Brigantium : Die Römer in Bregenz
Veröffentlicht am 27.12.2019 von Mag. Simone Drechsel
Der Fabrikant Samuel Jenny war der erste, der ab 1864 das Ölrainplateau nach archäologischen Gesichtspunkten erforschte. Hier hatten die Römer ein erstes Kastell mit einem dazugehörigen Lagerdorf errichtet. Als das Kastell im Laufe des 1. Jh. n. Chr. aufgelassen wurde, entwickelte sich aus dem Lagerdorf eine stadtähnliche Siedlung, die bald zum einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt und Handelszentrum aufstieg. Im späten 3. Jh. wurde die Siedlung auf den besser zu verteidigenden Hügel der Oberstadt verlegt. Das Hafenkastell am Leutbühel, das bei Bauarbeiten in den 1960er und 1970er Jahren zum Vorschein kam, wurde unter Kaiser Valentinian I. errichtet.
Römische Ausgrabung im Trüdinger’schen Anwesen, 1902. Die Grundmauern der Villa am Steinbühel sind heute noch bei der Einfahrt in den Citytunnel sichtbar.
Das Gräberfeld lag zwischen dem östlichen Ende des Ölrainplateaus und dem Altstadthügel. Bis zu 1075 Grabstätten konnten erforscht werden.
Römische Ausgrabungen am Sennbühel. Seit 2017 sind alle römischen Ausgrabungen in Bregenz digital erfasst und über einen interaktiven Stadtplan abrufbar.
Landesmuseumsdirektor Elmar Vonbank (1.v.r.) bei den Ausgrabungen am Leutbühel 1972.
Samuel Jenny ließ Nachbildungen alter römischer Straßensteine mit der Inschrift „Brigantium ad Rhenum“ bei der ehemaligen römischen Heerstraße aufstellen.