Rosl Bitschnau : Pionierin der Suchtkrankenhilfe
Veröffentlicht am 21.02.2019 von Mag. Thomas Feurstein
Rosl Bitschnau (1925-2015) hat wie kaum eine andere Persönlichkeit die soziale Landschaft Vorarlbergs gestaltet. Geprägt von ihrem Beruf als Kindergärtnerin, in dem sie das individuelle und familiäre Elend durch den Alkoholismus erlebte, widmete sie ihr Leben der Betreuung von Menschen mit Suchtproblemen. Nach Gründung des Sozialmedizinischen Dienstes der Caritas setzte sie ihre ganze Kraft für die Errichtung eines eigenen Suchtkrankenhauses in unserem Lande ein. Bis zu ihrer Pensionierung war Rosl Bitschnau im Vorstand und in den Folgejahren im Kuratorium der Stiftung Maria Ebene tätig.
Das Seraphische Liebeswerk, eine Gründung der Kapuziner, betrieb Heime für sozial benachteiligte Kinder. 1958 wurde oberhalb von Frastanz das Kinderheim Maria Ebene eröffnet. 1973 entschieden sich die Kapuziner das Anwesen für das Krankenhaus zur Verfügung zu stellen.
Nach umfangreichen Umbauten konnten 1976 die ersten Patienten aufgenommen werden. Die offizielle Eröffnung erfolgte dann 1979. Wenig später übernahm Dr. Reinhard Haller als damals jüngster Primararzt Österreichs die Leitung.
Rosl Bitschnau wurde 1979 von Landeshauptmann Herbert Kessler mit dem Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg ausgezeichnet.
1979 erfolgte die feierliche Eröffnung des Krankenhauses Stiftung Maria Ebene: v.l.n.r. Landesrat Fredy Mayer, Psychiater Kornelius Kryspin-Exner, Rosl Bitschnau, Landesstatthalter Martin Purtscher, Bischof Bruno Wechner, Landeshauptmann Herbert Keßler
Das Krankenhaus Maria Ebene wurde mit vielen arbeitstherapeutischen Einrichtungen ausgestattet. Dazu gehörten eine Schreinerei sowie Räume für Bastel-, Metall- oder Näharbeiten.