Land Vorarlberg

Vorarlberger Landesbibliothek

Werner Fend, der Jäger : Teil 1: Vom Jäger zum Naturschützer

Veröffentlicht am 17.12.2020 von Mag. Thomas Feurstein

Werner Fend (1926 - 1997) – ein klingender Name, der in Vorarlberg immer noch viele Erinnerungen auslöst. Waren es doch unvergessene Fernseherlebnisse der 1970er- und 80er-Jahre, die es möglich machten, den Großwildjäger und späteren Naturforscher auf seinen Expeditionen durch den Dschungel zu begleiten. Fend war zuerst Jäger, der aber sehr bald das Gewehr durch die Kamera ersetze. 20.000 Fotos, die von Renate Fend der Vorarlberger Landesbibliothek zur Verfügung gestellt wurden, sind jetzt online auf volare zu sehen.

Werner Fend (1926-1997) stammte aus Götzis und schien zunächst zielstrebig auf einen bürgerlichen Beruf hinzusteuern, da er schon vor dem Krieg mit einer Ausbildung an der Lehrerbildungsanstalt in Feldkirch begonnen hatte. Er unterrichtete dann von 1946 bis 1952 an der Volksschule Bartholomäberg-Innerberg und später an der Hauptschule in Bludenz.
1956 schloss er sich eher zufällig einer Indien-Expedition des zoologischen Museums in Hamburg an. Da er aus einer Familie von passionierten Jägern stammte und perfekt Englisch sprach wurde er als Begleiter der Forschungsreise engagiert. Von den Eindrücken des Dschungels gefesselt, kehrte er bald wieder nach Indien zurück, um unter großen Strapazen Tiere in freier Wildbahn zu filmen.
Da Fend wie kein Zweiter die Verhaltensweisen von Tigern studiert hatte, wurde er von offiziellen indischen Stellen beauftragt, im zentralindischen Hochland von Abutschmar einen menschenfressenden Tiger zu erlegen, der zuvor über 300 Menschen getötet hatte. Nach 60 Tagen auf der Lauer gelang es ihm schließlich, den „Man-Eater“ zur Strecke zu bringen und die Region von der Gefahr zu befreien.
Da sowohl sein Großvater als auch sein Vater passionierte Jäger waren und daher eine Mitgliedschaft im Schützenverein eine Selbstverständlichkeit war, wusste er schon früh mit einer Waffe umzugehen.