Der Arlbergtunnel : Entlang der Arlbergbahn 2/3
Veröffentlicht am 12.02.2019 von Mag. Thomas Feurstein
Nachdem am Sonntag, den 21. September 1884 nach mehrjähriger Bauzeit der Arlbergtunnel zunächst eingleisig eröffnet wurde, berichtete das Vorarlberger Volkblatt am Dienstag darauf ausführlich: „Die Eröffnung der Arlbergbahn hat sich durch die Fahrt des kaiserlichen Zuges auf derselben bereits vollzogen. Wer vermag heute schon die ganze Wirkung ermessen, die der neu erschlossene Schienenweg für den großen Weltverkehr zur Folge haben wird. Wie viele Hoffnungen und Wünsche, wie mancherlei stille und laute Befürchtungen mögen an dieses große Ereignis sich knüpfen.“
Die Bauarbeiten am Arlbergtunnel begannen erst im Jahr 1880 und wurden schon nach vier Jahren abgeschlossen. Die kurze Bauzeit konnte nur mit einer Vielzahl von Arbeitern erreicht werden, so arbeiteten 1883 an den Ost- und Westrampen jeweils über 4.000 Arbeiter.
Das rußgeschwärzte Portal in Langen am Arlberg zeigt, dass lange auch im Tunnel mit Dampflokomotiven gefahren wurde. Besonders an Tagen mit Windstille sorgte das für schlechte Luft im Tunnel. 1924 wurde dieses Problem durch die Elektrifizierung der Strecke endgültig gelöst.
2005 wurde der Arlbergtunnel an den aktuellen Stand der Technik und an geltende Sicherheitsstandards angepasst. So wurden für Flucht- und Rettungsnischen 5.000 m³ Material ausgebrochen.
Am Ostportal erinnert ein Denkmal an den leitenden Ingenieur Julius Lott, dem fälschlicherweise nachgesagt wurde, dass er sich das Leben genommen habe, weil sich die Tunnelenden nicht getroffen hätten. Tatsächlich aber verstarb Lott 1883, noch bevor der Bau fertiggestellt war, in Wien an Tuberkulose.
Die Alpine Skiweltmeisterschaft 2001 war der Anlass, die Bahntrasse in St. Anton an den südlichen Rand der Siedlung zu verlegen.