Land Vorarlberg

Vorarlberger Landesbibliothek

Residenzschloss von Ems : Dieses sollte die Rangerhöhung zu Reichsgrafen nach außen hin sichtbar machen.

Veröffentlicht am 28.09.2017 von Mag. Simone Drechsel

Kardinal Markus Sittikus III. erteilte 1562 dem Architekten Martino Longhi den Auftrag, einen Palast nach italienischem Vorbild zu errichten und unter Graf Kaspar wurde er dann zur ständigen gräflichen Residenz. Mit dem Aussterben der Grafen verlor auch der Palast an Bedeutung und stand jahrelang leer. Um 1827 sollte er für den Sitz eines zu bildenden Landgerichtsbezirkes adaptiert werden, doch die von Alois Negrelli ausgearbeiteten Pläne waren Kaiser Franz I. zu teuer. Bevor er 1882 von Graf Clemens von Waldburg-Zeil wieder bewohnbar gemacht wurde, diente er einem ungarischen Regiment als Kaserne.

Historische Pläne. Martino Longhi „il Vecchio“ errichtete in Hohenems, neben dem Palast, auch das heutige Rathaus.
Das Rundbogenportal und das darüber liegende, verzierte Doppelfenster stellen den einzigen Fassadenschmuck dar.
In der zentralen Grottennische im Innenhof steht eine allegorische Figur von Jesaias Gruber aus dem Jahr 1626.
Kunstvoll geschnitzte Kassettendecke des Rittersaales.
Der Brunnen auf dem Schlossplatz erinnert an die Auffindung der Nibelungen-Handschriften A und C im Palast.
Ein 50 Meter langer, oberirdischer Gang verbindet die 1806 geweihte Pfarrkirche St. Karl mit dem Palast.