Klassische Wirtshausnamen, Teil 10 : Das Gasthaus Mohren
Veröffentlicht am 26.06.2020 von Mag. Simone Drechsel
Die Heiligen Drei Könige werden im A. T. nicht als Könige bezeichnet und auch deren Anzahl ist nicht angegeben. Die Zahl „Drei“ bildete sich durch eine umfangreiche Legendbildung ab dem 3. Jh. Die in der Westkirche verwendeten Namen Caspar, Melchior und Balthasar tauchen erstmals in den Legenden ab dem 6. Jh. auf. Ab dem 12., verstärkt ab dem 14. Jh. wird einer der drei Könige als schwarzer Afrikaner dargestellt. Die dunkle Hautfarbe stammt von einer Fehldeutung eines überlieferten Textes, die sich aber gehalten hat. Beda Vernabilis beschreibt Balthasar u.a. mit einem dunklen Vollbart. Das Wort „dunkel“ bezieht sich auf den Bart und nicht die Hautfarbe. Im Codex Vaticanus wird Caspar als „Mohr“ bezeichnet und dies setzte sich auch in der Volkstradition durch.
1875 kaufte Michael Steinhauser die Reinersche Schankwirtschaft und benannte sie in „Mohren“. Im darauffolgenden Jahr wurde das Gasthaus um eine Brauerei erweitert, die bis 1896 in Betrieb war.
Das Gasthaus Mohren in Hohenems wurde 1910 von Kaspar Amann erworben. Viele Vereine hielten hier ihre Proben oder Versammlungen ab. 1959 wurde der Gastbetrieb eingestellt. Später war hier noch für fünf Jahre der Kindergarten „Schwefel“ untergebracht.
1904 fiel das Gasthaus Mohren in der Ringstraße einem Brand zum Opfer. Daraufhin errichtete Josef Präg in seiner eigentlichen schon fertigen Apotheke in der Stiegstraße einen neuen „Mohren“.
1984 wurde das Gasthaus Mohren in Dornbirn abgerissen. Eröffnet wurde es 1784 von Josef Mohr und 1834 von Franz Anton Huber übernommen, inklusive der Brauerei.