Der Hüterbub : Flink, fleißig und nicht zu vorlaut sollte er sein
Veröffentlicht am 06.08.2018 von Harald Eberle, MSc
Zu einer Zeit als man noch keinen elektrischen Weidezaun kannte, war der Dienst des Hüterbuben sehr gefragt. War in der Bauernfamilie kein eigener Bub, so wurde ein solcher aus der Nachbarschaft oder aus der Verwandtschaft geholt. Auch kamen Hüterbuben gerne aus kinderreichen Familien, wo man froh war, einen Esser weniger am Tisch zu haben. Seiner Verantwortung stets bewusst, genoss es der Hüterbub, wenn seine Herde friedlich in der Sonne auf der Weide graste. Doch bei schlechtem Wetter hörte die Hirtenromantik auf: Von Wind, Wetter und Kälte überrascht blieb den Buben oft nichts anderes übrig, als ihre kalten Füße in einer warmen Kuhflade zu wärmen.
Hüterbub mit einer Rinderherde in Schröcken.
Aufnahme von 1953 am Golm. Im Hintergrund Blick zu den Drei Türmen und zur Drusenfluh.
Ziegenhirte im Jahr 1939 am Almajurjoch zwischen Kaisers und St. Anton am Arlberg.
Auch die Körperpflege durfte nicht zu kurz kommen. Handwäsche eines Pfisters auf der Alpe Geißtobel in Egg.
Ist der Almsommer für Mensch und Tier ohne tödliche Unfälle verlaufen, werden die Tiere für den Alpabtrieb kunstvoll geschmückt.