Land Vorarlberg

Vorarlberger Landesbibliothek

Die Stella : ein Stück Feldkircher Schulgeschichte

Veröffentlicht am 29.04.2020 von Mag. Thomas Feurstein

Von 1856 bis 1979 betrieben die Jesuiten in Feldkirch mit kleineren Unterbrechungen ein Gymnasium. In der Festschrift zum 100jährigen Jubiläum heißt es: „Über 9.000 junge Leute sind in den verflossenen hundert Jahren durch die Erziehung von Feldkirch hindurchgegangen. Die Stella Matutina erzieht zu echter katholischer Frömmigkeit, schult die geistigen Kräfte und den Willen durch wahre Bildung und pflichtreue Arbeit, pflegt jugendlichen Frohsinn und eine sinnvolle körperliche Ertüchtigung.“ Das Gymnasium galt immer als katholische Eliteschule, was auch zu einem regen Zulauf von Schülern aus Deutschland und der Schweiz führte. 1979 führte das sinkende Interesse an ordenseigenen Internatsschulen sowie der mangelnde Nachwuchs im Orden selbst zur Schließung. Die große Bibliothek wurde damals von der Vorarlberger Landesbibliothek übernommen.

Stella Matutina Feldkirch
1856 kaufen die Jesuiten von der Stadt Feldkirch die alte Stadtkaserne. In einer Chronik wird über die Vorzüge des Gebäudes berichtet: „Auf der Rückseite wird das Haus von den mächtigen Fluten der Ill bespült, seine unmittelbare Nähe erneuert die Luft und befördert vorzüglich die Gesundheit des Hauses.“
1913 war die Aufstockung der alten Kaserne abgeschlossen. In den neuen Stockwerken befanden sich Schlafsäle und eine Krankenabteilung, die für Ordensleute, Zöglinge und Diener zur Verfügung stand.
Am 14. und 15. Juni 1910 lösten tagelange Niederschläge ein gewaltiges Hochwasser aus. Da auch die Ill über die Ufer trat, wurde der Neubau der Stella Matutina überflutet und die eiserne Brücke weggerissen.
Seit 1977 hat das Vorarlberger Landeskonservatorium das große Gebäude links der Ill bezogen. Besonders der große Festsaal und die Kapelle der „Stella“ bieten ein einzigartiges Ambiente für Konzerte unterschiedlichster Größe.