ORF Landesstudio Vorarlberg : Der ORF eröffnet das Landesstudio
Veröffentlicht am 07.09.2018 von Mag. Thomas Feurstein
Das Österreichische Rundfunkgesetz von 1966 legt die föderalistische Struktur als eine der Existenzgrundlagen des ORF fest. Gerd Bacher, 1969 Generalintendant bekräftigt die Bedeutung der Landesstudios: „Die Landesstudios sind ein unentbehrlicher Bestandteil der politischen und kulturellen Landschaft der jeweiligen Region. Sie zugunsten eines zentralistischen Konzepts zu opfern, hieße, der geistigen Verprovinzialisierung Österreichs Vorschub zu leisten; mit dem Studio entfiele einer der wesentlichsten Auftrag- und Impulsgeber der schöpferischen Kräfte eines Bundeslandes.“
1969 werden zeitgleich die Pläne für die neuen Landestudios in Dornbirn, Innsbruck, Salzburg und Linz präsentiert. Nach einem Wettbewerb wurde als Architekt für alle vier Häuser Gustav Peichl ausgewählt.
Bei der Eröffnungsfeier 1972 wurde der langjährige Generalintendant des ORF Gerd Bacher (1925-2015) geehrt. Das „Goldene Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg“ wurde ihm von Karl Tizian (1915-1985) überreicht. Er war damals Bürgermeister von Bregenz sowie Landtagspräsident.
Die kirchliche Weihe des Vorarlberger Landesstudios nahmen der katholische Bischof Bruno Wechner und der evangelische Kirchenrat Gerhard Wiesner vor. Unter den Ehrengästen (ganz rechts) auch Landesrat Rudolf Mandl, damals zuständig für Finanzen und Hochbau.
Das architektonische Prinzip von Gustav Peichl (1928-) beruht auf der kreisförmigen Organisation der Anlage, um alle Sektoren auf engstem Raum zu gruppieren und sich in den Randbereichen Möglichkeiten zur Erweiterung freizuhalten.
1982 wurde das 10-jährige Jubiläum des Landesstudios gefeiert. Es moderierten Ernst-Wolfram Marboe (1938-2012, Fernsehintendant) und Hans-Peter Link.