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Vorarlberger Landesbibliothek

Bregenzer Festspiele : Die Bregenzer Festspiele im Plakat

Veröffentlicht am 15.07.2019 von Mag. Thomas Feurstein

Der Grafiker Reinhold Luger prägte 20 Jahre lang das visuelle Gesicht der Bregenzer Festspiele. Er konzipierte ein neues Logo für die Festspiele, war für das Aussehen der Festspielzeitung sowie für die jährlichen Plakate verantwortlich. Das jeweilige Plakat entstand lange vor der Aufführung und sollte der Bewerbung von Stück und Aufführung dienen. Laut Alfred Wopmann, dem damaligen Intendanten ist die Intention des Plakats, „dass der Betrachter sekundenschnell vom Sehen zum Verstehen gelangt. Farben und Formen müssen so auffällig sein, dass sie das Interesse des Gegenübers anziehen.“ Im Herbst 2019 wird im vorarlberg museum in Kooperation mit der Landesbibliothek eine Ausstellung über Reinhold Luger gezeigt, in deren Mittelpunkt auch die Festspielplakate stehen werden.

Das Plakat besteht aus einem oberen und spiegelbildlich unteren Teil. Das Zentrum wird von einem strahlenden Sonnenkreis als Symbol für die Welt Sarastros eingenommen. Als Kontrast dazu steht am Firmament ein Vollmond als Symbol für die Königin der Nacht.
Ein messerscharfer Schnitt legt ein Büschel Haare - das Symbol für die Kraft Samson - frei. Darunter weist ein Negativbild auf das Unheil hin, welches durch den Haarverlust droht. Dalila beraubt ihn in einer Liebesnacht seines Haares.
Alfred Wopmann staunte nicht schlecht, als er sein Gesicht im Festspielplakat wiedererkannte. Die Erklärung dazu lieferte Reinhold Luger: „Das Talent des Theatermachers, Spiele als Menschheitskomödien zu veranlassen, die Sommer für Sommer ein großes Publikum ebenso unterhalten wie aufklären, basiert glaube ich, auch auf einem dämonischen Trieb, schließt „teuflische Lust“ mit ein.“
Der blaue Himmel symbolisiert den Blick in eine lebenswerte, menschliche Zukunft, umrahmt vom Grauen der nationalsozialistischen Zeit, den ausländerfeindlichen Übergriffen von Rostock sowie den Kriegshandlungen des Golfkriegs.
1999 wurde das Plakat Lugers nicht öffentlich ausgehängt, da die Festspielführung befürchtete, dass der provokante Tanz mit dem Tod beim Publikum eher Unbehagen denn Lust auf die Seeaufführung auslösen könnte.