Marienberg : Der schönste Platz von Bregenz
Veröffentlicht am 07.02.2018 von Mag. Thomas Feurstein
Als 1875 der polnische Graf Raczynski mit seiner Gemahlin auf einer seiner ausgedehnten Reisen auch Bregenz besuchte, war er vom Ausblick auf die Stadt und den Bodensee derart entzückt, dass er bald darauf zwei Bauernhöfe oberhalb von Bregenz kaufte. Er ließ dort eine Schlossvilla erbauen und schenkte diese seiner Frau zum Geburtstag. Sie lebten dann 21 Jahre in Bregenz, bis 1898 die Gräfin und kurz danach auch der Graf verstarb. Ein Neffe hatte keine Verwendung mehr für das Anwesen und verkaufte das Areal 1904 an einen Dominikanerinnenorden, der ursprünglich aus Adelshausen bei Freiburg stammte. Die bald gegründete Klosterschule hat ihre Tradition bis heute bewahrt.
Gleich neben dem Haupteingang ließ der Graf eine bescheidene Hauskapelle errichten. In der Decke über dem Altarraum gibt ein kleines Fenster den Blick frei auf einen filigranen Glockenturm.
Die Dominikanerinnen mussten 1867 Adelshausen verlassen, kamen über Überlingen 1878 nach Lauterach. 1904 ersteigerten die Schwestern um damals knapp 300.000 Kronen das Gut. Zahlreiche Um- und Ausbauten machten dann aus dem Adelssitz ein Kloster und eine Schule.
Der Garten glich, und gleicht auch heute noch, in seiner Dreiteilung italienischen Gärten: die Umgebung der Villa mit der geometrischen Gestaltung, die anschließenden Wiesenräume und der anschließenden ländlichen Gegend mit ursprünglich Stallungen, heute Gemüsefeldern.
Nachdem die Schule und das Pensionat 1938 verstaatlicht wurden, blühte die Schule nach 1945 wieder auf. Am Höhepunkt bot das Internat 120 Mädchen Wohnung.
1974/75 wurde die Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe mit einer fünfjährigen Ausbildung gegründet. Etlichen Zubauten folgte dann erst 2016 die vorerst letzte Bauetappe, mit der die Schule weiter modernisiert werden konnte.