Vorarlbergs Friedhöfe : Orte des Trauerns und des Gedenkens
Veröffentlicht am 23.12.2019 von Mag. Simone Drechsel
Friedhöfe, mitunter die ältesten Zeugnisse der menschlichen Zivilisation, sind mehr als nur Orte, an dem Verstorbene bestattet werden. Sie erfüllen sowohl individuelle als auch kollektive Funktionen, die je nach Kultur anders ausfallen. Die Juden legen kleine Steine als Zeichen des Gedenkens auf das Grabmal, während katholische Gräber mit Blumen geschmückt werden. Durch die Verlagerung des Totengedenkens in den privaten Raum, verlieren diese öffentlichen Grabstätten immer mehr an Bedeutung. In Vorarlberg gibt es die unterschiedlichsten Friedhöfe und viele von ihnen stehen wegen ihrer kulturellen Bedeutung unter Denkmalschutz.
2012 konnte der islamische Friedhof in Altach eröffnet werden. Da im Islam die Bestattung Richtung Mekka vorgeschrieben ist, sind alle Grabstelen gleich ausgerichtet.
1617 wies Graf Kaspar den Juden ein kleines Stück Land am Schwefelberg als Begräbnisstätte zu. Bis heute haben sich 370 Grabsteine erhalten.
Der kleine Klosterfriedhof des Gallusstiftes wurde 1913 angelegt. Neben in Bregenz verstorbenen Konventualen wurde hier auch der Gründerabt Augustinus Rothenflue beigesetzt.
Der 1876 angelegte Valduna Friedhof in Rankweil wurde 1998 stillgelegt, mit einer Ausnahme: der Friedhof der ungeborenen Kinder. Hier befindet sich auch Wehrmachtsfriedhof und ein russischer Teil.
Die alte evangelische Pfarrkirche in Feldkirch Levis wurde 1870 erbaut und 1981 zur Leichenhalle umgestaltet. Auf dem Friedhof befindet sich die Grabstätte von John Sholto Douglass.