Klassische Wirtshausnamen, Teil 18 : Das Gasthaus Taube
Veröffentlicht am 17.08.2020 von Mag. Simone Drechsel
In der Antike stand die Taube für Sanftmut, Einfalt und Unschuld. Damals wurde angenommen, dass sie keine Galle besäße und so von allem Bösen und Bitterem befreit sei. Bei einigen germanischen Stämmen und in Indien galt sie als Seelenvogel. Ab dem 6. Jh. taucht sie auch im Christentum als Symbol auf. Seither steht sie für den Heiligen Geist und damit verbunden für Pfingsten. Die Taube, vor allem die Weiße, ist das Friedenssymbol. Dies geht auf die biblische Sinfluterzählung zurück. Hier nimmt sie die Rolle des frohen Botschafters ein, als sie mit einem frischen Olivenzweig auf die Arche zurückkehrt. Dies wird als Friedenszeichen Gottes gewertet.
Gasthaus Taube in Egg. Um 1844 dürften die ersten Schankräume in das Gebäude eingebaut worden sein. Von 1885 bis zum 1. Weltkrieg führten es die Brüder Leo und Melchior Meusburger. Am 12.4.2004 wurde der Gastbetrieb eingestellt.
Das Gasthaus Taube in Alberschwende, erstmals im 15. Jh. erwähnt, lag verkehrsgünstig am Handelsweg in den Bregenzerwald. 1867 wurde das Gasthaus zur Poststation. Diese Nebenfunktion als Postamt blieb die 1974 erhalten.
Gasthaus Taube in Bizau. Die Nutzung als Gasthaus reicht bis 1850 zurück. 1954 wurde das Gebäude bis auf die Grundmauern abgetragen und beim Wiederaufbau gedreht. 1971/72 wurde das Sennerei-Gebäude zu Pensionszimmer und einer Privatwohnung umgebaut.
Der wahrscheinliche erste Wirt des Gasthauses Taube in Schruns war Sebastian Zumkeller. Ab 1921 waren Paul und Auguste Nels die Besitzer, wobei sie die Seele des Betriebes war. Immer in Tracht gekleidet, bewirtete sie ganzjährig ihre Gäste.
Einige Jahre nach dem 2. Weltkrieg wurde des Gastbetrieb im Gasthaus Taube in Götzis eingestellt. Von den Götznern wurde es auch „Tüble“ genannt. Mittlerweile wurde das Gebäude abgebrochen und ein Geschäftsneubau errichtet.