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Das Stadion am Bodensee : Sportzentrum in der Landeshauptstadt

Veröffentlicht am 26.08.2020 von Mag. Thomas Feurstein

Im Mai 1951 wurde die neue Heimstätte des Fussballclubs Schwarz-Weiss-Bregenz seiner Bestimmung übergeben. Ursprünglich gliederte sich die neue Sportstätte in ein Rasen-Spielfeld, das durch eine rote Sperrzone von der Schlackenbahn getrennt war. Die Aschenbahn diente sowohl als Piste für Motorradrennen englischen Vorbilds als auch als Bahn für Bewerbe der Leichtathletik. Das Bregenzer Stadion war zur Zeit seiner Fertigstellung eines der größten in Österreich, da es bis zu 14.000 Zuschauer aufnehmen konnte.
Die VN schrieb am 10. Mai 1951: Das Schmuckstück des Stadions ist zweifelsohne die Radrennbahn, die aber auch für Motorradrennen herangezogen wird. Unter- und Oberschicht bestehen aus Beton, so daß sie allen Strapazen standhält. Ing. Huter hat den Bau der Kurven nach einer eigenen, neuartigen Kurvenkonstruktion anfertigen lassen. Mehr als tausend Kubikmeter Beton wurde zum Ausbau verwendet. Insgesamt wurden bisher 40.000 Kubikmeter Material für den Stadionbau herangeschafft, wozu man 4.000 Eisenbahnwaggons zur Beförderung nötig gehabt hätte.“
Am 19.März 1967 erlebten im Bodenseestadion 5.000 Zuschauer ein packendes Match von SW-Bregenz gegen der LASK. Die VN berichtete damals über das 2:0: „Harreiter, (der Tormann des LASK) konnte den Ball zwar noch berühren, aber das Eindringen in sein Heiligtum nicht mehr verhindern“
Im April 1968 fanden auf der Betonbahn internationale Bahnradwettkämpfe statt. Sieger im Sprint wurde der belgische Meister VanLancker, Zweiter der Schweizer Martin Steger, hier auf der Ehrenrunde.
1995 bauten die Architekten Bernd Spiegel, Helmut Dietrich und Johannes Kaufmann eine neue Tribüne für das in die Jahre gekommene Stadion. Der Architekturkritiker Otto Kapfinger schrieb damals über das Projekt: „Durch ihre außergewöhnliche Leichtigkeit und Transparenz wird die Anlage nicht zur Barriere im Stadtraum, sondern bleibt von allen Seiten durchsichtig und bildet unter der Tribüne hochwertige Freibereiche mit linear aufgereihten Umkleideboxen. Stahl als Raumgerüst, Holz für die flächigen, horizontalen Bauteile und Glas als vertikaler Wetterschutz verleihen dem Bau eine dynamische Präsenz, die Assoziationen zum Sportgeschehen anspricht.“