Klassische Wirtshausnamen, Teil 12 : Das Gasthaus Post
Veröffentlicht am 07.07.2020 von Mag. Simone Drechsel
Postkutschen dienten bis ins frühe 20. Jahrhundert zur Beförderung von Postsendungen und zahlenden Fahrgästen. Da die Straßenverhältnisse keine hohe Reisegeschwindigkeit zu ließen, mussten organisatorischen Vorkehrungen getroffen werden. Der Pferdewechsel fand in den Posthaltereien statt. Diese wurden von Privatleuten betrieben, die gegen vertragliche Vereinbarungen Pferde und Kutschen der Post zum Wechsel zur Verfügung stellten. Nicht selten betrieben sie nebenbei noch eine Gaststätte, in der die Reisenden der Ordinari-Post übernachten konnten. Mit dem Ausbau der Eisenbahn ging das Postkutschen-Zeitalter langsam zu Ende, denn die Bahn war billiger und schneller. Was geblieben ist, sind die „Gasthäuser zur Post“.
Das Gebäude des Gasthauses Post in Dalaas stammt aus dem 17. Jh. Bis zur Errichtung der Arlbergbahn 1884 hielt hier die Postkutsche und die Pferde wurden ausgewechselt. Auch Kaiser Franz Josef nächtigte schon hier.
Der älteste nachweisbare Besitzer des Gasthauses Post in Egg ist Lüte Meusburger (1615/1630). Im 19. und 20. Jh. war hier das Postamt untergebracht und es erfolgte ein Namenswechsel von Adler in Post. 1893 verkaufte Postmeister Josef Natter das Gasthaus an Dr. Feurstein. Seit 2004 ist es geschlossen.
Am 29. Januar 1902 hielt Prof. Neumann aus Graz im großen Saal des Hotel Post in Bregenz einen Vortrag über Nervenstörungen und deren Behandlungen.
Aufnahme von Soldaten der k. u. k. Armee vor dem Gasthaus Alte Post in Stuben am Arlberg. Heute ist das Gasthaus ein Hotel und wird von der Familie Brändle geleitet.
Gasthaus Post in Hohenems. In dem Gebäudekomplex befand sich bis 1911 in der linken Hälfte die Post und in der Rechten das Gasthaus. In folgenden Jahrzehnten wurden alle Räumlichkeiten für den Gastbetrieb genutzt. 1982 wurde in den ehemaligen Posträumen das Gasthaus „Alte Post“ errichtet und das ursprünglich Gasthausgebäude abgebrochen.