Land Vorarlberg

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F.M. Hämmerle : ein Textilgigant aus Vorarlberg

Veröffentlicht am 29.01.2019 von Mag. Thomas Feurstein

Franz Martin Hämmerle gründete 1836 mit 21 Jahren die Firma, die zunächst in einem Dornbirner Wohnhaus untergebracht war. Zahlreiche Übernahmen und Neubauten sorgten dafür, dass F.M. Hämmerle 70 Jahre später über 1.900 Arbeiter beschäftigte und zum größten Textilunternehmen Österreichs angewachsen war. Der allgemeine Niedergang der europäischen Textindustrie verschonte auch F.M. Hämmerle nicht: 2008 musste Konkurs angemeldet werden und 2016 auch die Spinnerei in Feldkirch-Gisingen geschlossen werden.

Dornbirn Steinebach war die Keimzelle des Betriebs. Im Glöckele-Haus färbte der junge Franz Martin Hämmerle Garn für seine Weber. Der Steinebach lieferte die Energie für die ersten eigenen Webstühle.
An der Sägenstraße entstand eine Buntweberei für Kleider- und Hemdenstoffe. 1961 – zum 150-jährigen Firmenjubiläum – waren hier 760 Webstühle im größten Websaal Österreichs installiert.
1892 erbaute F.M. Hämmerle die Spinnerei Gisingen bei Feldkirch. Die Wasserkraft der Ill wurde durch das firmeneigene Kraftwerk genutzt. Noch 1986 waren hier 300 Arbeiter beschäftigt.
1962 wurde das Gasthaus im Dornbirner Gütle gebaut und 1864 die Spinnerei mit 11.600 Spindeln eröffnet. Die Attraktion im Gütle war ein Springbrunnen, der damals mit 60 Metern der höchste in Europa war.
Im Eulental wurden auf 543 Webstühlen bunte und gebleichte Damaststoffe sowie gemusterte Damenkleiderstoffe produziert.