Klassische Wirtshausnamen, Teil 11 : Das Gasthaus Ochsen
Veröffentlicht am 28.06.2020 von Mag. Simone Drechsel
Der Ochse symbolisiert Friedfertigkeit, Geduld, Leiden, Passivität und gutmütige Stärke. Aus diesen Gründen war er auch ein perfektes Opfertier. Der Evangelist Lukas betont in seinem Evangelium besonders den Opferaspekt im Leben Jesu Christi. Daher könnte der Ochse als Attribut auch passen. Traditionell ist es aber der Stier. Der Heilige Lukas ist Schutzpatron der Ärzte, Chirurgen und Kranken aber auch der Metzger und des Viehs. Eine besondere Stellung nimmt der Ochse auch in der bildlichen und figürlichen Darstellung der Geburt Jesu Christi ein. Obwohl er im Evangelium nicht erwähnt wird, befindet er sich auf fast jedem Bild und in fast jeder Krippe im Stall.
Alois Schmuck war nicht nur Ochsenwirt in Sulzberg, sondern auch Obmann der Dorfsennerei, der Raiffeisenkasse und Mitglied des Gemeindeausschusses. Nach dessen Tod 1930 führte seine Frau Barbara den Ochsen weiter.
Das Gasthaus Ochsen in Schwarzenberg bestand bereits 1650 als Dorfwirtschaft. 1741 wurde der damalige Wirt Nikolaus Melchior Aberer in der vorderen Stube durch einen Schuss ermordet. 1775 überstand der Ochsen einen Dorfbrand unversehrt.
Das Gasthaus Ochsen in Egg befindet sich seit dem Ende des 17. Jh. im Besitz der Wirtsfamilie Natter. Seit 2001 wird er an das erste chinesische Restaurant im Bregenzerwald verpachtet.
Im Gasthaus Ochsen auf der Schnepfegg fand am 5. und 12. April 1898 die Konkursversteigerung des verstorbenen Ochsenwirts Johann Georg Kleber statt.
Um 1900 vereinte der Bildsteiner „Ochsen“ Gasthaus, Bäckerei, Lebensmittelgeschäft, Mosterei und Landwirtschaft mit Stall in einem. Der Saal im Obergeschoss diente dem Musikverein lange Zeit als Probelokal.