Das Gallusstift : Der heutige Sitz der Landesbibliothek
Veröffentlicht am 07.02.2018 von Mag. Thomas Feurstein
Das Schlösschen Babenwohl, heute Verwaltungstrakt der Landesbibliothek, reicht in seinen Grundmauern bis ins 14. Jahrhundert zurück. 1854 kaufte Baron Ernst von Poellnitz, der Gründer der evangelischen Gemeinde in Bregenz, das Gebäude und baute es grundlegend um. 1906 kaufte ein Schweizer Benediktinerorden das Areal, worauf eine rege Bautätigkeit begann. In den folgenden Jahren entstanden das Konventsgebäude, die Bibliothek sowie die Stiftskirche. Nach der Vertreibung der Mönche 1941 war das Gebäude kurz landwirtschaftliche Schule, bis dann bald nach Kriegsende das Mädchengymnasium von Bregenz hier eine Heimat fand. Erst 1986 wurde das Gallusstift zum Sitz der Landesbibliothek.
Schlösschen Babenwohl ist auch Schauplatz eines Romans von Grete Gulbrannson. (Geliebte Schatten). Die Enkelin des Barons beschreibt dabei die Liebesgeschichte ihrer Mutter Wanda, die sich nach dem Tod ihres Mannes in den Bludenzer Maler Jakob Jehly verliebte.
Wo sich heute die Katalogisierungsabteilung der Bibliothek befindet, hatte sich die Familie Poellnitz wohnlich eingerichtet. In seinem Tagebuch beschreibt der Baron das Leben auf Babenwohl.
Bereits 1907 ließ Abt August nach den Plänen von Architekt August Gais aus Freiburg einen stattlichen Klosterbau errichten, der 1940 immerhin fast 70 Bewohnern Platz bot.
Blick von der damals noch ungeteerten Langenerstraße auf das Gallusstift. Zwischen 1914 und 1916 war als letzte Bauetappe die Stiftskirche, heute Kuppelsaal der Landesbibliothek, entstanden. Der Schweizer Architekt Adolf Gaudy (1872-1956) plante den Bau, der Anklänge an Barock und Jugendstil zeigt.
Zwischen 1946 und 1982 war das Gallusstift Standort für das Bregenzer Mädchengymnasium. Der Neubau in der Blumenstraße und die Umbauten in der Gallusstraße führten zur Schließung des Standorts am Gallusstift. Nach umfangreichen Umbauten konnte 1986 die Landesbibliothek in das Gebäude einziehen.