Durchschlag Arlberg-Straßentunnel : Vorarlbergs Anbindung an Österreich ist perfekt
Veröffentlicht am 11.11.2017 von Harald Eberle, MSc
Nicht nur für die beiden Gemeinden St. Anton und Langen am Arlberg war der 11.11.1977 ein Festtag. Denn der von Vera Kreisky gezündete Sprengschuss zum Durchschlag des Arlberg-Straßentunnels hatte eine Bedeutung weit über diese beiden Gemeinden hinaus. Fast hundert Jahre nach der Errichtung des Eisenbahntunnels wurde mit dem Tunnel eine wintersichere Straßenverbindung von Vorarlberg nach Tirol und somit auch in das übrige Österreich hergestellt. Die gesamten Baukosten beliefen sich auf 4,8 Mrd. Schilling, welche zu 60% vom Bund, zu 26% vom Land Tirol und zu 14% vom Land Vorarlberg getragen wurden.
Der Feier zum Arlbergdurchschlag am 11.11.1977 wohnten über 2000 Festgäste bei und entwickelte sich zu einem wahren Volksfest.
Vera Kreisky, Tunnelpatin und Gattin des damaligen Bundeskanzlers Bruno Kreisky, zündete um 16:40 Uhr die Sprengladung zum Durchschlag des Arlbergstraßentunnels – dem damals zweitlängsten Tunnel Europas.
Nach dem Durchschlag strömten die Festgäste von der Tiroler Seite nach Vorarlberg. Ein wahrhaft historischer Gang durch den Berg, dem nur jener im Jahr 1883, als der Bahntunnel durchgeschlagen wurde, vergleichbar ist.
Bundeskanzler Bruno Kreisky stellte zwar in seinen Ausführungen die Bedeutung dieses Tunnels in den Vordergrund, vergaß aber auch nicht die neun Mineure, die ihre Arbeit mit dem Leben bezahlen mussten.
Die Arbeiten am 13.972 Meter langen Tunnel begannen mit dem Anstich am 5.7.1974.
Die feierliche Eröffnung des Tunnels erfolgte am 1.12.1978 durch den Tiroler Landeshauptmann Eduard Wallnöfer, Landeshauptmann Herbert Keßler, Bundespräsident Rudolf Kirchschläger und Bundeskanzler Bruno Kreisky.