Land Vorarlberg

Vorarlberger Landesbibliothek

Kläranlage : Sauberes Wasser für Dornbirn

Veröffentlicht am 17.04.2020 von Mag. Thomas Feurstein

1961 befand sich der Bodensee in einem besorgniserregenden Zustand und ein „Umkippen“ drohte. In den frühen 1970er Jahren wurde daher in Vorarlberg ein Bau- und Investitionsprogramm entwickelt, das etliche neue Kläranlagen vorsah. Besondere Bedeutung kam dabei Dornbirn zu, da hier die Abwässer aus der Textilindustrie für eine hohe Verschmutzung sorgten. Zuerst wurde 1972 die mechanische Stufe der ARA in Betrieb genommen, bis die biologische und chemische Reinigungsstufe in Betrieb gehen sollte, dauerte es noch über 10 Jahre. Wie in vielen anderen Landesteilen hatte sich Gemeinden zu Abwasserverbänden zusammengeschlossen, so auch hier, wo sich Schwarzach anschlossen hatte. Aufgrund der schlechten Bodenverhältnisse dauerte der Bau vier Jahre, so mussten etwa 1872 Betonpfähle in den Boden gerammt werden, um die Becken und die Gebäude zu stabilisieren.

Bis zur Fertigstellung 1984 hatte der Bau der Dornbirner Kläranlage 374 Millionen Schilling gekostet, wobei Land und Bund die Stadt finanziell unterstützten. Mit der Fertigstellung war es gelungen 25% der österreichischen Abwasserfracht im Bodensee-Einzugsgebiet einer Reinigung zuzuführen.
1984 betrug die Gesamtlänge der Dornbirner Kanalstränge schon über 110 Kilometer, wobei weitere 80 km sich in Planung befanden. Somit waren damals 60 % der häuslichen Abwässer und zwei Drittel des industriellen Abwassers an die Kläranlage angeschlossen.
In den Faultürmen wird das eingedickte Schlammgemisch erhitzt, von Sauerstoffzufuhr abgeschlossen und schließlich durch mikrobielle Vorgänge abgebaut.
Das gewonnene Faulgas wird zur Erhitzung der Türme verwendet.
Mit Hilfe eines Schneckenpumpwerks wird Wasser um 2,5 Meter in die Höhe gefördert. Dabei stehen je zwei Pumpen für Regen- und für Trockenwetter zur Verfügung.