New York am Bodensee : West Side Story auf der Seebühne
Veröffentlicht am 27.07.2019 von Mag. Thomas Feurstein
Musicals auf der Seebühne haben absoluten Seltenheitswert, obwohl neben „Kiss me Kate“ 1983 besonders die „West Side Story“ 1981 und 2003 Publikumserfolge waren. Leonard Bernstein brachte mit der „West Side Story“ eine Musical-Version von Romeo und Julia auf die Bühne, bei der die ethischen Konflikte zwischen Puertoricanern und US-Amerikanern thematisiert werden. Obwohl die Liebesgeschichte zwischen Tony und Maria für Tony tödlich endet, begreifen die rivalisierenden Gangs zuletzt, dass es sich nicht lohnt, wegen ihrer Konflikte Menschenleben zu opfern.
Dagmar Koller als Anita war erstaunt über die Dimensionen der Seebühne: „Bei ´I want to be in America´ bin ich auf der riesigen Seebühne von einer Ecke zur anderen gelaufen, jeder normale Sterbliche kommt allein dadurch schon außer Atem, ich musste zusätzlich noch tanzen und singen.“
Dagmar Koller, erstmals 1969 in der „Hochzeit am Bodensee“ auf der Seebühne engagiert, erhielt in der „West Side Story“ 1981 die Rolle der Anita. Als sie durch Zufall Leonard Bernstein kennen lernte, informierte sie ihn: You know, I am doing the Anita in Bregenz this summer“. Erstaunt, dass eine blonde Österreicherin als Puertoricanerin auftreten sollte, antwortete er: „You are my first blonde, to do this part“
Reinhold Lugers letztes Plakat für die Bregenzer Festspiele. Mit dem Abschied von Alfred Wopmann endet auch die Ära Luger als Grafiker der Festspiele.
West Side Story 2003. Obwohl 9/11 bei der Planung des Bühnenbildes noch nicht vorhersehbar war, wurde die Bildsymbolik des einstürzenden Wolkenkratzers oft damit in Verbindung gebracht. Das wankende Gebäude sollte ursprünglich den spekulativen Kapitalismus versinnbildlichen.
"Fast 50 Jahre nach der Uraufführung von West Side Story haben ihre zentralen Themen wie Intoleranz und Vorurteile nichts an Bedeutung verloren - im Gegenteil", betonte Jamie Bernstein, die Tochter von Leonard Bernstein in ihre Rede zur Eröffnung der Bregenzer Festspiele 2003.