Da staunte selbst der Kaiser : Andelsbuch, eines der großen Wasserkraftwerke der Monarchie
Veröffentlicht am 26.04.2017 von Harald Eberle, MSc
Da sich schon zur Jahrhundertwende im industriereichen Vorarlberg der Bedarf an elektrischer Energie deutlich abzeichnete, entschloss sich die Firma Jenny u. Schindler an der Bregenzerach bei Andelsbuch ein großzügig dimensioniertes Wasserkraftwerk mit 10.000 PS Leistung zu erstellen. Nach nur 32-monatiger Bauzeit wurde das Werk Andelsbuch am 26. Jänner 1908 in Betrieb genommen. Es war zur Zeit Kaisers Franz-Josephs I. eines der größten, modernsten und leistungsfähigsten Wasserkraftwerke der Monarchie. Noch heute ist das Kraftwerk in Betrieb und erzeugt jährlich mehr als 50,5 GWh an elektrischer Energie.
Das im Jugendstil errichtete Krafthaus beherbergt die Turbinen sowie die fünf Maschinensätze und steht unter Denkmalschutz.
Der Stauweiher hatte ursprünglich einen Inhalt von 200.000m³, wovon heute noch etwa 120.000m³ nutzbar sind.
Bei Bezau wird das Wasser der Bregenzerache gefasst und unter dem Klausberg über zwei 1,6 km lange Freispiegelstollen zum Stauweiher geführt.
Besichtigung des Maschinensaals beim Gemeindebesuch 1978 von Landesrat Blank. v.l.n.r.: Ferdinand Kohler (Bürgermeister Andelsbuch), Konrad Blank, Josef Ritter (Werksleiter), Anton Lipburger (Vizebürgermeister Andelsbuch ), Wilfried Kaufmann (Liftgesellschaft Andelsbuch)
Bis 1969 blieb die Anlage das leistungsstärkste Kraftwerk der VKW.
Am westlichen Ende des Weihers befinden sich die Wasserfassung mit Rechenhaus und Abschlussorganen sowie ein 20m breiter Überlauf.