirche wurde Hohenems das Stadtrecht verliehen. Damit wurde nach 650 Jahren das von Kaiser Ludwig der Bayer verliehene Stadtrecht endlich vollzogen. Dieses Ereignis wurde mit einem dreitätigen Stadtfest gefeiert. Im Stadtzentrum präsentierten sich auf sieben Bühnen die zahlreichen Hohenemser Vereine.

  • Bürgermeister Otto Amann erhält von Landeshauptmann Herbert Keßler die Stadterhebungsurkunde.

    Bürgermeister Otto Amann erhält von Landeshauptmann Herbert Keßler die Stadterhebungsurkunde.

  • Im Beisein von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger präsentiert Bgm. Otto Amann die Stadterhebungsurkunde. Das Ereignis wurde vom ORF Vorarlberg live übertragen.

    Im Beisein von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger präsentiert Bgm. Otto Amann die Stadterhebungsurkunde. Das Ereignis wurde vom ORF Vorarlberg live übertragen.

  • Nach dem Festakt verkündeten ein Herold und ein Fanfarenzug den Vollzug des Stadtrechtes und läuteten damit das Volksfest ein.

    Nach dem Festakt verkündeten ein Herold und ein Fanfarenzug den Vollzug des Stadtrechtes und läuteten damit das Volksfest ein.

  • Am Freitag fand die Verabschiedung der „Marktgemeinde“ statt und am Samstagnachmittag dann das eigentliche „Volksfest zur Stadterhebung“.

    Am Freitag fand die Verabschiedung der „Marktgemeinde“ statt und am Samstagnachmittag dann das eigentliche „Volksfest zur Stadterhebung“.

  • Viele Vorarlberger feierten mit den Emsern das große Ereignis. Wie hier auf dem Schlossplatz.

    Viele Vorarlberger feierten mit den Emsern das große Ereignis. Wie hier auf dem Schlossplatz.

Vorkloster

seit 100 Jahren Teil von Bregenz


Veröffentlicht am 07.05.2019 von Thomas Feurstein.


Das Vorarlberger Volksblatt schreibt am 16. Mai 1919: „In der Sitzung des Landesrates wurden gestern die Beschlüsse der Gemeindevertretungen von Bregenz und Rieden betreffend die Vereinigung der beiden Gemeinwesen, die in Bregenz und Rieden am 4. Mai durch Volksabstimmung fast einhellig bestätigt worden waren, genehmigt. Da alle gesetzlichen Bedingungen zur Vereinigung der beiden Gemeinden erfüllt sind und die Landesregierung keinerlei Einwendungen dagegen aus öffentlichen Rücksichten erhebt, ist die Schaffung von Groß-Bregenz auch formell vollzogen.“ Bei besagter Volksabstimmung gab es in Bregenz 455 Ja- und 5 Neinstimmen, in Rieden bei 844 Zustimmungen nur 2 Ablehnungen.

  • Südtiroler-Siedlung mit Kirche St. Gebhard 1959. Als Folge der Option kam es im 2. Weltkrieg zur Gründung der Südtirolersiedlung. Im Bereich Schendlingen-Brielgasse errichtete die VOGEWOSI 518 Wohnungen für Tausende Zuwanderer.

    Südtiroler-Siedlung mit Kirche St. Gebhard 1959. Als Folge der Option kam es im 2. Weltkrieg zur Gründung der Südtirolersiedlung. Im Bereich Schendlingen-Brielgasse errichtete die VOGEWOSI 518 Wohnungen für Tausende Zuwanderer.

  • Seit 1960 prägen Hochhäuser das Vorkloster und Rieden. Die akute Wohnungsnot ließ in Rieden-Vorkloster fast 20 Hochhäuser entstehen. Sie sind bis heute Symbole für die Aufbruchsstimmung der 60-er Jahre.

    Seit 1960 prägen Hochhäuser das Vorkloster und Rieden. Die akute Wohnungsnot ließ in Rieden-Vorkloster fast 20 Hochhäuser entstehen. Sie sind bis heute Symbole für die Aufbruchsstimmung der 60-er Jahre.

  • Zum Zentrum der Industriezone in Bregenz-Vorkloster entwickelte sich die Gegend um die Quellenstraße. Wo noch 1826 ein Feld ohne Häuser war, war bis 1900 das ganze Quellenviertel zur Gänze verbaut.

    Zum Zentrum der Industriezone in Bregenz-Vorkloster entwickelte sich die Gegend um die Quellenstraße. Wo noch 1826 ein Feld ohne Häuser war, war bis 1900 das ganze Quellenviertel zur Gänze verbaut.

  • Einer der führenden Industriebetriebe in Bregenz-Vorkloster war die  Wollgarn-Spinnerei Schoeller, die 1898 hier ihren Standort eröffnete. 1951 waren hier ca. 400 Personen beschäftigt.

    Einer der führenden Industriebetriebe in Bregenz-Vorkloster war die Wollgarn-Spinnerei Schoeller, die 1898 hier ihren Standort eröffnete. 1951 waren hier ca. 400 Personen beschäftigt.

  • Bau der Achsiedlung 1975: Zwischen 1974 und 1982 wurde am Stadtrand von Bregenz eine Siedlung mit insgesamt rund 850 Wohnungen errichtet. Die Realisierung des Bauvorhabens fällt in die Zeit, als der „rote“ Fritz Mayer Bürgermeister von Bregenz war.

    Bau der Achsiedlung 1975: Zwischen 1974 und 1982 wurde am Stadtrand von Bregenz eine Siedlung mit insgesamt rund 850 Wohnungen errichtet. Die Realisierung des Bauvorhabens fällt in die Zeit, als der „rote“ Fritz Mayer Bürgermeister von Bregenz war.

Unser tägliches Brot

Eine 14.400 Jahre alte Erfolgsgeschichte


Veröffentlicht am 06.05.2019 von Simone Drechsel.


Die ältesten bekannten Reste von ungesäuertem Brot stammen aus dem Nordosten Jordaniens. Der Bau von Backöfen und die Entdeckung der Hefe und deren Wirkung veränderten das Brotbacken nachhaltig. In Bregenz kann für das Jahr 1400 ein Brothaus nachgewiesen werden. Anfänglich durfte nur hier das Brot, das nach Pfundgewicht hergestellt werden musste, abgegeben werden. Bald schon erfolgten erste Brotabgabebewilligungen an Bäcker. Besonders beliebt war das Schildbrot. Wegen des günstigen Preises wurde aber vor allem Roggen- und Schwarzbrot gekauft. Die ländliche Bevölkerung hingegen backte ihr Brot über die Jahrhunderte hindurch selber.

  • Freiluftbäckerei im alpinen Raum. Bevor der Bäcker das Brot einschießen kann, muss der Ofen erhitzt werden.

    Freiluftbäckerei im alpinen Raum. Bevor der Bäcker das Brot einschießen kann, muss der Ofen erhitzt werden.

  • Die Schwanenbäckerei in Wolfurt.

    Die Schwanenbäckerei in Wolfurt.

  • Erst durch die Elektrizität stehen den Bäckern verschiedene Hilfsapparate, wie diese Teigteilmaschine, zur Verfügung.

    Erst durch die Elektrizität stehen den Bäckern verschiedene Hilfsapparate, wie diese Teigteilmaschine, zur Verfügung.

  • Im Jahr 1952 haben bereits 30 von 220 Bäckereien in Vorarlberg einen elektrischen Backofen.

    Im Jahr 1952 haben bereits 30 von 220 Bäckereien in Vorarlberg einen elektrischen Backofen.

  • Seit 1949 befindet sich die fachliche Berufsschule der Bäcker in Feldkirch.

    Seit 1949 befindet sich die fachliche Berufsschule der Bäcker in Feldkirch.

Die Walgaukaserne

Der letzte Kasernenneubau Österreichs


Veröffentlicht am 29.04.2019 von Simone Drechsel.


Das 9,3 ha große Gelände befindet sich im Bludescher Ortsteil Gais und ist Haupt- und Garnisonssitz des Jägerbataillons 23. Die Walgaukaserne wurde zwischen 1986 und 1989 errichtet, kostete 635 Millionen Schilling und konnte am 30. Oktober 1989 offiziell dem Bundesheer übergeben werden. Der Bau verlief nicht immer konfliktfrei. Nach zahlreichen Protesten verzichtete das Verteidigungsministerium auf eine Flüssiggasanlage, die kurzzeitig ohne Genehmigung in Betrieb genommen worden war. Doch auch danach wurde es nicht ruhig, denn schon 1991 traten erste Baumängel auf. Als 2016 die Schließung drohte, sorgte die Kaserne erneut für Gesprächsstoff.

  • Das Gelände verfügt über eine eigene Zufahrtsstraße, der „Brigadier-Herbert-Tschamonstraße“. Er war der erste Kommandant des Jägerbataillons 23.

    Das Gelände verfügt über eine eigene Zufahrtsstraße, der „Brigadier-Herbert-Tschamonstraße“. Er war der erste Kommandant des Jägerbataillons 23.

  • Aufmarsch des Militärs zur Vertragsunterzeichnung am 4. Oktober 1984.

    Aufmarsch des Militärs zur Vertragsunterzeichnung am 4. Oktober 1984.

  • Bereits 1982 gab es Proteste vom Vorarlberger Landschaftsschutz zum geplanten Kasernenbau. Der Standort Bludesch wurde als Kompromiss-Standort dann akzeptiert.

    Bereits 1982 gab es Proteste vom Vorarlberger Landschaftsschutz zum geplanten Kasernenbau. Der Standort Bludesch wurde als Kompromiss-Standort dann akzeptiert.

  • In Anwesenheit zahlreicher Politiker und Militärs unterzeichneten Friedrich Frischenschlager und Herbert Keßler den Kasernenbauvertrag.

    In Anwesenheit zahlreicher Politiker und Militärs unterzeichneten Friedrich Frischenschlager und Herbert Keßler den Kasernenbauvertrag.

Halt Staatsgrenze!

Zoll, Zöllner und Schmuggler


Veröffentlicht am 24.04.2019 von Simone Drechsel.


Der Zöllner ist einer der ältesten bekannten Berufe und der Zoll gehört zu den ältesten Steuern. Besonders klassisch ist der Wegzoll, der sich bis heute gehalten hat. Hauptaufgabe der Zollwache, die 1830 als „Gränzwache“ aufgestellt und 1842 zur Finanzwache umorganisiert wurde, war die Zollkontrolle und die Verhinderung und Aufdeckung von Schmuggel. Durch die Grenznähe wurde in Vorarlberg viel geschmuggelt: Lebensmittel, Tabak, Tiere, Geld und Textilien. Mal organisiert, mal privat und in Notzeiten war er für viele ein einträgliches Geschäft. Es war aber immer ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Schmuggler und Zöller.

  • Zollhütte im Rätikon. Der Dienst der Zollalpinisten war hart. Sie mussten in unwegsamem Gelände den Schmugglern das Handwerk legen.

    Zollhütte im Rätikon. Der Dienst der Zollalpinisten war hart. Sie mussten in unwegsamem Gelände den Schmugglern das Handwerk legen.

  • Grenzübergang Tisis – Schaanwald. Bis zum freien Warenverkehr war eine der Hauptaufgaben der Zöllner, die Einhebung von Zöllen bei Warenimporten.

    Grenzübergang Tisis – Schaanwald. Bis zum freien Warenverkehr war eine der Hauptaufgaben der Zöllner, die Einhebung von Zöllen bei Warenimporten.

  • Bregenz - Lochau Zollschule. Hier wurden Zollbeamte aus und weitergebildet.

    Bregenz - Lochau Zollschule. Hier wurden Zollbeamte aus und weitergebildet.

  • Der Grenzübergang Au ist der größte Übergang Lustenaus in die Schweiz. Heute werden nur mehr sporadisch Personenkontrollen durchgeführt.

    Der Grenzübergang Au ist der größte Übergang Lustenaus in die Schweiz. Heute werden nur mehr sporadisch Personenkontrollen durchgeführt.

  • Zollamt Höchst – St. Margrethen, 1959. Das Schmugglerwesen barg auch Risiken. So wurde der Höchster Karl Schneider bei einem Schmuggelgang 1947 erschossen.

    Zollamt Höchst – St. Margrethen, 1959. Das Schmugglerwesen barg auch Risiken. So wurde der Höchster Karl Schneider bei einem Schmuggelgang 1947 erschossen.

Vorarlberger Hochhausboom

Chicago am Rhein


Veröffentlicht am 23.04.2019 von Thomas Feurstein.


Der Städteplaner Gerold Strele stellt dem Vorarlberger Hochhausboom der 1960er Jahre ein vernichtendes Zeugnis aus. Hier sei ohne jedes planerische Konzept vorgegangen worden, wobei sowohl Entwickler, Kommunen und Planer gleichermaßen versagt hätten. Die Entwicklung lässt sich erklären, da das Hochhaus als Symbol für den technischen Fortschritt und den Glauben an die Zukunft stand. Die mageren Nachkriegsjahre sollten endgültig der Vergangenheit angehören und die noch ländlich geprägten Kleinstädte Vorarlbergs traten mit dem Hochhaus in einen positiv wahrgenommen, dynamischen Urbanisierungsprozess ein.

  • Die meisten Hochhäuser in Vorarlberg entstanden in Bregenz, wo sie bis heute das Stadtbild prägen. So vor allem das Vorkloster, wie hier in der Gegend um den Riedenburger Bahnhof. Sie dominieren aber auch das innerstädtische Viertel rund um den Weiherplatz.

    Die meisten Hochhäuser in Vorarlberg entstanden in Bregenz, wo sie bis heute das Stadtbild prägen. So vor allem das Vorkloster, wie hier in der Gegend um den Riedenburger Bahnhof. Sie dominieren aber auch das innerstädtische Viertel rund um den Weiherplatz.

  • Kunert-Hochhäuser in Rankweil. Der Architekt Gunter Wratzfeld schreibt 1976: „Das Wohnhochaus ist eine ganz, ganz eigenartige Entwicklung des 20. Jahrhunderts, gekoppelt mit der Erfindung des Aufzugs, möchte ich fast sagen, wo vertikal Wohnungen übereinandergeschichtet sind, die untereinander keine Beziehung haben.

    Kunert-Hochhäuser in Rankweil. Der Architekt Gunter Wratzfeld schreibt 1976: „Das Wohnhochaus ist eine ganz, ganz eigenartige Entwicklung des 20. Jahrhunderts, gekoppelt mit der Erfindung des Aufzugs, möchte ich fast sagen, wo vertikal Wohnungen übereinandergeschichtet sind, die untereinander keine Beziehung haben.

  • 1954 wurde in der Dornbirner Marktstraße das erste Haus in Vorarlberg erbaut, das insgesamt acht Stockwerke erreichte. Allerdings wurde es bald durch das in unmittelbarer Nachbarschaft errichtete 10 - geschossige Messehochhaus in den Schatten gestellt.

    1954 wurde in der Dornbirner Marktstraße das erste Haus in Vorarlberg erbaut, das insgesamt acht Stockwerke erreichte. Allerdings wurde es bald durch das in unmittelbarer Nachbarschaft errichtete 10 - geschossige Messehochhaus in den Schatten gestellt.

  • Hochhaus Heldendankstraße: neben zwei Geschäftslokalen entstanden vom zweiten bis zum zwölften Obergeschoss 62 Wohnungen und zwei Dachgeschosswohnungen. In der Broschüre „Bregenz baut“ aus dem Jahr 1975 wurden besonders die 33 Tiefgaragenplätze erwähnt, die die Parkplatznot lindern sollten.

    Hochhaus Heldendankstraße: neben zwei Geschäftslokalen entstanden vom zweiten bis zum zwölften Obergeschoss 62 Wohnungen und zwei Dachgeschosswohnungen. In der Broschüre „Bregenz baut“ aus dem Jahr 1975 wurden besonders die 33 Tiefgaragenplätze erwähnt, die die Parkplatznot lindern sollten.

  • Die Hochhäuser in der Bregenzer Froschauerstraße waren eine Reaktion auf die drängende Wohnungsnot. Runde 1.000 Suchende warteten Anfang der 1970er Jahre auf die Zuteilung einer Wohnung. Die insgesamt 90 Einheiten erstrecken sich über eine Wohnnutzfläche von 6.800 m².

    Die Hochhäuser in der Bregenzer Froschauerstraße waren eine Reaktion auf die drängende Wohnungsnot. Runde 1.000 Suchende warteten Anfang der 1970er Jahre auf die Zuteilung einer Wohnung. Die insgesamt 90 Einheiten erstrecken sich über eine Wohnnutzfläche von 6.800 m².

Bewahren, forschen, vermitteln

Das Vorarlberger Landearchiv


Veröffentlicht am 09.04.2019 von Simone Drechsel.


Seit dem vollständigen Umzug im Jahr 1920 wird das Archivgut des Landes Vorarlberg in der Kirchstraße verwahrt und gesichert. Als Viktor Kleiner 1898 zum ersten Landesarchivar bestellt wurde, befanden sich die Räumlichkeiten noch in der Seekaserne. Innerhalb weniger Jahre baute er das Archiv zu einer autonomen Landeseinrichtung aus, in der neben dem Archivgut des Landes, auch jenes des Staates, ehemaligen Gerichtsgemeinden, Pfarren und Gemeinden gesammelt werden. Die Kellerräume waren für deren Lagerung nicht geeignet und so wurde ein eigenes Magazingebäude errichtet. Dieses wurde von 2001 – 2003 saniert und mit einem Tiefenspeicher verbunden.

  • Lesesaal. Obwohl schon 1977 aus dem Archiv ausgegliedert und als Dienststelle eigenständig, befand sich Landesbibliothek bis 1985 in der Kirchstraße

    Lesesaal. Obwohl schon 1977 aus dem Archiv ausgegliedert und als Dienststelle eigenständig, befand sich Landesbibliothek bis 1985 in der Kirchstraße

  • Depotraum in Landesarchiv. Das Magazingebäude wurde zu Beginn der 1930er Jahre von Architekt Willibald Braun entworfen.

    Depotraum in Landesarchiv. Das Magazingebäude wurde zu Beginn der 1930er Jahre von Architekt Willibald Braun entworfen.

  • Umbauarbeiten im Landesarchiv im Jahr 1985.

    Umbauarbeiten im Landesarchiv im Jahr 1985.

  • Das Palais wurde zwischen 1688 und 1690 von Bregenzer Stadtammann Johann Mathias Christoph von Bildstein errichtet und 1732 von Graf Ferdinand Ludwig von Wolfegg erworben.

    Das Palais wurde zwischen 1688 und 1690 von Bregenzer Stadtammann Johann Mathias Christoph von Bildstein errichtet und 1732 von Graf Ferdinand Ludwig von Wolfegg erworben.

  • Eröffnung der Aron Tänzer Ausstellung im Landesarchiv durch den damaligen Landesarchivar Karlheinz Burmeister.

    Eröffnung der Aron Tänzer Ausstellung im Landesarchiv durch den damaligen Landesarchivar Karlheinz Burmeister.

Die Elektra Bregenz

Ein Teil Vorarlberger Wirtschaftsgeschichte


Veröffentlicht am 02.04.2019 von Simone Drechsel.


Bei der Weltausstellung 1893 in Chicago präsentierte Friedrich Wilhelm Schindler die erste vollständig ausgebaute elektrische Heiz- und Kocheinrichtung und legte damit den Grundstein für die Gründung der „Elektra Bregenz“. Die bald zur führenden Firma in der Herstellung elektrothermischer Geräte wurde. Nachdem die Produktpalette in diesem Segment ständig erweitert worden war, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Erzeugung von Elektro-Kühlschränken begonnen. 1985 erfolgte die Übernahme der Tiroliawerke in Schwaz und damit einhergehend eine Standortverlegung. Die Betriebsschließung des Standortes Bregenz erfolgte im Jahr 1989.

  • 1948 kam der erste Elektroherd mit thermostatischer Temperaturregelung des Backrohres auf den Markt.

    1948 kam der erste Elektroherd mit thermostatischer Temperaturregelung des Backrohres auf den Markt.

  • Friedrich Wilhelm Schindler (1856-1920), Pionier der Elektrizitätswirtschaft. Er trug maßgeblich zum Ausbau des Vorarlberger Stromnetzes bei.

    Friedrich Wilhelm Schindler (1856-1920), Pionier der Elektrizitätswirtschaft. Er trug maßgeblich zum Ausbau des Vorarlberger Stromnetzes bei.

  • Aufnahme des Firmengeländes aus dem Jahr 1959. Das Elektra-Areal wurde 1990 an die Generali verkauft.

    Aufnahme des Firmengeländes aus dem Jahr 1959. Das Elektra-Areal wurde 1990 an die Generali verkauft.

  • Im Bregenzer Stadtteil Rieden-Vorkloster ließ Friedrich Wilhelm Schindler ein eigenes Elektrizitätswerk errichten.

    Im Bregenzer Stadtteil Rieden-Vorkloster ließ Friedrich Wilhelm Schindler ein eigenes Elektrizitätswerk errichten.

Das Rote Kreuz

Aus Liebe zum Menschen


Veröffentlicht am 25.03.2019 von Simone Drechsel.


Am 22.08.1880 wurde in Bregenz der Patriotische Landes-Hilfsverein gegründet, dem gleich 522 Männer und 35 Frauen als ordentliche Mitglieder beitraten. Mit dem Eintritt in die Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz mussten u.a. Forderungen wie die Vermehrung von Mitgliedern, die Ausbildung von ärztlichem Personal im Kriegsfall und Verwundetentransporte erfüllt werden. 1899 wurde beschlossen, diese und andere Aufgaben auch in Friedenszeiten zu übernehmen. Die Zunahme von Betriebs-, Verkehrs- und Sportunfällen machten das Rettungswesen zu einem wichtigen Bestandteil. Heute beschäftigt das Rote Kreuz Vorarlberg rund 200 hauptamtliche und 1.600 ehrenamtliche Mitarbeiter.

  • Fuhrpark des Roten Kreuzes Hard, 1974. 1912 konnte der Landeshilfsverein dank zahlreicher Spenden sein erstes Fahrzeug, einen „Krankenlandauer“, ankaufen.

    Fuhrpark des Roten Kreuzes Hard, 1974. 1912 konnte der Landeshilfsverein dank zahlreicher Spenden sein erstes Fahrzeug, einen „Krankenlandauer“, ankaufen.

  • Rotkreuz-Ausbildung in Lustenau, 1974

    Rotkreuz-Ausbildung in Lustenau, 1974

  • Das Gemetzel bei der Schlacht von Solferino 1859 stand am Anfang des Rotkreuz-Gedankens. 1863 gründete Henry Dunant das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.

    Das Gemetzel bei der Schlacht von Solferino 1859 stand am Anfang des Rotkreuz-Gedankens. 1863 gründete Henry Dunant das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.

  • Ein Schulbus wird von einem Güterzug erfasst. An der Rettungsübung 1975 beteiligten sich über 100 Sanitäter, Ärzte, Feuerwehrleute, Gendarmen und Helfer.

    Ein Schulbus wird von einem Güterzug erfasst. An der Rettungsübung 1975 beteiligten sich über 100 Sanitäter, Ärzte, Feuerwehrleute, Gendarmen und Helfer.

  • Leitfunkstelle des Roten Kreuzes im Jahr 1986.

    Leitfunkstelle des Roten Kreuzes im Jahr 1986.

Zerstörung der Schanatobelbrücke

24-tägige Verkehrsunterbrechung der Arlbergbahn


Veröffentlicht am 18.03.2019 von Harald Eberle.


Am Morgen des 27. Jänner 1968 riss die Schanatobellawine im Ortsgebiet von Innerbraz die gleichnamige Eisenbahnbrücke samt Oberleitung in die Tiefe. Glücklicher Weise wurden dabei keine Menschen in Mitleidenschaft gezogen. Aufgrund der anhaltenden Lawinengefahr und der Beengtheit des Gebietes musste die Arlbergbahn für insgesamt 24 Tage gesperrt werden. Als Behelfsbrücke wurde ein ehemaliges Kriegsbrückengerät der deutschen Wehrmacht aufgebaut. Da das ursprüngliche Bauwerk gekrümmt war und die Behelfsbrücke nur einen geraden Brückenbau erlaubte, gestalteten sich die Arbeiten als äußerst aufwendig und schwierig.

  • Diese Aufnahme aus dem Jahr 1929 zeigt die ursprüngliche Konstruktion der Schanatobelbrücke.

    Diese Aufnahme aus dem Jahr 1929 zeigt die ursprüngliche Konstruktion der Schanatobelbrücke.

  • Die Behelfsbrücke musste das 56 Meter breite Schanatobel überbrücken.

    Die Behelfsbrücke musste das 56 Meter breite Schanatobel überbrücken.

  • Neben Bahnbrücke und Oberleitung wurde auch die Hochspannungsleitung der Vorarlberger Illwerke von der Lawine in Mitleidenschaft gezogen.

    Neben Bahnbrücke und Oberleitung wurde auch die Hochspannungsleitung der Vorarlberger Illwerke von der Lawine in Mitleidenschaft gezogen.

  • Während der Bauarbeiten mussten 408 Züge über deutsches Staatsgebiet umgeleitet werden.

    Während der Bauarbeiten mussten 408 Züge über deutsches Staatsgebiet umgeleitet werden.

  • Das 135 Tonnen schwere Brückenbauwerk wurde von der Lawine mitgerissen und kam über 100 Meter unterhalb der Bahntrasse zu liegen.

    Das 135 Tonnen schwere Brückenbauwerk wurde von der Lawine mitgerissen und kam über 100 Meter unterhalb der Bahntrasse zu liegen.

  • Im November 1968 wurde die Behelfsbrücke durch eine Stabbogenbrücke ersetzt, welche noch heute genutzt wird.

    Im November 1968 wurde die Behelfsbrücke durch eine Stabbogenbrücke ersetzt, welche noch heute genutzt wird.

Die Funken

Ein bedeutendes Brauchtum in Vorarlberg


Veröffentlicht am 11.03.2019 von Simone Drechsel.


Brauchtum lebt und ändert sich daher auch im Laufe der Zeit. So auch das Funkenbrauchtum. Die jährlichen Fasnachtsschlachten, die zu Beginn des 16. Jh. für Bregenz nachgewiesen sind, entwickelten sich zum heutigen Funkenbrauchtum weiter. Während das wilde Fackelschwingen die rituellen Kämpfe ersetzte, verloren diese im Laufe des 18. Jh. gegenüber den großen Feuern an Bedeutung. In der Chronik von St. Gerold 1777 stand das Fackelschwingen noch im Vordergrund und das große Feuer bildete nur den Abschluss. In einer 1858 veröffentlichen Studie ist zum ersten Mal die Rede von einer Funkenhexe in Vorarlberg.

  • Schrunser Funken aus dem Jahr 1974. Neben dem Funken gibt es noch Fackelschwinger.

    Schrunser Funken aus dem Jahr 1974. Neben dem Funken gibt es noch Fackelschwinger.

  • Anfänglich war der Funken ein Nadelbaum, der mit leicht brennbarem Material umgeben war und dann angezündet wurde. Dabei entstanden zahlreiche Funkenteilchen und so fiel die Wortumlegung „Funken“ auf ein großes Feuer leichter.

    Anfänglich war der Funken ein Nadelbaum, der mit leicht brennbarem Material umgeben war und dann angezündet wurde. Dabei entstanden zahlreiche Funkenteilchen und so fiel die Wortumlegung „Funken“ auf ein großes Feuer leichter.

  • Ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. erlebten die Funken mit der symbolischen Hexenverbrennung einen enormen Anstieg. Raggaler Funken von 1976.

    Ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. erlebten die Funken mit der symbolischen Hexenverbrennung einen enormen Anstieg. Raggaler Funken von 1976.

  • Dieser „Funkenbaum“ legt nahe, dass es sich dabei um die Verkörperung eines Vegetationsgeistes handelte, dessen Tod im Frühjahr als Vorstufe der Wiedererstehung sein musste. Im 19. Jh. verstehen es die Menschen nicht mehr. Schrunser Funken 1974.

    Dieser „Funkenbaum“ legt nahe, dass es sich dabei um die Verkörperung eines Vegetationsgeistes handelte, dessen Tod im Frühjahr als Vorstufe der Wiedererstehung sein musste. Im 19. Jh. verstehen es die Menschen nicht mehr. Schrunser Funken 1974.

Selbstbedienung

Der Niedergang der Tante-Emma-Läden


Veröffentlicht am 23.02.2019 von Simone Drechsel.


Die ersten Lebensmittelselbstbedienungsgeschäfte Österreichs wurden zwischen 1951 und 1953 von den Konsumgenossenschaften eröffnet. Im Frühjahr 1959 hatten von 1500 SPAR-Einzelhandelsgeschäften österreichweit bereits 250 auf Teilselbstbedienung umgestellt und rund 20 Jahre später hatten von 476 Vorarlberger Lebensmittelgeschäften mit Vollsortiment bereits 375 auf Vollselbstbedienung umgestellt. Ein großes Problem bei der Umstellung war die Verpackung der Ware, aber auch die Verkaufsräume mussten dementsprechend adaptiert werden. Vorarlberg verfügte auf Grund der Grenznähe und des hohen Wettbewerbes schon bald über den höchsten Anteil an SB-Geschäften in ganz Österreich.

  • Zu Beginn der 1870er Jahre wurden die ersten Konsumvereine in Vorarlberg gegründet. Ziel war eine billigere Versorgung ihrer Mitglieder mit Verbrauchsgütern.

    Zu Beginn der 1870er Jahre wurden die ersten Konsumvereine in Vorarlberg gegründet. Ziel war eine billigere Versorgung ihrer Mitglieder mit Verbrauchsgütern.

  • Am 3. Mai 1973 demonstrierten 450 Handelsangestellte gegen die geplante Ladenschlussverordnung.

    Am 3. Mai 1973 demonstrierten 450 Handelsangestellte gegen die geplante Ladenschlussverordnung.

  • Die größeren und praktischeren Einkaufswagen lösten schon bald die Einkaufskörbe ab.

    Die größeren und praktischeren Einkaufswagen lösten schon bald die Einkaufskörbe ab.

  • Freihandaufstellung der Waren, Durchgänge für Kunden und deren Einkaufskörbe/-wagen – dafür wurde nun mehr Verkaufsfläche benötigt.

    Freihandaufstellung der Waren, Durchgänge für Kunden und deren Einkaufskörbe/-wagen – dafür wurde nun mehr Verkaufsfläche benötigt.

  • Das Sortiment der Lebensmittelgeschäfte wird ständig vergrößert und erweitert.

    Das Sortiment der Lebensmittelgeschäfte wird ständig vergrößert und erweitert.

Rosl Bitschnau

Pionierin der Suchtkrankenhilfe


Veröffentlicht am 21.02.2019 von Thomas Feurstein.


Rosl Bitschnau (1925-2015) hat wie kaum eine andere Persönlichkeit die soziale Landschaft Vorarlbergs gestaltet. Geprägt von ihrem Beruf als Kindergärtnerin, in dem sie das individuelle und familiäre Elend durch den Alkoholismus erlebte, widmete sie ihr Leben der Betreuung von Menschen mit Suchtproblemen. Nach Gründung des Sozialmedizinischen Dienstes der Caritas setzte sie ihre ganze Kraft für die Errichtung eines eigenen Suchtkrankenhauses in unserem Lande ein. Bis zu ihrer Pensionierung war Rosl Bitschnau im Vorstand und in den Folgejahren im Kuratorium der Stiftung Maria Ebene tätig.

  • Das Seraphische Liebeswerk, eine Gründung der Kapuziner, betrieb Heime für sozial benachteiligte Kinder. 1958 wurde oberhalb von Frastanz das Kinderheim Maria Ebene eröffnet. 1973 entschieden sich die Kapuziner das Anwesen für das Krankenhaus zur Verfügung zu stellen.

    Das Seraphische Liebeswerk, eine Gründung der Kapuziner, betrieb Heime für sozial benachteiligte Kinder. 1958 wurde oberhalb von Frastanz das Kinderheim Maria Ebene eröffnet. 1973 entschieden sich die Kapuziner das Anwesen für das Krankenhaus zur Verfügung zu stellen.

  • Nach umfangreichen Umbauten konnten 1976 die ersten Patienten aufgenommen werden. Die offizielle Eröffnung erfolgte dann 1979. Wenig später übernahm Dr. Reinhard Haller als damals jüngster Primararzt Österreichs die Leitung.

    Nach umfangreichen Umbauten konnten 1976 die ersten Patienten aufgenommen werden. Die offizielle Eröffnung erfolgte dann 1979. Wenig später übernahm Dr. Reinhard Haller als damals jüngster Primararzt Österreichs die Leitung.

  • Rosl Bitschnau wurde 1979 von Landeshauptmann Herbert Kessler mit dem Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg ausgezeichnet.

    Rosl Bitschnau wurde 1979 von Landeshauptmann Herbert Kessler mit dem Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg ausgezeichnet.

  • 1979 erfolgte die feierliche Eröffnung des Krankenhauses Stiftung Maria Ebene: v.l.n.r. Landesrat Fredy Mayer, Psychiater Kornelius Kryspin-Exner, Rosl Bitschnau, Landesstatthalter Martin Purtscher, Bischof Bruno Wechner, Landeshauptmann Herbert Keßler

    1979 erfolgte die feierliche Eröffnung des Krankenhauses Stiftung Maria Ebene: v.l.n.r. Landesrat Fredy Mayer, Psychiater Kornelius Kryspin-Exner, Rosl Bitschnau, Landesstatthalter Martin Purtscher, Bischof Bruno Wechner, Landeshauptmann Herbert Keßler

  • Das Krankenhaus Maria Ebene wurde mit vielen arbeitstherapeutischen Einrichtungen ausgestattet. Dazu gehörten eine Schreinerei sowie Räume für Bastel-, Metall- oder Näharbeiten.

    Das Krankenhaus Maria Ebene wurde mit vielen arbeitstherapeutischen Einrichtungen ausgestattet. Dazu gehörten eine Schreinerei sowie Räume für Bastel-, Metall- oder Näharbeiten.

Citytunnel

Autobahnanschluss für Bregenz


Veröffentlicht am 18.02.2019 von Harald Eberle.


Als der Pfändertunnel im Dezember 1980 feierlich in Betrieb genommen wurde, fehlte noch ein Autobahnanschluss für die Stadt Bregenz. Ein rund zwei Kilometer langer, unterirdischer Zubringer vom Südportal des Pfändertunnels zur Anschlussstelle Bregenz-City kristallisierte sich als vermeintlich beste Lösung heraus. Durch die aufwendige Bauweise und die schwierigen geologischen Verhältnisse konnte der Citytunnel erst am 7. Juli 1984 für den Verkehr freigegeben und Bregenz mit fast vier Jahren Verzögerung an das Autobahnnetz angeschlossen werden. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf 466 Millionen Schilling.

  • Beim Tunnelvortrieb kam es mehrmals zu Einbrüchen an der Erdoberfläche, hier bei der Stadtgärtnerei.

    Beim Tunnelvortrieb kam es mehrmals zu Einbrüchen an der Erdoberfläche, hier bei der Stadtgärtnerei.

  • Von der Anschlussstelle Weidach bis zur Landesstraße beim Haus Franz Ritter wurde der Tunnel in offener Bauweise erstellt.

    Von der Anschlussstelle Weidach bis zur Landesstraße beim Haus Franz Ritter wurde der Tunnel in offener Bauweise erstellt.

  • Der Abschnitt unter der Josef-Huter-Straße wurde bergmännisch vorangetrieben.

    Der Abschnitt unter der Josef-Huter-Straße wurde bergmännisch vorangetrieben.

  • Tunnelpatin Annelies Mathis löste den symbolischen ersten Sprengschuss aus.

    Tunnelpatin Annelies Mathis löste den symbolischen ersten Sprengschuss aus.

  • Die feierliche Eröffnung fand am 05. Juli 1984 statt.

    Die feierliche Eröffnung fand am 05. Juli 1984 statt.

  • Paul Gmeiner, Konrad Blank, Siegfried Gasser, Elmar Rümmele, Karl Sekanina und Fritz Mayer bei der Eröffnung.

    Paul Gmeiner, Konrad Blank, Siegfried Gasser, Elmar Rümmele, Karl Sekanina und Fritz Mayer bei der Eröffnung.

Fasching

Närrisches Treiben im Ländle


Veröffentlicht am 15.02.2019 von Simone Drechsel.


In der fünften Jahreszeit spielen Masken, Umzüge, Musik und Verkleidungen eine große Rolle. 1948 spielte sich wieder ein frohes Faschingstreiben ab. So fanden sich die Dornbirner unangekündigt und selbständig zu einem Umzug zusammen, der solche Menschenmengen anzog, dass die Straßen gesperrt werden mussten. In dieser „stoffarmen“ Zeit mussten alte, ausgediente Textilen für die Kostüme herhalten und Ruß diente als Schminke. Die kleinen „Mäschgerle“ wurden mit Äpfeln und Brot beschenkt. Das närrische Treiben machte aber auch vor den anderen Städten und Gemeinden nicht halt.

  • Eine männliche Garde beim Faschingsumzug in Klaus 1988.

    Eine männliche Garde beim Faschingsumzug in Klaus 1988.

  • Bereits Mitte des 18. Jh. wurden in Bregenz erste Maskenbälle organisiert. Diese erhielten, auch noch im 19. Jh. nur geringen Zuspruch. Änderte sich im 20. Jh.

    Bereits Mitte des 18. Jh. wurden in Bregenz erste Maskenbälle organisiert. Diese erhielten, auch noch im 19. Jh. nur geringen Zuspruch. Änderte sich im 20. Jh.

  • Die Guggamusik hat ihren Ursprung im Vertreiben der Wintergeister durch das Blasen von Kuhhörnern. Dabei sollte es möglichst laut, schräg und jämmerlich sein. Der Begriff ist erstmals für die Basler Fasnacht von 1906 belegt.

    Die Guggamusik hat ihren Ursprung im Vertreiben der Wintergeister durch das Blasen von Kuhhörnern. Dabei sollte es möglichst laut, schräg und jämmerlich sein. Der Begriff ist erstmals für die Basler Fasnacht von 1906 belegt.

  • Faschingskostüme aus dem Jahr 1932. Linkes Bild: Herbert Kunze. Auf dem Rechten v.l.n.r.: Ferry Fink, Werner Schlegel und Alfred Hämmerle.

    Faschingskostüme aus dem Jahr 1932. Linkes Bild: Herbert Kunze. Auf dem Rechten v.l.n.r.: Ferry Fink, Werner Schlegel und Alfred Hämmerle.

Die Trisannabrücke - ein Denkmal österreichischer Ingenieurskunst

Entlang der Arlbergbahn 3/3


Veröffentlicht am 13.02.2019 von Harald Eberle.


Als im Jahr 1880 mit dem Bau der Arlbergbahn begonnen wurde, war es üblich Talstrecken mittels Steinbrücken zu überqueren. Dieses Verfahren schien am Eingang des Paznauns aber wegen der erforderlichen Spannweite und der enormen Höhe nicht durchführbar. Nur sehr widerwillig griff man daher einen Vorentwurf einer Eisenkonstruktion auf und nahm die „Zersetzbarkeit des Materials und seine molekularen Veränderlichkeiten“ in Kauf. So kam es zu der Konzeption eines stählernen Halbparabel-Trägers mit untenliegender Fahrbahn. Mit einer Stützweite von 120 Metern zählte das Trisanna-Projekt zu den größten Brückentragwerken des europäischen Kontinents.

  • Die Urausführung wurde im Jahr 1883 im Zuge des Arlbergbahnbaus in nur 12 Monaten erbaut. Die zu diesem Zweck installierte elektrische Ausleuchtung war damals eine Sensation.

    Die Urausführung wurde im Jahr 1883 im Zuge des Arlbergbahnbaus in nur 12 Monaten erbaut. Die zu diesem Zweck installierte elektrische Ausleuchtung war damals eine Sensation.

  • Steigende Achslasten und die Elektrifizierung führten 1923 dazu, dass die Brücke mit einem unten angeordneten Fischbauchträger verstärkt werden musste.

    Steigende Achslasten und die Elektrifizierung führten 1923 dazu, dass die Brücke mit einem unten angeordneten Fischbauchträger verstärkt werden musste.

  • Das Bauwerk überspannt in einer Gesamtlänge von 230 Metern den Eingang des Paznauns auf einer Höhe von 87 Metern.

    Das Bauwerk überspannt in einer Gesamtlänge von 230 Metern den Eingang des Paznauns auf einer Höhe von 87 Metern.

  • Direkt an der Trisannabrücke steht Schloss Wiesberg, welches vermutlich im 13. Jahrhundert durch den Hochstift Chur erbaut wurde.

    Direkt an der Trisannabrücke steht Schloss Wiesberg, welches vermutlich im 13. Jahrhundert durch den Hochstift Chur erbaut wurde.

  • 1964 wurde die alte Brücke komplett durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt, indem diese auf einem Lehrgerüst errichtet und im Verlauf einer Nacht in die Widerlager geschoben wurde. Zur damaligen Zeit stellte dieses Verfahren eine ingenieurmäßige Herausforderung dar und wurde weltweit rezipiert.

    1964 wurde die alte Brücke komplett durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt, indem diese auf einem Lehrgerüst errichtet und im Verlauf einer Nacht in die Widerlager geschoben wurde. Zur damaligen Zeit stellte dieses Verfahren eine ingenieurmäßige Herausforderung dar und wurde weltweit rezipiert.

Der Arlbergtunnel

Entlang der Arlbergbahn 2/3


Veröffentlicht am 12.02.2019 von Thomas Feurstein.


Nachdem am Sonntag, den 21. September 1884 nach mehrjähriger Bauzeit der Arlbergtunnel zunächst eingleisig eröffnet wurde, berichtete das Vorarlberger Volkblatt am Dienstag darauf ausführlich: „Die Eröffnung der Arlbergbahn hat sich durch die Fahrt des kaiserlichen Zuges auf derselben bereits vollzogen. Wer vermag heute schon die ganze Wirkung ermessen, die der neu erschlossene Schienenweg für den großen Weltverkehr zur Folge haben wird. Wie viele Hoffnungen und Wünsche, wie mancherlei stille und laute Befürchtungen mögen an dieses große Ereignis sich knüpfen.“

  • Die Bauarbeiten am Arlbergtunnel begannen erst im Jahr 1880 und wurden schon nach vier Jahren abgeschlossen. Die kurze Bauzeit konnte nur mit einer Vielzahl von Arbeitern erreicht werden, so arbeiteten 1883 an den Ost- und Westrampen jeweils über 4.000 Arbeiter.

    Die Bauarbeiten am Arlbergtunnel begannen erst im Jahr 1880 und wurden schon nach vier Jahren abgeschlossen. Die kurze Bauzeit konnte nur mit einer Vielzahl von Arbeitern erreicht werden, so arbeiteten 1883 an den Ost- und Westrampen jeweils über 4.000 Arbeiter.

  • Das rußgeschwärzte Portal in Langen am Arlberg zeigt, dass lange auch im Tunnel mit Dampflokomotiven gefahren wurde. Besonders an Tagen mit Windstille sorgte das für schlechte Luft im Tunnel. 1924 wurde dieses Problem durch die Elektrifizierung der Strecke endgültig gelöst.

    Das rußgeschwärzte Portal in Langen am Arlberg zeigt, dass lange auch im Tunnel mit Dampflokomotiven gefahren wurde. Besonders an Tagen mit Windstille sorgte das für schlechte Luft im Tunnel. 1924 wurde dieses Problem durch die Elektrifizierung der Strecke endgültig gelöst.

  • 2005 wurde der Arlbergtunnel an den aktuellen Stand der Technik und an geltende Sicherheitsstandards angepasst. So wurden für Flucht- und Rettungsnischen 5.000 m³ Material ausgebrochen.

    2005 wurde der Arlbergtunnel an den aktuellen Stand der Technik und an geltende Sicherheitsstandards angepasst. So wurden für Flucht- und Rettungsnischen 5.000 m³ Material ausgebrochen.

  • Am Ostportal erinnert ein Denkmal an den leitenden Ingenieur Julius Lott, dem fälschlicherweise nachgesagt wurde, dass er sich das Leben genommen habe, weil sich die Tunnelenden nicht getroffen hätten. Tatsächlich aber verstarb Lott 1883, noch bevor der Bau fertiggestellt war, in Wien an Tuberkulose.

    Am Ostportal erinnert ein Denkmal an den leitenden Ingenieur Julius Lott, dem fälschlicherweise nachgesagt wurde, dass er sich das Leben genommen habe, weil sich die Tunnelenden nicht getroffen hätten. Tatsächlich aber verstarb Lott 1883, noch bevor der Bau fertiggestellt war, in Wien an Tuberkulose.

  • Die Alpine Skiweltmeisterschaft 2001 war der Anlass, die Bahntrasse in St. Anton an den südlichen Rand der Siedlung zu verlegen.

    Die Alpine Skiweltmeisterschaft 2001 war der Anlass, die Bahntrasse in St. Anton an den südlichen Rand der Siedlung zu verlegen.

Schwarzer Tag für die ÖBB

Entlang der Arlbergbahn 1/3


Veröffentlicht am 06.02.2019 von Thomas Feurstein.


Am 11. August 1995 ereignete sich auf der Arlbergstrecke bei Braz ein katastrophales Zugsunglück, bei dem eine Mure einen von Wien kommenden Intercity-Zug erfasste. Die VN berichteten damals: “Die Lok und drei weitere Waggons des mit über 100 Personen besetzten Schnellzugs wurden von den Geröllmassen in das darunter liegende Tobel geschleudert, ein Waggon blieb umgekippt auf dem Gleis liegen. Den rund 200 Einsatzkräften der Rettungsmannschaften bot sich ein Bild des Grauens.“ Der Grund des Unglücks war die weggerissene Brücke über den Masonbach, der über seine Ufer getreten war.

  • Anhaltende Gewitter, verschüttete Straßen und steiles Gelände im Bereich der Arlbergstrecke erschwerten die Bergung. In der Nacht nach dem Unglück waren zahlreiche Helfer von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Bergrettung und Gendarmerie im Einsatz.

    Anhaltende Gewitter, verschüttete Straßen und steiles Gelände im Bereich der Arlbergstrecke erschwerten die Bergung. In der Nacht nach dem Unglück waren zahlreiche Helfer von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Bergrettung und Gendarmerie im Einsatz.

  • Für die Aufräumungsarbeiten wurde laut ÖBB-Streckenchef Günter Pircher ein Hilfszug mit einem Kran aus Wels angefordert.

    Für die Aufräumungsarbeiten wurde laut ÖBB-Streckenchef Günter Pircher ein Hilfszug mit einem Kran aus Wels angefordert.

  • Am nächsten Tag besuchte auch der damalige Landeshauptmann Martin Purtscher den Unglücksort. Bezirkshauptmann Leo Walser hatte auch Kräfte des Österreichischen Bundesheers angefordert, die noch in der Nacht im Klostertal eintrafen.

    Am nächsten Tag besuchte auch der damalige Landeshauptmann Martin Purtscher den Unglücksort. Bezirkshauptmann Leo Walser hatte auch Kräfte des Österreichischen Bundesheers angefordert, die noch in der Nacht im Klostertal eintrafen.

  • Die Arlbergstrecke blieb damals mehrere Wochen gesperrt, da in schwierigem Gelände eine Ersatzbrücke errichtet werden musste.

    Die Arlbergstrecke blieb damals mehrere Wochen gesperrt, da in schwierigem Gelände eine Ersatzbrücke errichtet werden musste.

  • Das folgenschwere Zugsunglück veranlasste die Wildbach- und Lawinenverbauung den Masonbach mit massiven Talsperren zu bändigen.

    Das folgenschwere Zugsunglück veranlasste die Wildbach- und Lawinenverbauung den Masonbach mit massiven Talsperren zu bändigen.

F.M. Hämmerle

ein Textilgigant aus Vorarlberg


Veröffentlicht am 29.01.2019 von Thomas Feurstein.


Franz Martin Hämmerle gründete 1836 mit 21 Jahren die Firma, die zunächst in einem Dornbirner Wohnhaus untergebracht war. Zahlreiche Übernahmen und Neubauten sorgten dafür, dass F.M. Hämmerle 70 Jahre später über 1.900 Arbeiter beschäftigte und zum größten Textilunternehmen Österreichs angewachsen war. Der allgemeine Niedergang der europäischen Textindustrie verschonte auch F.M. Hämmerle nicht: 2008 musste Konkurs angemeldet werden und 2016 auch die Spinnerei in Feldkirch-Gisingen geschlossen werden.

  • Dornbirn Steinebach war die Keimzelle des Betriebs. Im Glöckele-Haus färbte der junge Franz Martin Hämmerle Garn für seine Weber. Der Steinebach lieferte die Energie für die ersten eigenen Webstühle.

    Dornbirn Steinebach war die Keimzelle des Betriebs. Im Glöckele-Haus färbte der junge Franz Martin Hämmerle Garn für seine Weber. Der Steinebach lieferte die Energie für die ersten eigenen Webstühle.

  • An der Sägenstraße entstand eine Buntweberei für Kleider- und Hemdenstoffe. 1961 – zum 150-jährigen Firmenjubiläum – waren hier 760 Webstühle im größten Websaal Österreichs installiert.

    An der Sägenstraße entstand eine Buntweberei für Kleider- und Hemdenstoffe. 1961 – zum 150-jährigen Firmenjubiläum – waren hier 760 Webstühle im größten Websaal Österreichs installiert.

  • 1892 erbaute F.M. Hämmerle die Spinnerei Gisingen bei Feldkirch. Die Wasserkraft der Ill wurde durch das firmeneigene Kraftwerk genutzt. Noch 1986 waren hier 300 Arbeiter beschäftigt.

    1892 erbaute F.M. Hämmerle die Spinnerei Gisingen bei Feldkirch. Die Wasserkraft der Ill wurde durch das firmeneigene Kraftwerk genutzt. Noch 1986 waren hier 300 Arbeiter beschäftigt.

  • 1962 wurde das Gasthaus im Dornbirner Gütle gebaut und 1864 die Spinnerei mit 11.600 Spindeln eröffnet. Die Attraktion im Gütle war ein Springbrunnen, der damals mit 60 Metern der höchste in Europa war.

    1962 wurde das Gasthaus im Dornbirner Gütle gebaut und 1864 die Spinnerei mit 11.600 Spindeln eröffnet. Die Attraktion im Gütle war ein Springbrunnen, der damals mit 60 Metern der höchste in Europa war.

  • Im Eulental wurden auf 543 Webstühlen bunte und gebleichte Damaststoffe sowie gemusterte Damenkleiderstoffe produziert.

    Im Eulental wurden auf 543 Webstühlen bunte und gebleichte Damaststoffe sowie gemusterte Damenkleiderstoffe produziert.

Der Streit um das Schwarze Taferl

Rege Diskussion um die Einführung der weißen Kennzeichen


Veröffentlicht am 23.01.2019 von Harald Eberle.


Am 1. Jänner 1990 wurde der Umstieg von den alten, schwarzen Autokennzeichen auf die weißen Tafeln fixiert. Dem ging eine lange und emotionale Diskussion voran, an der sich neben Kunstschaffenden, Medien und Fachleuten auch Vorarlbergs Politik beteiligte. Schließlich war das „Schwarze Taferl“ einst die „Visitenkarte der Nation“, die es laut Künstler Friedrich Hundertwasser zu erhalten galt. Auch Landeshauptmann Purtscher machte sich bei der Landeshauptleutekonferenz für den Erhalt der schwarzen Kennzeichen stark. Nichtsdestotrotz beschloss die Regierung um den sozialistischen Verkehrsminister Rudolf Streicher die Einführung der weißen KFZ-Kennzeichen.

  • Künstler Friedrich Hundertwasser entwarf einen Gegenentwurf zu  den geplanten weißen Kennzeichen.

    Künstler Friedrich Hundertwasser entwarf einen Gegenentwurf zu den geplanten weißen Kennzeichen.

  • Hundertwasser konnte auch die Landespolitik von den Vorzügen seines Gegenentwurfes überzeugen.

    Hundertwasser konnte auch die Landespolitik von den Vorzügen seines Gegenentwurfes überzeugen.

  • Die von Verkehrsminister Streicher geplanten Kennzeichen seien eine „Kulturschande für Österreich“, so Hundertwasser. Bei der Präsentation mit von der Partie, Olympiasieger Hubert Strolz.

    Die von Verkehrsminister Streicher geplanten Kennzeichen seien eine „Kulturschande für Österreich“, so Hundertwasser. Bei der Präsentation mit von der Partie, Olympiasieger Hubert Strolz.

  • Die ersten „Erkennungstafeln“ wurden 1905 ausgegeben. Die Länderkennung „W“ stand dabei für Vorarlberg.

    Die ersten „Erkennungstafeln“ wurden 1905 ausgegeben. Die Länderkennung „W“ stand dabei für Vorarlberg.

  • Mit dem Anschluss Österreichs wurden Deutsche Kennzeichen ausgegeben. Die Buchstabengruppe TV stand für Tirol-Vorarlberg.

    Mit dem Anschluss Österreichs wurden Deutsche Kennzeichen ausgegeben. Die Buchstabengruppe TV stand für Tirol-Vorarlberg.

  • Dieses Kennzeichensystem wurde 1930 eingeführt, während des Krieges durch ein Deutsches ersetzt, und danach bis 1990 fortgeführt.

    Dieses Kennzeichensystem wurde 1930 eingeführt, während des Krieges durch ein Deutsches ersetzt, und danach bis 1990 fortgeführt.

Die Schragsägerei

Holzbearbeitung mit Muskelkraft


Veröffentlicht am 21.01.2019 von Harald Eberle.


Bis zur Erfindung der durch Wasserkraft angetriebenen Gattersäge, war die Schragsägerei die einzige Möglichkeit um Balken, Bohlen und Bretter aus einem Stamm zu sägen. Der Name leitet sich vom Arbeitsgestell, dem sogenannten „Schragen“ ab. Dieser musste zuerst mit viel Kraftaufwand aufgebaut werden, um genügend Spielraum für Säge und Arbeiter zu haben. Vor dem Sägen wurde die äußere Holzschwarte mit einem Breitbeil abgeschlagen, damit der Stamm gut aufliegt und eine ebene Seitenfläche erhält. Eingespielte Schragsäger schafften trotz der enormen körperlichen Anstrengung täglich bis zu 30 Laufmetern Schnittholz.

  • Damit ein gerader Schnitt erzielt werden konnte, wurde mit Hilfe einer mit Holzkohle bestäubten Schnur eine gerade Linie vorgezeichnet.

    Damit ein gerader Schnitt erzielt werden konnte, wurde mit Hilfe einer mit Holzkohle bestäubten Schnur eine gerade Linie vorgezeichnet.

  • Armin Bitschnau aus Bartholomäberg demonstriert mit seinen Helfern die Arbeit mit einer Spannrahmensäge.

    Armin Bitschnau aus Bartholomäberg demonstriert mit seinen Helfern die Arbeit mit einer Spannrahmensäge.

  • Die Bearbeitung mittels Breitbeil erzeugt die typische Oberflächenstruktur an handgeschlagenen Holzbalken.

    Die Bearbeitung mittels Breitbeil erzeugt die typische Oberflächenstruktur an handgeschlagenen Holzbalken.

  • Die Erfindung der Gattersäge brachte eine enorme Arbeitserleichterung. Auf diesem Bild: Heribert Metzler, Schoppernau.

    Die Erfindung der Gattersäge brachte eine enorme Arbeitserleichterung. Auf diesem Bild: Heribert Metzler, Schoppernau.

  • Holztransport im Gebirge.

    Holztransport im Gebirge.

Innauer, Lipburger und Co

Skispringen in Vorarlberg


Veröffentlicht am 09.01.2019 von Thomas Feurstein.


Nach Toni Innauer und Alois Lipburger wurde es still um die Vorarlberger Skispringer, die in den österreichischen Kadern kaum mehr aufscheinen. Der Grund ist wohl, dass bis vor kurzem in Vorarlberg nur begrenzte Trainingsmöglichkeiten vorhanden waren. Viele traditionsreiche Anlagen sind nicht mehr in Betrieb oder wurden sogar abgerissen. Mit dem Schanzenzentrum Montafon in Tschagguns hoffen die heimischen „Adler“ in naher Zukunft an alte Erfolge anzuschließen.

  • Österreichische Staatsmeisterschaft 1947 auf der Zelfenschanze in Tschagguns.

    Österreichische Staatsmeisterschaft 1947 auf der Zelfenschanze in Tschagguns.

  • Nach langen Jahren erfolglosen Bemühens gelang es 2014 wieder eine moderne Schanzenanlage in Tschagguns zu eröffnen. Den Vorarlberger Skispringern und Skispringerinnen steht nun wieder ganzjährige eine Trainingsanlage zur Verfügung.

    Nach langen Jahren erfolglosen Bemühens gelang es 2014 wieder eine moderne Schanzenanlage in Tschagguns zu eröffnen. Den Vorarlberger Skispringern und Skispringerinnen steht nun wieder ganzjährige eine Trainingsanlage zur Verfügung.

  • Skisprung auf einer Sprungschanze in Lech.

    Skisprung auf einer Sprungschanze in Lech.

  • Der Skispringer Martin Eberle auf der Wälderschanze in Andelsbuch.

    Der Skispringer Martin Eberle auf der Wälderschanze in Andelsbuch.

  • Toni Innauer, der bei weitem erfolgreichste Vorarlberger Skispringer, kehrte 1980 aus Lake Placid mit einer Goldmedaille zurück. Er wurde von Siegfried Gasser, Landeshauptmann Herbert Kessler und Bertram Jäger empfangen.

    Toni Innauer, der bei weitem erfolgreichste Vorarlberger Skispringer, kehrte 1980 aus Lake Placid mit einer Goldmedaille zurück. Er wurde von Siegfried Gasser, Landeshauptmann Herbert Kessler und Bertram Jäger empfangen.

Feueralarm am Bödele

Brand des Alpenhotels im Jahr 1938


Veröffentlicht am 07.01.2019 von Simone Drechsel.


Am 3. Februar gegen 4 Uhr in der Früh bemerkte eine Serviererin in ihrem Zimmer Rauch. Daraufhin weckte sie alle Angestellten, die zuerst noch versuchten den Brand selber zu löschen. Gegen 4 Uhr 45 erreichte dann die Feuerwehr Dornbirn und gegen 5 Uhr 30 jene von Schwarzenberg das Alpenhotel, das bereits in Vollbrand stand. Nur die Autogarage und das ein paar Meter abseits stehende Wirtschaftsgebäude blieben vom Feuer verschont. Ausgebrochen war das Feuer in einem neben „dem Heizraum befindlichen Raum, in welchem sich zirka 30 dürre Tannenreisigbuscheln befanden.” Die Ursache des Brandes dürfte mit der Zentralheizung in Zusammenhang stehen.

  • Das Alpenhotel Bödele am Morgen nach dem Brand. Aufgenommen von Norbert Bertolini, der sich zum Zeitpunkt des Brandes in seinem Ferienhaus aufhielt.

    Das Alpenhotel Bödele am Morgen nach dem Brand. Aufgenommen von Norbert Bertolini, der sich zum Zeitpunkt des Brandes in seinem Ferienhaus aufhielt.

  • Aufnahme vom Alpenhotel Bödele um das Jahr 1910.

    Aufnahme vom Alpenhotel Bödele um das Jahr 1910.

  • Der Gesamtschaden bezifferte das Vorarlberger Volksblatt mit 470.000 Schilling.

    Der Gesamtschaden bezifferte das Vorarlberger Volksblatt mit 470.000 Schilling.

  • Direktor Amon, seine Frau, die Serviererin und der Koch hatten nichts von einem Feuer bemerkt als sie gegen 2 Uhr 30 schlafen gingen.

    Direktor Amon, seine Frau, die Serviererin und der Koch hatten nichts von einem Feuer bemerkt als sie gegen 2 Uhr 30 schlafen gingen.

Freiheit auf vier Rädern

Beginn der Automobilisierung Vorarlbergs


Veröffentlicht am 05.01.2019 von Simone Drechsel.


Im Jahr 1893 fuhr das erste Auto in der gesamten Monarchie in Vorarlberg. Die Zahl stieg an und so fuhren bereits im Jahr 1905 42 Motorräder und 11 Automobile (LKW und PKW) auf den Straßen. Es stiegen aber auch die Beschwerden und Anzeigen über den motorisierten Verkehr und so mussten Verordnungen her. Hatte eine 1903 erlassene Verordnung noch ungenau Angaben zur Fahrgeschwindigkeit, „nicht größer sein jene eines mit Pferde bespannten, in frischem Trabe fahrenden Wagens“, wurde diese 1905 mit 15 km/h Innerorts und 45 km/h außer Orts festgelegt. Bei den Nummerntafeln wurde Vorarlberg der Buchstabe „W“ zugeteilt und der Fahrer musste älter als 18 Jahre sein und einen Führerschein besit