Land Vorarlberg

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Schnapsbrennen : Eine Vorarlberger Tradition

Veröffentlicht am 12.09.2019 von Mag. Simone Drechsel

Als „Schnaps“ wird in Vorarlberg traditionell jener Alkohol bezeichnet, der aus vergorener Maische gebrannt wird. Das Doppelbrennen ist die klassische bäuerliche Brennmethode, wobei der Schnaps über zwei Destillationsvorgänge, den Rau- und den Feinbrand, gewonnen wird. Oftmals verwendeten die Bauern dazu minderwertiges, z. T. angefaultes Obst, musste der Schnapst doch nur möglichst scharf und stark sein. Dies hat sich vor einigen Jahren grundlegend geändert. Heute wird viel mehr Wert auf gute Früchte und sauberes Brennen gelegt. So entstehen qualitativ hochwertige Edelbrände, die oft auch sortenrein gebrannt werden.

Unreife Früchte haben zu wenig Zucker und Fruchtaroma und liefern daher eine schlechte Alkoholausbeute und einen unangenehmen Geschmack.
Die ideale Temperatur ist nicht nur beim Brennen wichtig, sondern auch beim Trinken. Diese liegt beim Schnaps bei Zimmertemperatur. Das Wort „Schnaps“ stammt aus dem Mittelalter und bedeutet so viel wie „schlucken“.
Kühlerschlange und Geistrohr waren früher aus Kupfer oder verzinntem Kupfer, da dieses ein hervorragender Wärmeleiter und gegen Fruchtsäuren beständig ist.
Schnapsbrennerei des Obst- und Gartenbauvereins Wolfurt. Die fahrbaren Brennereien sind eine Vorarlberger Besonderheit und dürften mit den ersten Obst- und Gartenbauvereinen entstanden sein.