Land Vorarlberg

Vorarlberger Landesbibliothek

Klassische Wirtshausnamen, Teil 3 : Das Gasthaus Hirschen

Veröffentlicht am 25.02.2020 von Mag. Simone Drechsel

Woher der Gasthausname „Hirschen“ kommt, ist nicht so einfach zu belegen. Möglicherweise steht er in Zusammenhang mit der Jagd und einhergehend auch mit dem Patron der Jäger, dem heiligen Hubertus. Dieser wird in der Heraldik als Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih dargestellt. Über den Psalm 42,2 „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.“ könnte eine religiöse Verbindung hergestellt werden. Möglicherweise stammt der Name aber auch aus dem Bierjargon. Denn in diesem wird ein Bierfass mit einem Füllvermögen von 200 Litern als „Hirsch“ bezeichnet.

Am 10. Dezember 1869 eröffnete Leopold Moosbrugger im Gasthof Hirschen in Thüringen ein Postamt mit Fahrpost. Erst mit dem Verkauf des Gasthofes 1908 bekam die Post ein eigenes Gebäude.
Um 1905 modernisierte Peter Greussing das alte Biersudhaus, indem seit 1790 Bier gebraut wurde. Von 1975 bis 1990 erfolgten weitere Um- und Zubauten.
Seit 1775 waren die Besitzer des Gasthofes Hirschen in Schwarzenberg nicht nur Wirte, sondern auch Händler und Geldverleiher.
Der Wunderdoktor Hermann Dorn „Schliser Männle“ hielt seine Schmerzbehandlungen u.a. im Gasthaus Hirschen in Schlins ab.
Um dem Gasthaus Hirschen im Silbertal mehr Stattlichkeit zu verleihen, ließen die Besitzer das ursprünglich walserische Holzhaus mit einer Mauerfassade verblenden.