Die Pfänderbahn : 1927 eröffnet
Veröffentlicht am 29.10.2018 von Mag. Thomas Feurstein
Der Pfänder als Autor (so in der Festschrift zum 20jährigen Bestehen der Pfänderbahn) schreibt über sich: „Meine Seilschwebebahn, das kann ich schon sagen, sie ziert mich sogar. Die stählernen Seile, die sieht man von der Ferne nicht oder nur so, als ob ein fleißiges Spinnlein einen Faden verloren hätte. Und so stark auch die Stützen mit ihrem Stahlgerippe ragen, unter den tausenden Bäumen fallen sie nicht auf. Manche Zweibeiner, die mich lieben, haben befürchtet, die Seilschwebebahn würde mich verschandeln. Keine Spur“
Als in der schweizerischen Nachbarschaft nach der Jahrhundertwende zahlreiche vielbesuchte Bergbahnen errichtet wurden, entstand auch in Bregenz der Wunsch nach einer Seilbahn auf den Hausberg Pfänder. Land Vorarlberg, die Gemeinden Bregenz, Lochau, Lindau und einzelne Bürger aus Bregenz ergriffen dann die Initiative.
Am Samstag, den 19. August 1972, brach um ca. 5 Uhr 30 früh ein verheerender Brand aus, der das Pfänderhotel total zerstörte: Die Vorarlberger Nachrichten berichteten damals: „Flammeninferno vernichtet Pfänderhotel: Brandkatastrophe wütet auf dem Hausberg der Bregenzer – Hotel wurde zur weithin sichtbaren Fackel – Materieller Schaden etwa 6 bis 7 Millionen Schilling – Glück im Unglück – Alle Bewohner gerettet.“
In schneereichen Wintern transportiert die Pfänderbahn auch zahlreiche Skifahrer. Am Pfänder erwartete sie der „Steilhang“, der „Übungshang“ sowie der Maldonalift. Über den „Schlauch“ erreichen die Skifahrer nach einer Abfahrt über 604 Höhenmeter wieder die Talstation in Bregenz.
Die Stationsgebäude der Pfänderbahn wurden vom Architekten Willi Braun geplant. Er war in Bregenz für zahlreiche öffentliche Bauten aber auch für private Villen verantwortlich. So stammen auch die Pläne für die Volksschule Rieden oder die Hauptschule Belruptsstraße aus seiner Feder.
1947 wird in einer Festschrift zum 20-jährigen Bestehen der Bahn gejubelt: „Vier Millionen Fahrgäste. Man kann sich schwer vorstellen, wieviel das ist. Alle Einwohner von Bregenz könnten 160mal auf den Pfänder fahren, und unsere lieben Nachbarn, die Eidgenossen, wären schon fast alle auf den Pfänder gefahren, wenn sie allein die einzigen Fahrgäste gewesen wären.“
80 Personen auf einen Streich: nach 7monatiger Bauzeit konnte 1995 die rundum erneuerte Pfänderbahn ihren Betrieb wieder aufnehmen. Die neue Panoramabahn mit den großen Fenstern erlaubt nun eine bessere Aussicht. Die neue viel größere Stütze hatte in Bregenz kurzfristig für große Aufregung gesorgt, da sie das Landschaftsbild störe.