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Der Weg zum Arlberg : Bau S16

Veröffentlicht am 24.01.2020 von Mag. Thomas Feurstein

Im Klostertal behinderten bis in die 1960er Jahre zahlreiche Ortsdurchfahrten den überregionalen Verkehr. Mehrere Umfahrungen ermöglichten dann eine „Schnellverkehrsstraße“ mit einer von der bisherigen Bundesstraße vollkommen getrennten Trassenführung. Als 1972 die Entscheidung für den Bau des Arlbergstraßentunnels fiel, intensivierten sich die Bemühungen östlich und westlich des Arlbergs, leistungsfähige, wintersichere Zufahrtsrampen zu errichten. In einer Studie von 1983 wird bedauert, dass in den 1970er Jahren „die Besinnung auf die Werte der Natur, nicht auf ein normales Maß, sondern in ein entgegengesetztes Extrem“ geführt hätten. Dadurch sei ein Vollausbau der S 16 im Bereich Innerbraz verhindert worden.

Der Bludenzer Bezirkshauptmann Karl Ludescher schrieb 1981: „es wurde alles getan, um die zwangsläufig entstandenen Landschaftswunden zu sanieren, was dem Wohle der Benützer dieser schönen Straße und den Bewohnern der von dem Straßenzug berührten Talschaft dient.“ Er führt an, dass durch die neue S 16 die Menschen in den entlasteten Ortskernen wieder eine neue Lebensqualität erleben durften.
Zur Wintersicherung der Zufahrt zum Arlbergtunnel wird das Großtobel mit einem 3-spurigen Tunnel unterfahren. Mit dem späteren Bau des Langener Tunnels wurde die S 16 dann auf eine ganz neue Trasse verlegt.
Bau der Großtobel Galerie in Langen am Arlberg, 1976
Die Ausbaumaßnahmen der Arlberg-Westrampe machten auch umfangreiche Lawinenschutzbauten notwendig. So wurde zwischen 1969 und 1972 in Innerbraz eine Galerie errichtet, um die gefürchtete Gasteltobellawine zu entschärfen.
Standortgerechte Bepflanzungen und Wiederaufforstungen sollten dazu beitragen, die entstandenen Wunden in der Landschaft zu heilen. Die Planung der Landschaftsarchitekten umfasste 170.000 m² Bepflanzungsfläche, 75.000 m² Ansaat und 91.000 Steckholzpflanzen an der Alfenz.