Land Vorarlberg

Vorarlberger Landesbibliothek

Vorkloster : seit 100 Jahren Teil von Bregenz

Veröffentlicht am 07.05.2019 von Mag. Thomas Feurstein

Das Vorarlberger Volksblatt schreibt am 16. Mai 1919: „In der Sitzung des Landesrates wurden gestern die Beschlüsse der Gemeindevertretungen von Bregenz und Rieden betreffend die Vereinigung der beiden Gemeinwesen, die in Bregenz und Rieden am 4. Mai durch Volksabstimmung fast einhellig bestätigt worden waren, genehmigt. Da alle gesetzlichen Bedingungen zur Vereinigung der beiden Gemeinden erfüllt sind und die Landesregierung keinerlei Einwendungen dagegen aus öffentlichen Rücksichten erhebt, ist die Schaffung von Groß-Bregenz auch formell vollzogen.“ Bei besagter Volksabstimmung gab es in Bregenz 455 Ja- und 5 Neinstimmen, in Rieden bei 844 Zustimmungen nur 2 Ablehnungen.

Südtiroler-Siedlung mit Kirche St. Gebhard 1959. Als Folge der Option kam es im 2. Weltkrieg zur Gründung der Südtirolersiedlung. Im Bereich Schendlingen-Brielgasse errichtete die VOGEWOSI 518 Wohnungen für Tausende Zuwanderer.
Seit 1960 prägen Hochhäuser das Vorkloster und Rieden. Die akute Wohnungsnot ließ in Rieden-Vorkloster fast 20 Hochhäuser entstehen. Sie sind bis heute Symbole für die Aufbruchsstimmung der 60-er Jahre.
Zum Zentrum der Industriezone in Bregenz-Vorkloster entwickelte sich die Gegend um die Quellenstraße. Wo noch 1826 ein Feld ohne Häuser war, war bis 1900 das ganze Quellenviertel zur Gänze verbaut.
Einer der führenden Industriebetriebe in Bregenz-Vorkloster war die Wollgarn-Spinnerei Schoeller, die 1898 hier ihren Standort eröffnete. 1951 waren hier ca. 400 Personen beschäftigt.
Bau der Achsiedlung 1975: Zwischen 1974 und 1982 wurde am Stadtrand von Bregenz eine Siedlung mit insgesamt rund 850 Wohnungen errichtet. Die Realisierung des Bauvorhabens fällt in die Zeit, als der „rote“ Fritz Mayer Bürgermeister von Bregenz war.