Das Zunftwesen : Vereinigung Vorarlberger Handwerker
Veröffentlicht am 06.11.2019 von Mag. Simone Drechsel
Die ersten Zünfte in Vorarlberg lassen sich gegen Ende des 15. Jh. nachweisen. So dürfte die Großhammerzunft ihren Ursprung in einer 1479 gegründeten Bruderschaft haben. Da die Zünfte das Recht zur Ausübung eines Handwerkes vergaben, musste man einer angehören. Dies verhinderte u. a. eine freie Konkurrenz, die Bildung von Großbetrieben und förderte die Gleichheit, die Handwerkskenntnisse und die Kontrolle der Waren und Preise. Mit den sich ändernden Wirtschaftsverhältnissen wurden sie immer mehr zu einem Hemmnis für den Fortschritt und die Produktivität. Im 19. Jh. verloren sie durch gesetzliche Eingriffe an Macht und lösten sich größtenteils auf.
1651 gründete Michael Beer die „Auer Laadt“, die zu einer der größten im Land wurde. In ihr waren Maurer, Zimmerleute und Steinmetze eingeschrieben.
Zunftzeichen der ehrsamen Maurer und Steinhauer Zunft. Die Zeichen symbolisierten das Berufs- und Gemeinschaftsverständnis.
Zunftlade mit Meisterbuch. Der Zunftmeister und der Lademeister hatten je einen Schlüssel zu der Truhe, d.h. sie konnte nur von beiden gemeinsam geöffnet werden.
Meisterbrief von Maurergesell Adam Hummer aus Frastanz von 1819. Jeder Meister ersuchte um möglichste rasche Aufnahme in die Zunft.
Steinmetz Lorenz Schmied. Wer ohne Recht einer Zunft als Handwerker arbeitete, wurde als Bönhase verfolgt.