Freie Fahrt im Bregenzerwald : Straßenbau im Bregenzerwald
Veröffentlicht am 13.02.2018 von Mag. Thomas Feurstein
Gottfried Feurstein beklagte 1979, dass in den 50er und 60er Jahren die Verkehrsinfrastruktur des Bregenzerwaldes lange vernachlässigt worden sei. 1970 wurde dann ein Ausbauprogramm beschlossen, das für die folgenden zehn Jahre insgesamt 27 Baumaßnahmen vorsah. Das erklärte Ziel war es den Bregenzerwald als Lebensraum zu erhalten, indem Verkehrsverbindungen geschaffen werden, die ohne große Zeitverluste die Arbeitsplätze im Rheintal und im benachbarten Ausland erreichbar machen. In den 70er Jahren wurden dafür jedes Jahr ca. 50 Millionen Schilling investiert. Mit diesen Maßnahmen konnte die Abwanderung zu einem großen Teil gestoppt werden.
Die B 200 (heute L 200) im Bereich Egg/Tuppen stellte die Straßenbauer vor besondere Herausforderungen. Fünf langgezogene Kurven mussten die 20 engen Kurven der alten Straße ersetzen. Der labile Untergrund sorgte bei den Brückenbauten für erhebliche Kostenüberschreitungen.
Die L 26 von Egg nach Schwarzenberg überquert mit einer neuen 152 Meter langen Brücke den Eselmühlbach. Oberhalb der neuen Trasse thront die St. Anna Kapelle, die bereits 1689 vom Hirschenwirt Alois Braun und seiner Frau Anna Hiller gestiftet wurde.
Der Ausbau der Bödelestraße dauerte insgesamt von 1954 bis 1987. Während die Schwarzenberger Seite bereits 1968 befahrbar war, verzögerten mühsame Grundablösen den Bau auf der Dornbirner Seite.
An der B 200 bei Andelsbuch/Sporenegg überquert die neue Sporenbrücke die Bregenzerache. Die alte Brücke (links im Bild) hatte immer wieder zu Verkehrsbehinderungen geführt, da sie für Busse und LKW nur schwer passierbar war.
Ein tödliches Lawinenunglück 1971 unterstrich die Notwendigkeit, die Strecke zwischen Warth und dem Hochtannbergpass mit einer ganzen Reihe von Galerien auch wintersicher zu machen.