Wiege der Wasserkraft im Montafon : Wasserkraftnutzung bei Vermunt
Veröffentlicht am 22.05.2018 von Harald Eberle, MSc
Schon seit dem Mittelalter wird im Montafon Energie aus Wasserkraft genutzt. Das Gebiet bietet sich durch große Höhenunterschiede und den Wasserreichtum besonders an. Im Jahr 1930 ging mit dem Vermuntwerk das erste Kraftwerk der Illwerke an das europäische Verbundnetz. Für das Anlegen von Transportwegen und Aufstiegshilfen, den Bau der Schmalspurbahn und den Kraftwerksbau mit der Vermuntsperre waren bis zu 1.800 Ingenieure und Bauleute eingesetzt. Mit dem Obervermuntwerk II ist derzeit ein weiteres Kraftwerk im Bau. Nach dessen Fertigstellung wird die maximale Turbinenleistung im Montafon mehr als 2 GW betragen.
Im April 1925 wurde der Bau des Vermuntwerks beschlossen. Bereits im Jahr 1930 konnte das Kraftwerk, noch vor Fertigstellung der Staumauer des Vermuntsees, in Betrieb genommen werden.
Die 50 Meter hohe Vermuntsperre wurde in den Jahren 1928 bis 1931 als Gewichtsstaumauer errichtet.
Für den wintersicheren Materialtransport wurde neben der Falldruckleitung ein Schrägaufzug vom Krafthaus Partenen zur Station Trominier erbaut.
Nach nur fünf Jahren Bauzeit konnte im Jahr 1943 das Obervermuntwerk I am Ufer des Vermuntsees in Betrieb genommen werden. Zur damaligen Zeit waren die verbauten 19-MVA-Drehstromgeneratoren die größten bis dahin in Österreich gefertigten Wasserkraftgeneratoren.
Das Obervermuntwerk I wird über eine 3,27 km lange, oberirdische Druckrohrleitung vom Silvretta-Stausee versorgt. Die Aufnahme vom November 1940 zeigt die Sockel noch ohne Druckrohrleitung.
Der Vermuntsee hat einen Nutzinhalt von 5,3 Millionen Kubikmetern und einen Energiegehalt von ca. 15 Millionen Kilowattstunden.