Die Funken : Ein bedeutendes Brauchtum in Vorarlberg
Veröffentlicht am 11.03.2019 von Mag. Simone Drechsel
Brauchtum lebt und ändert sich daher auch im Laufe der Zeit. So auch das Funkenbrauchtum. Die jährlichen Fasnachtsschlachten, die zu Beginn des 16. Jh. für Bregenz nachgewiesen sind, entwickelten sich zum heutigen Funkenbrauchtum weiter. Während das wilde Fackelschwingen die rituellen Kämpfe ersetzte, verloren diese im Laufe des 18. Jh. gegenüber den großen Feuern an Bedeutung. In der Chronik von St. Gerold 1777 stand das Fackelschwingen noch im Vordergrund und das große Feuer bildete nur den Abschluss. In einer 1858 veröffentlichen Studie ist zum ersten Mal die Rede von einer Funkenhexe in Vorarlberg.
Schrunser Funken aus dem Jahr 1974. Neben dem Funken gibt es noch Fackelschwinger.
Anfänglich war der Funken ein Nadelbaum, der mit leicht brennbarem Material umgeben war und dann angezündet wurde. Dabei entstanden zahlreiche Funkenteilchen und so fiel die Wortumlegung „Funken“ auf ein großes Feuer leichter.
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. erlebten die Funken mit der symbolischen Hexenverbrennung einen enormen Anstieg. Raggaler Funken von 1976.
Dieser „Funkenbaum“ legt nahe, dass es sich dabei um die Verkörperung eines Vegetationsgeistes handelte, dessen Tod im Frühjahr als Vorstufe der Wiedererstehung sein musste. Im 19. Jh. verstehen es die Menschen nicht mehr. Schrunser Funken 1974.