Land Vorarlberg

Vorarlberger Landesbibliothek

Zerstörung der Schanatobelbrücke : 24-tägige Verkehrsunterbrechung der Arlbergbahn

Veröffentlicht am 18.03.2019 von Harald Eberle, MSc

Am Morgen des 27. Jänner 1968 riss die Schanatobellawine im Ortsgebiet von Innerbraz die gleichnamige Eisenbahnbrücke samt Oberleitung in die Tiefe. Glücklicher Weise wurden dabei keine Menschen in Mitleidenschaft gezogen. Aufgrund der anhaltenden Lawinengefahr und der Beengtheit des Gebietes musste die Arlbergbahn für insgesamt 24 Tage gesperrt werden. Als Behelfsbrücke wurde ein ehemaliges Kriegsbrückengerät der deutschen Wehrmacht aufgebaut. Da das ursprüngliche Bauwerk gekrümmt war und die Behelfsbrücke nur einen geraden Brückenbau erlaubte, gestalteten sich die Arbeiten als äußerst aufwendig und schwierig.

Diese Aufnahme aus dem Jahr 1929 zeigt die ursprüngliche Konstruktion der Schanatobelbrücke.
Die Behelfsbrücke musste das 56 Meter breite Schanatobel überbrücken.
Neben Bahnbrücke und Oberleitung wurde auch die Hochspannungsleitung der Vorarlberger Illwerke von der Lawine in Mitleidenschaft gezogen.
Während der Bauarbeiten mussten 408 Züge über deutsches Staatsgebiet umgeleitet werden.
Das 135 Tonnen schwere Brückenbauwerk wurde von der Lawine mitgerissen und kam über 100 Meter unterhalb der Bahntrasse zu liegen.
Im November 1968 wurde die Behelfsbrücke durch eine Stabbogenbrücke ersetzt, welche noch heute genutzt wird.