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Die Trisannabrücke - ein Denkmal österreichischer Ingenieurskunst : Entlang der Arlbergbahn 3/3

Veröffentlicht am 13.02.2019 von Harald Eberle, MSc

Als im Jahr 1880 mit dem Bau der Arlbergbahn begonnen wurde, war es üblich Talstrecken mittels Steinbrücken zu überqueren. Dieses Verfahren schien am Eingang des Paznauns aber wegen der erforderlichen Spannweite und der enormen Höhe nicht durchführbar. Nur sehr widerwillig griff man daher einen Vorentwurf einer Eisenkonstruktion auf und nahm die „Zersetzbarkeit des Materials und seine molekularen Veränderlichkeiten“ in Kauf. So kam es zu der Konzeption eines stählernen Halbparabel-Trägers mit untenliegender Fahrbahn. Mit einer Stützweite von 120 Metern zählte das Trisanna-Projekt zu den größten Brückentragwerken des europäischen Kontinents.

Die Urausführung wurde im Jahr 1883 im Zuge des Arlbergbahnbaus in nur 12 Monaten erbaut. Die zu diesem Zweck installierte elektrische Ausleuchtung war damals eine Sensation.
Steigende Achslasten und die Elektrifizierung führten 1923 dazu, dass die Brücke mit einem unten angeordneten Fischbauchträger verstärkt werden musste.
Das Bauwerk überspannt in einer Gesamtlänge von 230 Metern den Eingang des Paznauns auf einer Höhe von 87 Metern.
Direkt an der Trisannabrücke steht Schloss Wiesberg, welches vermutlich im 13. Jahrhundert durch den Hochstift Chur erbaut wurde.
1964 wurde die alte Brücke komplett durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt, indem diese auf einem Lehrgerüst errichtet und im Verlauf einer Nacht in die Widerlager geschoben wurde. Zur damaligen Zeit stellte dieses Verfahren eine ingenieurmäßige Herausforderung dar und wurde weltweit rezipiert.