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Man trägt wieder Holzschindeln : Schindelmacher, Handwerker zwischen Tradition und Zukunft

Veröffentlicht am 11.07.2017 von Harald Eberle, MSc

Überall auf der Welt, wo Bäume wachsen, schützen Menschen seit Urzeiten ihre Behausungen mit Brettern und Holzschindeln gegen Nässe und Kälte. Dieses außergewöhnliche bauliche Kulturgut wurde im Alpenraum von traditionsverbundenen Handwerkern über Jahrhunderte gepflegt und behutsam weiterentwickelt. Im Laufe der 1990er Jahre hat eine neue Generation von Architekten dem Schindelmacher neue, innovative Perspektiven eröffnet. Die neue Interpretation der landestypischen Architektur ermöglicht eine gelungene Verknüpfung von Tradition und Moderne.

Für die Schindelerzeugung eignet sich nur feinjähriges, gradwüchsiges und astarmes Holz.
Schindelmacher Wilfrid Jenny im Jahr 1994 beim Spalten von Schindeln aus Fichtenholz.
Auf dem „Bschniedesl“ wird die Schindel mit einem speziellen Zugmesser am oberen Ende keilförmig zugeschnitten.
1991: Der Schindelmacher Manfred Luzian (Dalaas) spaltet die Jahresringe stehend, damit sie ruhig am Dach bzw. der Wand anliegen.
Um die Dichtheit zu gewährleisten, werden die Schindeln mehrfach überlappt.
Das 1999 eröffnete „Dorfhus“ ist mit einer Schindelfassade verkleidet und prägt im Ensemble mit Kirche, Gasthof Adler und Dorfplatz das Dorfbild von Krumbach.