Das Unfallkrankenhaus Böckle in Bregenz : Ein Unfallkrankenhaus für Bregenz
Veröffentlicht am 15.10.2018 von Mag. Thomas Feurstein
Die ärztliche Säule des „Böckles“, für viele Jahre Endstation für jeden Verunfallten im Raum Bregenz, war Dr. Rudolf Böckle, Neffe und Schüler von Dr. Lorenz Böhler, der als einer der Pioniere der modernen Unfallchirurgie gilt. Die finanziellen Mittel für den geplanten Spitalsbau steuerte in Privatinitiative der Schwiegervater Dr. Böckles, der Landwirt Engelbert Brändle, bei, der zudem mit seiner Gattin Maria für das Unternehmen bürgte. Das Krankenhaus war auch später eng mit der Familie Böckle verbunden, so übernahm 1978 der Sohn des Gründers, Dr. Peter Böckle, die Spitalsführung.
Während des Zweiten Weltkriegs war im Sanatorium Mehrerau ein Lazarett untergebracht, das nach Kriegsende von Dr. Rudolf Böckle als Unfallabteilung mit 20 Betten weitergeführt wurde. Als das Sanatorium die Betten selbst benötigte, wurde der Bau eines eigenen Unfallkrankenhauses ins Auge gefasst.
Das Böckle (Bildmitte) wurde auf geschichtsträchtigem Boden errichtet. Sowohl 1949 als auch nach dem Abbruch 2009 hatten Archäologen nach römischen Überresten gegraben. Heute befindet sich an der Stelle des Krankenhauses die Wohnanlage Brändlepark.
Mit der Planung des Unfallkrankenhauses wurde Baurat Willi Braun beauftragt, der schon bei anderen Krankenhausbauten in Gaisbühel, Oberlochau oder Zams Erfahrung gesammelt hatte. Baubeginn war im März 1949, finanziert wurde das UKH von der AUVA (damals noch Arbeiter-Unfallversicherungsanstalt).
Im Jahr 1968 wurde das Krankenhaus durch einen Anbau erweitert, womit den Patienten nun 86 Betten zur Verfügung standen. Kurz darauf kam der damals größte Operationssaal des Landes hinzu. 1972 wurden 8.000 Frischverletzte ins Böckle eingeliefert, wovon 2.711 stationär behandelt werden mussten.
Im Jahr 1991 übernahm das Land Vorarlberg das Krankenhaus und es wurde damit organisatorisch in das Bregenzer Landeskrankenhaus integriert. 2005 zogen die Belegschaft und Patienten dorthin um und 2009 wurde das Gebäude dann abgerissen.