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Schwarzer Tag für die ÖBB : Entlang der Arlbergbahn 1/3

Veröffentlicht am 06.02.2019 von Mag. Thomas Feurstein

Am 11. August 1995 ereignete sich auf der Arlbergstrecke bei Braz ein katastrophales Zugsunglück, bei dem eine Mure einen von Wien kommenden Intercity-Zug erfasste. Die VN berichteten damals: “Die Lok und drei weitere Waggons des mit über 100 Personen besetzten Schnellzugs wurden von den Geröllmassen in das darunter liegende Tobel geschleudert, ein Waggon blieb umgekippt auf dem Gleis liegen. Den rund 200 Einsatzkräften der Rettungsmannschaften bot sich ein Bild des Grauens.“ Der Grund des Unglücks war die weggerissene Brücke über den Masonbach, der über seine Ufer getreten war.

Anhaltende Gewitter, verschüttete Straßen und steiles Gelände im Bereich der Arlbergstrecke erschwerten die Bergung. In der Nacht nach dem Unglück waren zahlreiche Helfer von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Bergrettung und Gendarmerie im Einsatz.
Für die Aufräumungsarbeiten wurde laut ÖBB-Streckenchef Günter Pircher ein Hilfszug mit einem Kran aus Wels angefordert.
Am nächsten Tag besuchte auch der damalige Landeshauptmann Martin Purtscher den Unglücksort. Bezirkshauptmann Leo Walser hatte auch Kräfte des Österreichischen Bundesheers angefordert, die noch in der Nacht im Klostertal eintrafen.
Die Arlbergstrecke blieb damals mehrere Wochen gesperrt, da in schwierigem Gelände eine Ersatzbrücke errichtet werden musste.
Das folgenschwere Zugsunglück veranlasste die Wildbach- und Lawinenverbauung den Masonbach mit massiven Talsperren zu bändigen.