Land Vorarlberg

Vorarlberger Landesbibliothek

Fotoarchiv Oskar Spang : 10.000 Fotos von Oskar Spang online

Veröffentlicht am 20.08.2020 von Mag. Thomas Feurstein

Das Fotoarchiv des Pressefotografen Oskar Spang, das vom Stadtarchiv Bregenz und der Vorarlberger Landesbibliothek gehütet wird, ist ein unglaublich reichhaltiger, landeskundlicher Schatz. Es sind fast 500.000 Fotos, die der Fotograf in fast 50 Jahren angefertigt hat. Eine Kooperation der beiden Institutionen macht es nun möglich die Negative nach und nach zu digitalisieren und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Spang war freier Fotograf, der seine Fotos an regionale, aber auch internationale Zeitungen verkaufte. Thematisch erstreckt sich die Sammlung über alle Bereiche des öffentlichen Lebens: so etwa die Kultur mit den Bregenzer Festspielen, politische Ereignisse, Naturkatastrophen, bis hin zum Fasching in Vorarlberg.

Oskar Spang (1921-2003) war mit seiner Leica und seiner Vespa ein Original und in ganz Vorarlberg bekannt. Sein Lebensweg führte ihn aus Czernowitz im heutigen Moldawien zu Kriegsende im Mai 1945 nach Bregenz. Ab 1946 durfte er mit Erlaubnis der französischen Besatzungsbehörden seinen erlernten Beruf wieder ausüben und hat in seiner neuen Heimat die Pressefotografie aufgebaut und etabliert.
Brand in der Chemischen Fabrik Schnebeli in der Lindauer Straße in Bregenz, 20.2.1963. Ein explosionsartiger Brand im Chemikalienlager der Firma Schnebeli in Lochau, der auf dem ehemaligen Dornier-Areal nahe Bregenz ausgebrochen war, verursachte einen Sachschaden von 10 Millionen Schilling. Tragischerweise starb beim Löscheinsatz ein Feuerwehrmann, der vermutlich einen Herzschlag erlitten hatte.
Im April 1955 wurde das erste Motel Österreichs an der Bundesstraße zwischen Frastanz und Nenzing eröffnet. Die Zeitungen berichteten damals darüber: „Der Autofahrer biegt von der Straße ab, hält vor der Portierloge und bekommt gegen seinen Reisepass einen nummerierten Garagenschlüssel. Von der Garage führt eine Treppe in das darüber liegende Appartement.“
Der Bregenzer Bürgermeister Karl Tizian (rechts) empfängt 1963 den Rekordschwimmer Edi Bernat (links), der 35 Jahre zuvor den Bodensee von Bregenz nach Konstanz durchschwommen hatte. Der Wiener Schaffner benötigte damals für die 46 Kilometer knapp 24 Stunden. Zu seinen Ehren gab die Stadt Bregenz einen Empfang, um die außergewöhnliche Leistung zu feiern.
Wie noch heute verbrachte die niederländische Königsfamilie schon in den 1960er Jahren ihren Winterurlaub in Lech am Arlberg. Beim Pressetermin zeigten sich damals Königin Juliana (1909-2004) und Prinz Bernhard der Niederlande (1911-2004) sowie eine der vier Töchter, Prinzessin Irene (1939-) mit ihrem spanischen Verlobten Prinz Carlos von Bourbon-Parma (1930-2010). Wie ihre Schwester Christine verlor Irene das Recht auf die Thronfolge, da sie ohne Zustimmung des Parlaments geheiratet und zudem zum katholischen Glauben übergetreten war.