Land Vorarlberg

Vorarlberger Landesbibliothek

Gruß von Fluh bei Bregenz

Veröffentlicht am 14.05.2018 von Mag. Thomas Feurstein

Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland wurden im September 1938 durch den Vorarlberger Landeshauptmann die Gemeinden Bregenz, Kennelbach, Lochau, Eichenberg und Fluh zur Stadtgemeinde Bregenz zusammengefasst. 1946 verabschiedete der Vorarlberger Landtag ein Gesetz, wonach Volksabstimmungen entscheiden sollten, ob die neuen Gemeindeeinteilungen auch nach dem Krieg Bestand haben sollten. Während Lochau, Kennelbach und Eichenberg mit großer Mehrheit für die Selbständigkeit votierten, stimmten die Fluher für den Verbleib bei Bregenz. Bei 92 Wahlberechtigten stimmten 69 für den Verbleib, 12 für die Selbständigkeit. Am 8. Juni 1947 stimmten dann auch die restlichen Bregenzer dem Verbleib der Fluh zu, wobei die Wahlbeteiligung extrem niedrig war und nicht einmal 10 % erreichte.

Das Vorarlberger Volksblatt vermutete 1946, dass die Fluher für einen Verbleib bei Bregenz gestimmt hätten, weil die Bergparzelle über ein weitverzweigtes Straßen- und Wegenetz verfügte. Dieses zu erhalten wäre aus eigener Kraft kaum mehr möglich gewesen.
Der traditionsreiche Gasthof Halder, später Adler, ist im Jahr 1866 durch Blitzschlag und auch zu Neujahr 1914 abgebrannt. Nach langen Bemühungen der Stadt Bregenz ist der „Adler“ heute wieder ganzjährig als Wirtshaus geöffnet.
Am Ortsanfang der Bergparzelle Fluh befand sich das „Gasthaus zur Traube“ (Steurer) mit seinen niederen bäuerlichen Stuben. In einem Nebengebäude mit einer großen Halle aus Holz konnten auch größere Veranstaltungen abgehalten werden.
Der Gasthof Traube wurde später abgerissen und an dessen Stelle 1964 der Berghof Fluh errichtet. Dieser wurde dann allerdings 1993 verkauft und zu einem Wohnhaus umgebaut.
Gegenüber der Pfarrkirche St. Wendelin, geweiht 1849, wurde vom Bregenzer Architekten Karl Sillaber (geb. 1932) das Pfarrheim errichtet. Sillaber gilt als einer der frühesten Vertreter der Vorarlberger Bauschule.